Die wirtschaftliche Unsicherheit erreicht für viele Unternehmen in Deutschland ein bislang unbekanntes Niveau. Das zeigt eine aktuelle internationale Umfrage von CRIF.
Die wirtschaftliche Unsicherheit nimmt für viele Unternehmen zu. Steigende Kosten, geopolitische Spannungen, Konjunktursorgen und technologische Umbrüche erschweren langfristige Planungen und strategische Entscheidungen.Symbolbild - KI-generiert
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Summary: CRIF hat zwischen März und April 2026 500 Unternehmensentscheider in Europa befragt. In Deutschland berichten viele Unternehmen von außergewöhnlicher wirtschaftlicher Unsicherheit, erschwerter Planbarkeit und steigenden Kosten. Gleichzeitig gewinnt Künstliche Intelligenz als Instrument zur Effizienzsteigerung und Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit an Bedeutung.
Warum wächst die wirtschaftliche Unsicherheit?
Für viele Unternehmen hat die wirtschaftliche Unsicherheit ein außergewöhnliches Ausmaß erreicht. Nach einer aktuellen Umfrage von CRIF sorgen sich 87 % der deutschen Unternehmen um ihre finanzielle Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten. Damit liegt Deutschland vor allen anderen untersuchten Ländern.
61 % der Befragten geben zudem an, aktuell die unsicherste Phase ihrer bisherigen Laufbahn als Unternehmer oder Manager zu erleben. Dieser Wert liegt über dem internationalen Durchschnitt von 57 %.
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„Die Ergebnisse unserer Studie verdeutlichen die besondere Situation, in der sich viele Unternehmen derzeit befinden. Die Kombination aus wirtschaftlicher Unsicherheit, geopolitischen Konflikten, technologischen Umbrüchen und regulatorischen Veränderungen stellt zahlreiche Betriebe vor Herausforderungen, die sie in dieser Form bislang nicht erlebt haben. Gleichzeitig suchen Unternehmen aktiv nach Wegen, ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken und ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zunehmend zentrale Rolle“, sagt CRIF-Deutschland-Geschäftsführer Dr. Frank Schlein.
Welche Risiken beschäftigen Unternehmen besonders?
Steigende Kosten bleiben laut der Studie die größte finanzielle Herausforderung. 54 % der Unternehmen erwarten in den kommenden zwölf Monaten deutlich höhere Betriebskosten. Jedes vierte Unternehmen rechnet zudem mit sinkenden Gewinnen. Ebenfalls 25 % befürchten, bei KI-Anwendungen und technologischen Entwicklungen ins Hintertreffen zu geraten.
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Auch die finanzielle Stabilität bereitet Sorgen. 21 % sehen Risiken bei der Erfüllung laufender Zahlungsverpflichtungen, 20 % erwarten Probleme beim Cashflow. 18 % rechnen mit einer generellen Verschlechterung ihrer finanziellen Situation, während 17 % den Zugang zu Finanzierungen und Krediten als kritisch einschätzen.
Welche externen Faktoren belasten die Unternehmen?
Wie aus der Mitteilung hervorgeht, sehen viele Unternehmen die Ursachen der Unsicherheit vor allem außerhalb ihres direkten Einflussbereichs.
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48 % nennen Inflation und steigende Kosten als größten externen Risikofaktor. 39 % sorgen sich über eine Abschwächung der deutschen Wirtschaft, 36 % über eine schwächere Konjunktur in Europa.
Auch geopolitische Entwicklungen spielen eine wichtige Rolle. 33 % sehen Konflikte und Instabilität im Nahen Osten als Belastung für ihr Geschäft. 31 % erwarten negative Auswirkungen durch angespannte Beziehungen zwischen Europa und den USA, etwa durch Handelsbarrieren oder zusätzliche Zölle.
„Internationale politische Entwicklungen werden damit zunehmend als direkte wirtschaftliche Risiken wahrgenommen“, so Dr. Schlein.
Die fehlende Planbarkeit entwickelt sich für viele Unternehmen zum zentralen Problem. 70 % geben an, dass die aktuelle globale Situation langfristige Planungen erschwert. Zudem sehen 65 % Auswirkungen auf die Konsumnachfrage. 73 % erklären, dass hohe Kosten und Inflation die Unternehmensführung zunehmend erschweren, während 57 % geopolitische Spannungen als zusätzlichen Unsicherheitsfaktor nennen.
Viele Unternehmen haben bereits Maßnahmen eingeleitet. 46 % setzen Künstliche Intelligenz gezielt zur Kostensenkung ein. Damit nimmt Deutschland im internationalen Vergleich eine Spitzenposition ein.
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Darüber hinaus haben 32 % ihre Wachstumspläne angepasst. Ebenfalls 32 % haben Neueinstellungen verschoben oder pausiert. 30 % richten ihren Fokus stärker auf Kosteneffizienz, während 24 % Investitions- oder Expansionspläne angepasst beziehungsweise verschoben haben.
Welche Rolle spielt KI künftig?
Künstliche Intelligenz entwickelt sich laut der Studie zunehmend zu einem strategischen Erfolgsfaktor. 57 % der Unternehmen nutzen oder planen KI, um administrative Prozesse effizienter zu gestalten. 55 % setzen auf die Automatisierung operativer Abläufe. 53 % sehen KI als wichtigen Beitrag zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. 45 % erwarten Verbesserungen beim Kundenerlebnis.
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Mit der stärkeren Nutzung wächst zugleich der Wunsch nach klaren Rahmenbedingungen. 77 % der Unternehmen sind der Auffassung, dass KI-basierte Entscheidungen weiterhin von Menschen überprüft werden sollten. 47 % erwarten schnellere Finanzentscheidungen und individuellere Angebote durch KI. Gleichzeitig äußern 48 % Bedenken wegen möglicher Fehlentscheidungen, 44 % sehen Betrugsrisiken und lediglich 43 % halten die zuständigen Regulierungsbehörden für ausreichend auf die Überwachung von KI im Finanzsektor vorbereitet.
Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen bleibt das Vertrauen in das europäische Finanzsystem bestehen. 52 % der Unternehmen sind der Ansicht, dass Europas Finanzsystem Unternehmen auch in globalen Krisenzeiten unterstützen kann. Gleichzeitig sorgen sich 55 % um die finanzielle Widerstandsfähigkeit einzelner Banken und Finanzdienstleister.
24 % der Unternehmen halten es für möglich, dass ihr Unternehmen die kommenden zehn Jahre nicht überstehen wird. Mehr als die Hälfte der Befragten teilt diese Einschätzung jedoch nicht.
Für die Studie befragte Opinium zwischen dem 20. März und dem 7. April 2026 insgesamt 500 Unternehmensentscheider in Deutschland, Irland, Italien, Polen und dem Vereinigten Königreich, wie CRIF mitteilt.
• Warum ist die wirtschaftliche Unsicherheit für Unternehmen so hoch? – Laut der CRIF-Studie treffen steigende Kosten, Inflation, geopolitische Konflikte sowie technologische und regulatorische Veränderungen gleichzeitig auf die Unternehmen.
• Welche Folgen hat die wirtschaftliche Unsicherheit? – Viele Unternehmen sehen langfristige Planungen erschwert, passen Investitions- und Wachstumspläne an und konzentrieren sich stärker auf Kosteneffizienz.
• Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz bei wirtschaftlicher Unsicherheit? – Viele Unternehmen nutzen KI zur Effizienzsteigerung, Automatisierung und Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit.
• Welche externen Risiken verstärken die wirtschaftliche Unsicherheit? – Vor allem Inflation, eine schwächere Konjunktur sowie geopolitische Spannungen werden als zentrale Belastungsfaktoren genannt.
• Wie wurde die Studie zur wirtschaftlichen Unsicherheit durchgeführt? – Opinium befragte zwischen dem 20. März und dem 7. April 2026 insgesamt 500 Unternehmensentscheider in Deutschland, Irland, Italien, Polen und dem Vereinigten Königreich.