Schaeffler und Spire Global kooperieren

Schaeffler steigt tiefer in Raumfahrt ein

Schaefflers Aktivitäten im Bereich Raumfahrt werden konkreter: Gemeinsam mit Spire Global will der Konzern Subsysteme und Satellitenplattformen für Europa entwickeln.

Schaeffler und Spire Global kooperieren beim Aufbau einer eigenständigen europäischen Raumfahrtinfrastruktur.
Schaeffler und Spire Global kooperieren beim Aufbau einer eigenständigen europäischen Raumfahrtinfrastruktur.

Summary: Schaeffler und Spire Global haben am 27. Mai 2026 eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit in der Raumfahrt unterzeichnet. Ziel ist der Aufbau eines eigenständigen europäischen Geschäftsfelds für Hardware und Missionen im Raumfahrtbereich. Die Kooperation soll Lieferketten sichern, Satelliten-Subsysteme skalieren und europäische Missionen in Verteidigung, Wetter, ziviler Sicherheit und kritischer Infrastruktur unterstützen.

Schaeffler und Spire Global wollen gemeinsam den Aufbau einer eigenständigen europäischen Raumfahrtinfrastruktur vorantreiben. Wie die Unternehmen mitteilen, haben Schaeffler und Spire Global eine Absichtserklärung, ein Memorandum of Understanding, unterzeichnet.

Im Fokus der strategischen Zusammenarbeit stehen Subsysteme für Raumfahrthardware, Satellitenplattformen sowie fortschrittliche Hochfrequenz- und Umweltsensorik. Die Kooperation soll einen neuen europäischen Standard für die Raumfahrtindustrie etablieren. Zunächst konzentriert sie sich auf die Entwicklung von Subsystemen für Satelliten und Satellitenplattformen.

Schaeffler bringt nach eigenen Angaben Präzisionstechnik- und Fertigungs-Know-how in die Partnerschaft ein. Spire steuert Expertise bei Satellitenplattformen sowie Erfahrungen im Luft- und Raumfahrtbereich bei.

Eigenständiges europäisches Geschäftsfeld geplant

Bis zum Ende dieses Jahrzehnts wollen die Unternehmen ein eigenständiges europäisches Geschäftsfeld für Hardware und Missionen im Raumfahrtbereich aufbauen. Dieses soll in Deutschland industrialisiert, im Orbit erprobt und in großem Maßstab einsetzbar sein.

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Als Anwendungsfelder nennen die Unternehmen Missionen in den Bereichen Verteidigung, Wetter, zivile Sicherheit und kritische Infrastruktur. Damit zielt die Kooperation nicht nur auf Technologieentwicklung, sondern auch auf die industrielle Skalierung europäischer Raumfahrtkapazitäten.

Schaeffler hat die Bereiche Raumfahrt und Verteidigung im Rahmen seiner „Strategic Ambition 2035“ als strategische Wachstumsfelder definiert. Das Unternehmen verweist dabei auf jahrzehntelange Erfahrung im Automobil- und Industriebereich, Fertigungsexzellenz sowie etablierte Beziehungen zu europäischen Kunden der Rüstungsindustrie und staatlichen Auftraggebern.

Wie Schaeffler Raumfahrt-Subsysteme skalieren will

Die Zusammenarbeit soll sich zunächst auf die Sicherung und Skalierung von Lieferketten für kritische Subsysteme von Satelliten konzentrieren. Parallel dazu wollen die Unternehmen Wege zur Industrialisierung von Satellitenbus für eigenständige Konstellationsprogramme prüfen.

Dabei soll Schaeffler die Skalierung der Präzisionsfertigung federführend vorantreiben. Spire bringt Plattformarchitektur, Bordsoftware und operatives Know-how ein. Der Ansatz folgt einer industriellen Logik: Präzisionsfertigung, Raumfahrtkompetenz und Missionsbetrieb sollen enger miteinander verzahnt werden.

Spire hat seit 2013 mehr als 240 Satelliten im Rahmen von über 40 Raketenstarts entwickelt, gebaut und ins All gebracht. Derzeit verfügt das Unternehmen über Kapazitäten zur Fertigung von 300 bis 400 Satelliten pro Jahr an Standorten in den Vereinigten Staaten und Europa. Diese Fertigungskapazitäten auf zwei Kontinenten bezeichnet Spire als wichtiges Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen kommerziellen Anbietern für Satellitendaten, -analysen und -aufklärung.

Warum Spire auf eine europäische Industriebasis setzt

„Mit Schaeffler verbindet uns eine langfristige Vision für eine eigenständige europäische Raumfahrtindustrie, die in Europa selbst entwickelt, aufgebaut und betrieben wird“, sagte Theresa Condor, CEO von Spire Global. „Dies ist ein bedeutender Schritt hin zu einem Weg für kritische Dual-Use-Missionen und einer eigenständigeren, verlässlichen europäischen Industriebasis, mit der sich Geschwindigkeit und Größenordnung erreichen lassen, die moderne Missionen in der Raumfahrt erfordern.“

Die Zusammenarbeit soll zugleich das Engagement von Spire in Deutschland festigen. Im Mai 2025 eröffnete Spire eine Produktionsstätte für Satelliten in München. Auf dieser Grundlage baut das Unternehmen durch die Kooperation mit Schaeffler seine europäische Produktionspräsenz aus.

Zudem erhält Spire über die Zusammenarbeit Zugang zu nationalen Rüstungskunden und staatlichen Auftraggebern auf dem gesamten Kontinent. Für die europäische Raumfahrtindustrie entsteht damit ein Ansatz, der Satellitenhardware, Plattformkompetenz und industrielle Fertigung näher zusammenführt.

Was Schaeffler in die Raumfahrt einbringen will

„Als Motion Technology Company ist Schaeffler ideal positioniert, um in den New-Space-Bereich einzusteigen. Wir erkennen eine starke industrielle Logik im Kern dieser Kooperation. Mit unserer langjährigen Erfahrung in der Präzisionsfertigung, in Motor- und Lagertechnologien sowie unseren Kompetenzen in der Leistungselektronik bietet Schaeffler der wachsenden europäischen Satellitenindustrie genau das, was sie an weltraumtauglicher Hardware im industriellen Maßstab benötigt“, sagte Klaus Rosenfeld, CEO von Schaeffler. „Dank unserer industriellen Kompetenzen kann Schaeffler mit Spire als Partner für Raumfahrt-Know-how und als Mission-Enabler einen vergleichbaren Kurs auf dem europäischen Markt einschlagen.“

Die Kooperation soll den Einstieg von Schaeffler in den Raumfahrtsektor beschleunigen. Gleichzeitig stärkt Spire seine Präsenz in Deutschland und Europa. Für beide Unternehmen steht der Aufbau industriell skalierbarer Raumfahrthardware im Zentrum der Vereinbarung.

Mit Material von Schaeffler und Spire.

FAQ zu Schaeffler Raumfahrt

Was umfasst Schaeffler Raumfahrt in der Kooperation mit Spire? – Schaeffler und Spire wollen Subsysteme für Raumfahrthardware, Satellitenplattformen sowie Hochfrequenz- und Umweltsensorik entwickeln.

Warum ist Schaeffler Raumfahrt strategisch wichtig? – Schaeffler hat Raumfahrt und Verteidigung im Rahmen seiner „Strategic Ambition 2035“ als strategische Wachstumsfelder definiert.

Welche Rolle spielt Spire bei Schaeffler Raumfahrt? – Spire bringt Expertise bei Satellitenplattformen, Bordsoftware, operatives Know-how und Erfahrung aus mehr als 240 Satelliten ein.

Wo soll Schaeffler Raumfahrt industrialisiert werden? – Das geplante europäische Geschäftsfeld soll in Deutschland industrialisiert und im Orbit erprobt werden.

Welche Anwendungen adressiert Schaeffler Raumfahrt? – Genannt werden Missionen in Verteidigung, Wetter, ziviler Sicherheit und kritischer Infrastruktur.