Stellenabbau bei Porsche: Warum nochmal 5.000 Jobs wegfallen
Der Stellenabbau bei Porsche ist ein Kernpunkt eines neuen Zukunftspakets. Bis 2035 sollen weitere 5.000 Stellen wegfallen. Zugleich verlängert der Hersteller die Standortsicherung und plant Investitionen von 2,1 Mrd. EUR.
Bei Porsche steht im Zuge des Zukunftspaktes ein weiterer massiver Stellenabbau an.Markus Mainka - stock.adobe.com
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Summary: Vorstand und Gesamtbetriebsrat der Porsche AG haben in Stuttgart ein Zukunftspaket für die Standorte Zuffenhausen und Weissach vereinbart. Bis 2035 sollen vor allem durch Fluktuation, demografische Effekte, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge weitere 5.000 Stellen sozialverträglich abgebaut werden. Im Gegenzug verlängert Porsche die Standortsicherung, schließt betriebsbedingte Kündigungen aus und investiert kumuliert 2,1 Mrd. EUR.
Warum baut Porsche weitere 5.000 Stellen ab?
Der Stellenabbau bei Porsche ist Teil eines umfassenden Zukunftspakets, das Vorstand und Gesamtbetriebsrat des Sportwagenherstellers ausgehandelt haben. An den Verhandlungen waren auch die IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall beteiligt. Das gemeinsame Ziel besteht darin, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken und langfristig möglichst viele Arbeitsplätze abzusichern.
Bis 2035 sollen weitere 5.000 Stellen sozialverträglich entfallen. Der Abbau erfolgt nach Angaben des Unternehmens vor allem über natürliche Fluktuation, demografische Effekte, eine Erweiterung des Sonderprogramms zur Altersteilzeit sowie freiwillige Aufhebungsverträge.
Das Zukunftspaket soll die Personalkosten deutlich senken und zugleich die Arbeit an den Standorten flexibler und produktiver gestalten. Es bildet nach Angaben von Porsche eine wesentliche Grundlage für die strategische Neuausrichtung im Rahmen der „Sportwagenschmiede 35“. Die Strategie soll im Oktober bei einem Capital Markets Day im Detail vorgestellt werden.
„Das Zukunftspaket ist gut für Porsche. Es gibt uns die Möglichkeit, unser Unternehmen strategisch neu auszurichten und in unsere Wettbewerbsfähigkeit zu investieren“, sagt Dr. Michael Leiters, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG. „Mit dem Zukunftspaket legen wir das Fundament unserer Strategie Sportwagenschmiede 35. Jetzt gilt es gemeinsam zu liefern. Denn klar ist: Nur wenn wir unsere Ziele erreichen und wirtschaftlich erfolgreich sind, können wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch die nötige Sicherheit geben.“
Standortsicherung und Investitionen bis 2035
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Parallel zum Stellenabbau verlängert Porsche die bestehende Standortsicherung um fünf Jahre bis Ende 2035. Betriebsbedingte Kündigungen sind damit in diesem Zeitraum ausgeschlossen. Zudem verpflichtet sich das Unternehmen, kumuliert 2,1 Mrd. EUR in die Zukunftsfähigkeit der Standorte Zuffenhausen und Weissach zu investieren.
Mit den Investitionen soll unter anderem gewährleistet werden, dass die zweitürigen Sportwagen auch langfristig in Zuffenhausen produziert werden. Darüber hinaus soll das Volumen des Sonderwunschprogramms ausgebaut werden. In Weissach sollen die Entwicklungsumfänge für sämtliche Modellreihen gebündelt bleiben.
Für Ibrahim Aslan, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Porsche AG, hat die Vereinbarung deshalb eine weitreichende Bedeutung: „Keiner hätte es uns im Vorfeld zugetraut, dass wir ein Zukunftspaket bis Ende 2035 abschließen. Insbesondere wenn man sich unser aktuelles Umfeld anschaut. Wir konnten die Arbeitgeberseite überzeugen, dass eine Investition in das Unternehmen Porsche an den Standorten Zuffenhausen und Weissach eine Chance ist und damit auch für weitere fünf Jahre maßgeblich Beschäftigung sichern. Dass dafür Kompromisse geschlossen werden mussten, ist Teil von Verhandlungen. Wir schauen nun wieder nach vorne – für die Stammbelegschaft und die Marke Porsche.“
Wie soll der Stellenabbau sozialverträglich gelingen?
Der Abbau der weiteren 5.000 Stellen soll ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. Einen wesentlichen Beitrag sollen frei werdende Stellen leisten, die nicht erneut besetzt werden. Hinzu kommen demografische Effekte sowie zusätzliche Möglichkeiten für Beschäftigte, über Altersteilzeit oder freiwillige Aufhebungsverträge aus dem Unternehmen auszuscheiden.
Mit diesem Vorgehen verbindet Porsche den geplanten Personalabbau mit der verlängerten Standortsicherung. Während die Beschäftigtenzahl sinken soll, bleiben die deutschen Standorte durch die Investitionszusagen und den Kündigungsschutz langfristig abgesichert.
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Aus Sicht des Gesamtbetriebsrats war es entscheidend, die Belastungen auf unterschiedliche Beschäftigtengruppen zu verteilen. Aslan betont: „Das Paket ist hart erkämpft. Jetzt müssen wir es gemeinsam mit dem Vorstand umsetzen. Mit der Transformationsprämie erhalten unsere Kolleginnen und Kollegen die Anerkennung, die sie verdient haben.“
Mehr Flexibilität in Produktion und Verwaltung
Neben dem Stellenabbau enthält das Zukunftspaket mehrere Maßnahmen, mit denen die Arbeitsorganisation flexibler werden soll. Mobiles Arbeiten ist künftig nur noch an maximal acht statt bisher zwölf Tagen im Monat möglich.
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Weitere Anpassungen betreffen die Rahmenbedingungen für Erholzeitpausen sowie die Taktzeiten in Produktionsbereichen. Diese Veränderungen sollen gemeinsam mit dem Personalabbau und den finanziellen Einschnitten dazu beitragen, die Produktivität an den Standorten erheblich zu steigern.
Damit umfasst die Vereinbarung nicht nur eine Reduzierung der Beschäftigtenzahl. Sie greift auch in Arbeitsmodelle, Produktionsabläufe und Vergütungsbestandteile ein. Das Maßnahmenpaket soll nach Angaben des Herstellers die Investitionen in Zuffenhausen und Weissach mitfinanzieren.
Welche finanziellen Einschnitte sind vorgesehen?
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Im Managementkreis und bei Beschäftigten, die unter den Porsche-spezifischen Entgeltrahmen fallen, werden Teile der aktuellen und künftiger Tariferhöhungen vorübergehend einbehalten. Insgesamt beläuft sich dieser Beitrag bis 2035 auf 3,5 %.
Auch das obere und das Top-Management werden einbezogen. Diese Beschäftigtengruppen verzichten in den Jahren 2027 und 2028 auf einen wertgleichen Beitrag bei der Erhöhung ihrer Grundvergütung.
Deutliche Veränderungen gibt es zudem bei den Einmalzahlungen. Beim Weihnachtsgeld sinkt der freiwillige betriebliche Anteil bis 2035 von 45 auf 5 %. Dadurch reduziert sich das Weihnachtsgeld von bis zu 100 auf 60 % eines Monatsentgelts. Die freiwillige Sonderzahlung soll sich künftig noch stärker am Unternehmenserfolg und an der Ertragskraft orientieren.
Die Vereinbarung verbindet den geplanten Stellenabbau damit mit dauerhaften und zeitlich begrenzten Einschnitten bei Vergütung und Arbeitsbedingungen. Im Gegenzug sollen die Investitionen und die Standortsicherung eine langfristige Perspektive für die verbleibende Stammbelegschaft schaffen.
Für Beschäftigte mit einer Mitgliedschaft in der IG Metall führt Porsche einen neuen Mitgliederbonus ein. Dieser umfasst einen zusätzlichen freien Tag pro Mitglied und Jahr sowie einen Wertgutschein in Höhe von jährlich 200 EUR.
Darüber hinaus erhalten die Tarifbeschäftigten im August 2026 eine einmalige Transformationsprämie von 1.500 EUR. Für Mitglieder der IG Metall erhöht sich diese Zahlung einmalig um 411 EUR auf insgesamt 1.911 EUR.
Tamara Hübner, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Stuttgart, erklärt: „Das Zukunftspaket zeigt, dass Transformation mit starken Betriebsräten und einer gewerkschaftlich gut organisierten Belegschaft aktiv im Sinne der Beschäftigten gestaltet werden kann. Durch den neuen Mitgliederbonus wird das für Mitglieder der IG Metall konkret spürbar. Die Verlängerung der Standortsicherung bis 2035 und die Investitionen sind ein wichtiges Signal für die gesamte Belegschaft und für den Industriestandort Baden-Württemberg. Die Beschäftigten leisten dazu ihren Beitrag und das muss sich auszahlen: Jetzt steht das Unternehmen in der Verantwortung, die zugesagten Investitionen umzusetzen und Porsche wieder auf einen erfolgreichen Kurs zu führen.“
• Wie viele Stellen umfasst der Stellenabbau bei Porsche? – Bis 2035 sollen weitere 5.000 Stellen sozialverträglich abgebaut werden.
• Wie läuft der Stellenabbau bei Porsche ab? – Vorgesehen sind vor allem natürliche Fluktuation, demografische Effekte, erweiterte Altersteilzeit und freiwillige Aufhebungsverträge.
• Gibt es beim Stellenabbau bei Porsche betriebsbedingte Kündigungen? – Die Standortsicherung schließt betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2035 aus.
• Welche Investitionen begleiten den Stellenabbau bei Porsche? – Porsche will kumuliert 2,1 Mrd. EUR in die Standorte Zuffenhausen und Weissach investieren.
• Welche Einschnitte gehören zum Stellenabbau bei Porsche? – Das Paket umfasst unter anderem geringere Sonderzahlungen, einbehaltene Tariferhöhungen und weniger Tage für mobiles Arbeiten.