KI in der Produktion wird bei Wilo nicht als Einzeltechnologie verstanden. CTO Georg Weber erklärt, warum lernende Fabriken Vernetzung, Standards und Kultur brauchen.
Georg Weber: „Der entscheidende Schritt ist die Industrialisierung von KI: von Use-Case-getriebenen Experimenten hin zu standardisierten, reproduzierbaren und in die Prozesse integrierten Anwendungen.“Wilo
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Summary:
Georg Weber, CTO der Wilo SE, spricht vor dem Maschinenbau-Gipfel-Salon am 17.6.2026 in Erlangen über den Weg zur vernetzten, lernenden Fabrik. Entscheidend sind für ihn Technologie und Kultur gleichermaßen, ergänzt durch Standardisierung, Integration und Governance. KI soll so vom Einzelprojekt zum skalierbaren Produktionsstandard entlang der Wertschöpfung werden.
Produktion:
Was war für Wilo der entscheidende Hebel auf dem Weg zum Connected Champion:
Technologie oder Kultur?
Georg Weber: Damit die Möglichkeiten von
innovativen Fertigungstechnologien umfänglich genutzt werden, braucht es das
gemeinsame kulturelle Verständnis, dass Automatisierung, Digitalisierung und KI
nicht Feinde, sondern Freunde der an Produktionsprozessen beteiligten Menschen
sind. Andererseits entwickelt sich aber auch die Unternehmenskultur mit den
technologischen Möglichkeiten weiter. Die Antwort lautet also: Es braucht beides,
und zwar gleichermaßen.
Produktion:
Was unterscheidet eine digitalisierte Fabrik von einer wirklich vernetzten,
lernenden Fabrik?
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Georg Weber: Digitalisierung allein
schafft Transparenz – sie schafft aber noch keinen Wettbewerbsvorteil. Erst die
durchgängige Vernetzung und die Fähigkeit zur datengetriebenen
Selbstoptimierung transformieren eine Fabrik in ein adaptives, leistungsfähiges
System. Während digitalisierte Fabriken primär sichtbar machen, was passiert,
erlauben vernetzte und lernende Fabriken, Ursachen zu verstehen und Prozesse
autonom zu verbessern. Der strategische Hebel liegt daher nicht in der
Digitalisierung einzelner Assets oder Prozesse, sondern in der Integration der
gesamten Wertschöpfung und der Nutzung von Daten zur kontinuierlichen,
selbstgesteuerten Optimierung.
Wie werden KI-Anwendungen wie AOI-Optimierung oder Wärmebildprüfung vom
Einzelprojekt zum skalierbaren Produktionsstandard?
Georg Weber: Einzelanwendungen wie
AOI-Optimierung oder Wärmebildprüfung liefern punktuelle Effizienzgewinne –
ohne Standardisierung, Integration und Governance bleiben sie jedoch
Insellösungen ohne nachhaltigen Impact. Der entscheidende Schritt ist die
Industrialisierung von KI: von Use-Case-getriebenen Experimenten hin zu
standardisierten, reproduzierbaren und in die Prozesse integrierten
Anwendungen. Erst wenn KI-Lösungen systematisch in Produktionsprozesse,
IT/OT-Architekturen und Entscheidungslogiken eingebettet sind, entsteht ein
skalierbarer Leistungshebel entlang der gesamten Wertschöpfung.
KI in der Produktion bei Wilo
• Warum ist KI in der Produktion bei Wilo auch eine Kulturfrage? – Weil Automatisierung, Digitalisierung und KI von den Menschen in Produktionsprozessen als unterstützende Werkzeuge verstanden werden müssen.
• Was unterscheidet KI in der Produktion von reiner Digitalisierung? – Digitalisierung schafft Transparenz. Erst Vernetzung und datengetriebene Selbstoptimierung machen daraus ein adaptives, lernendes Produktionssystem.
• Wie wird KI in der Produktion bei Wilo skalierbar? – Durch Standardisierung, Integration und Governance sowie die systematische Einbettung in Produktionsprozesse, IT/OT-Architekturen und Entscheidungslogiken.
• Welche KI-Anwendungen in der Produktion nennt Wilo? – Genannt werden AOI-Optimierung und Wärmebildprüfung als Beispiele für Anwendungen, die über Einzelprojekte hinaus industrialisiert werden müssen.
• Warum ist KI in der Produktion für den Maschinenbau relevant? – Weil skalierbare KI-Anwendungen helfen können, Effizienzgewinne entlang der gesamten Wertschöpfung nutzbar zu machen.