Igus setzt auf Automatisierung und lokale Produktion
Automatisierung steht bei Igus im Zentrum der Wachstumsstrategie. Mit Investitionen in Infrastruktur, Testkapazitäten und lokale Produktion will das Unternehmen Lieferzeiten verkürzen und neue Märkte erschließen.
Redaktion ProduktionRedaktionProduktion
Für internationales Wachstum und die Erschließung neuer Märkte sollen auch die neuen Produkte von Igus sorgen. 227 motion plastics Neuheiten stellt der Kunststoffspezialist auf der Hannover Messe 2026 vor.Igus
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Summary: Igus hat am 14. April 2026 in Köln weltweite
Investitionen in Automatisierung, Infrastruktur und lokale Produktion
vorgestellt. Insgesamt fließen 124,4 Mio. EUR in Köln, Beteiligungen und
internationale Standorte, um Lieferketten zu beschleunigen, Kundennähe
auszubauen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Auswirkungen zeigen sich in
mehr Kapazität, zusätzlichen Testflächen, regionalen Fertigungsstrukturen und
neuen Wachstumsfeldern wie der Low-Cost-Robotik.
Wie das Unternehmen mitteilt, reagiert Igus mit einem
umfassenden Investitionsprogramm auf weltweite Unsicherheiten,
Lieferanforderungen und den steigenden Bedarf an regionaler Präsenz. Insgesamt
investiert der Kunststoffspezialist 124,4 Mio. EUR in Automatisierung, neue
Infrastrukturen und den Ausbau seiner Tochtergesellschaften. Zugleich
präsentiert Igus 227 motion plastics Neuheiten, die weiteres Wachstum
ermöglichen sollen.
Trotz globaler Herausforderungen legte der Umsatz 2025
laut Mitteilung um 4,4 % gegenüber dem Vorjahr zu. Die wichtigsten Absatzmärkte
sind China, Deutschland und die USA, die zusammen rund 60 % des Umsatzes
ausmachen. Weltweit beschäftigt Igus 5.423 Mitarbeitende, davon 2.044 in
Deutschland. Um bis 2027 unabhängiger vom externen Arbeitsmarkt zu werden, hat
das Unternehmen am Standort Köln zudem eine eigene Ausbildungsfabrik für
600.000 EUR aufgebaut.
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Wie Igus Liefergeschwindigkeit zum Ziel erklärt
Ein wesentlicher Teil der Mittel fließt in die
Beschleunigung von Lieferketten. Allein 42,2 Mio. EUR investiert Igus 2025 in
das Innovationszentrum in Köln, weitere 11,5 Mio. EUR in Beteiligungen. Hinzu
kommen 70,7 Mio. EUR für die weltweiten Tochtergesellschaften. Die
Investitionen betreffen neue Grundstücke, Gebäude und moderne Werkzeuge.
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Artur Peplinski, CEO und Sprecher der Geschäftsführung
bei Igus, macht die Stoßrichtung deutlich: „Produktqualität und Preis sind
nicht mehr die alleinigen Differenzierungsmerkmale. Unsere Kunden benötigen
verstärkt Lieferanten, die schnell und vor allem zuverlässig liefern können,
ohne dabei Kompromisse bei der Produktqualität machen zu müssen.“ Damit rückt
die Lieferperformance neben Preis und Qualität in den Mittelpunkt der
Wettbewerbspositionierung.
Automatisierung in Köln soll Abläufe beschleunigen
Als ein zentraler Hebel gilt dabei die Automatisierung.
Im Rahmen des Neubaus „Phase 8“ entsteht am Kölner Hauptsitz unter anderem ein
vollautomatisches Kleinteillager. Mit bis zu 1.800 Ein- und Auslagerungen pro
Stunde soll es die Durchlaufzeit von Aufträgen verkürzen. Auch in der
Produktion setzt Igus auf eigene Automatisierungslösungen, die Mitarbeitende
von Routinetätigkeiten entlasten, etwa beim Entladen von Spritzgussmaschinen.
Die Dimensionen am Standort Köln sind dabei erheblich:
857 Spritzgussmaschinen produzieren dort jährlich mehr als eine Milliarde
Bauteile. In Bereichen wie Crimpen und Löten sollen neue
Automatisierungslösungen die Durchlaufzeit gegenüber manuellen Abläufen um das
10- bis 30-Fache beschleunigen. Die Investitionen zielen damit nicht nur auf
mehr Tempo, sondern auch auf stabilere, besser planbare Prozesse.
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Warum Testlabor und Online-Tools erweitert werden
Parallel dazu stärkt Igus Forschung, Werkstoffentwicklung
und digitale Konfiguration. Das Testlabor des Unternehmens ist nach Angaben der
Mitteilung inzwischen auf 5.500 m² angewachsen. Hinzu kommen 1.500 m²
zusätzliche Testfläche im Neubau, die ausschließlich für dry-tech Produkte
vorgesehen sind.
Peplinski sagt dazu: „Die Erweiterung unserer Testflächen
im Neubau um 1.500 Quadratmeter ausschließlich für unsere dry-tech Produkte
schafft die Basis für neue Kapazitäten und Innovationen wie PTFE- und
Bisphenol-freie Werkstoffe.“ Er ergänzt: „Allein die Anzahl der Prüfstände ist
um rund 20 Prozent gestiegen und damit auch die Anzahl der Tests von heute
11.000 auf über insgesamt rund 17.000 Tests im Jahr.“
Ein weiterer Teil der Investitionen fließt in neue
Online-Tools. Damit sollen Konstrukteure Produkte automatisiert konfigurieren
können, ohne Konstruktionszeichnungen mit dem Vertrieb austauschen zu müssen.
Auch dieser Schritt zahlt auf schnellere Abläufe und kürzere Reaktionszeiten
ein.
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Wo lokale Produktion weiter ausgebaut wird
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Obwohl Igus nach wie vor rund 95 % seiner Bauteile in
Deutschland fertigt, gewinnt die lokale Produktion nach Unternehmensangaben
weltweit an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund hat Igus 2025 seine Werke in
China, den USA, Polen, der Türkei und Japan ausgeweitet. Entstanden sind
größere Lager- und Montagefabriken, die regionale Anforderungen besser bedienen
sollen.
Peplinski verweist dabei auch auf den
Nachhaltigkeitseffekt: „Allein durch den Ausbau der lokalen
Produktionskapazitäten in China und den USA haben wir 2025 rund 1,2 Millionen
kg Transportgewicht eingespart – ein signifikanter Beitrag zur CO₂-Reduktion.“
Neue Niederlassungen wurden außerdem in Australien, Marokko, der Elfenbeinküste
und Lettland gegründet.
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Nachhaltigkeit bleibt Teil der Strategie. Seit 2025
produziert Igus am Hauptsitz in Köln nach Scope 1 und 2 klimaneutral. Zugleich
wächst die Recyclingplattform chainge weiter. Bislang wurden 235 Tonnen
ausgedienter Energieketten zurückgenommen. „Ein wichtiger Fortschritt ist die
neue ISO-zertifizierte Validierung, mit der wir die CO2-Einsparungen unseres
Energieketten-Recyclings für Kunden transparent nachweisen können“, erklärt
Peplinski.
Welche Rolle 227 Neuheiten für das Wachstum spielen
Für weiteres internationales Wachstum setzt Igus auch auf
neue Produkte. Auf der Hannover Messe 2026 stellt das Unternehmen insgesamt 227
motion plastics Neuheiten vor. Dazu gehören die erste drylin C-Rollenführung,
3D-Druckmaterialien für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie das
e-spin Energieführungssystem als Reinraumlösung für lange Verfahrwege mit einer
Zertifizierung für die ISO Klasse 1 des Fraunhofer IPA. Mit e-tract AC und DC
kommen zudem neue Lösungen für die E-Mobilität hinzu.
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Als wichtigen Wachstumstreiber sieht Igus die
Low-Cost-Robotik. „Unser Ziel ist die Demokratisierung der Automatisierung“,
sagt Peplinski. „Auch kleine und mittlere Unternehmen mit begrenzten Budgets
und wenig Vorerfahrung sollen von den Vorteilen der Automatisierung
profitieren.“ Dazu baut das Unternehmen die Online-Plattform RBTX weiter aus.
Sie soll sich zum Service-Hub für komplette Automationslösungen entwickeln und
Komponenten von inzwischen mehr als 260 Robotik-Herstellern bündeln. Bereits
heute umfasst die Plattform laut Mitteilung rund 100 humanoide Robotermodelle
von 35 Herstellern.
Zum strategischen Anspruch des Unternehmens sagt
Peplinski: „Wir möchten zeigen, dass nachhaltiges Wachstum und technologische
Innovationskraft auch in herausfordernden Zeiten möglich sind. Mit konsequentem
Fokus auf Liefergeschwindigkeit, lokaler Präsenz sowie Automatisierungslösungen
stellen wir die Weichen für Wachstum – für uns und unsere Kunden.“
Quelle: Presseinformation von Igus
FAQ Automatisierung
Welche Rolle spielt Automatisierung bei Igus? –
Automatisierung soll Lieferzeiten verkürzen, Durchlaufzeiten reduzieren und
Routinetätigkeiten in Logistik und Produktion beschleunigen.
Wie viel investiert Igus in Automatisierung und
Wachstum? – Weltweit investiert Igus 124,4 Mio. EUR in Infrastruktur,
Beteiligungen und Tochtergesellschaften.
Wo baut Igus Automatisierung und lokale Produktion aus?
– Der Ausbau betrifft den Hauptsitz in Köln sowie Standorte in China, den USA,
Polen, der Türkei und Japan.