Die Prämie für die Mitarbeiter fällt bei Porsche für das Geschäftsjahr 2025 aus. Nach Jahren hoher Sonderzahlungen erreicht die Krise des Sportwagenbauers nun auch die Belegschaft.
Der lange Zeit geschmeidig laufende Gewinn-Motor bei Porsche hat eine Panne. Jetzt müssen die Mitarbeiter auf ihre Prämie verzichten.Symbolbild - KI-generiert
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Porsche streicht für das Geschäftsjahr 2025 die freiwillige Sonderzahlung für die Beschäftigten an deutschen Standorten. Grund ist die wirtschaftliche Lage des Unternehmens nach einem massiven Gewinneinbruch. Betroffen sind mehr als 27.000 fest angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auuch das Management bleibt ohne Jahresbonus.
Warum fällt die Porsche-Prämie 2025 aus?
Die Krise bei Porsche hat konkrete Folgen für die Beschäftigten des Sport- und Geländewagenbauers. Erstmals seit Jahren erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine freiwillige Sonderzahlung für das Geschäftsjahr 2025.
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"Aufgrund der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens wird es für das Geschäftsjahr 2025 keine freiwillige Sonderzahlung geben", teilte ein Sprecher des MDax-Konzerns auf Anfrage in Stuttgart mit. Die Belegschaft sei darüber bereits informiert worden.
Betroffen sind die fest angestellten Beschäftigten der Porsche AG und ihrer Tochtergesellschaften an deutschen Standorten. Dazu zählen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Porsche-Werks in Leipzig. Insgesamt geht es derzeit um mehr als 27.000 Menschen.
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Gemini - KI-generiert
Porsche-Prämie war jahrelang ein starkes Signal
Porsche galt über viele Jahre als einer der Autohersteller mit besonders hohen Sonderzahlungen an die Belegschaft. Das Prämiensystem der Zuffenhausener besteht seit 1997.
Für das Geschäftsjahr 2023 hatten sich Unternehmensführung und Betriebsrat noch auf eine Prämie von bis zu 9.690 EUR geeinigt. Ein Jahr später lag sie bei bis zu 5.250 EUR. Ob die freiwillige Sonderzahlung seit Einführung des Systems bereits einmal gestrichen wurde, war zunächst nicht bekannt. Sicher ist nach Angaben aus der Meldung: Seit mindestens 2007 zahlte Porsche in jedem Geschäftsjahr eine Mitarbeiterprämie aus.
Der jetzige Wegfall markiert damit einen deutlichen Einschnitt. Er steht zugleich für den zunehmenden Druck, unter dem auch margenstarke Hersteller in der deutschen Automobilindustrie stehen.
Die Krise in der Autobranche hat 2025 alle deutschen Hersteller erreicht, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Porsche geht mit der Streichung der Prämie jedoch weiter als andere Hersteller.
Bei Mercedes-Benz sollen anspruchsberechtigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter früheren Angaben zufolge voraussichtlich bis zu 3.139 EUR erhalten. Tarifbeschäftigte bei Volkswagen bekommen entgegen einer früheren Absage nun doch eine Prämie von 1.250 EUR. Auch Audi und BMW beteiligen Berichten zufolge ihre Beschäftigten.
Damit fällt Porsche in diesem Jahr besonders auf: Während andere Hersteller reduzierte Boni auszahlen, entfällt die Sonderzahlung bei dem Sportwagenbauer vollständig.
Der Hintergrund ist ein massiver Rückgang der Ertragskraft. Mitte März hatte Porsche einen deutlichen Gewinneinbruch gemeldet. Der Konzernüberschuss sank im Vergleich zum Vorjahr um 91,4 % auf 310 Millionen EUR. Im Jahr 2024 hatte der Wert noch bei fast 3,6 Milliarden EUR gelegen.
Auch der Umsatz ging zurück. Er sank um fast ein Zehntel auf rund 36,3 Milliarden EUR. Als Gründe nennt die Meldung mehrere Belastungsfaktoren: schwächere Geschäfte in China, hohe Kosten durch die US-Zollpolitik und eine geringere Nachfrage nach Elektro-Modellen als erwartet.
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Warum änderte Porsche seine Strategie?
Vor seinem Abgang krempelte Ex-Vorstandschef Oliver Blume die Strategie des Unternehmens um. Mehr Verbrenner im Angebot sollen Porsche wieder zusätzlichen Schub geben. Dieser Kurswechsel verursachte Kosten von rund 2,4 Milliarden EUR.
Die Folgen reichen nun tief in die Organisation. Porsche muss die Kosten deutlich senken und Stellen abbauen. Ein weiteres Sparprogramm wird aktuell verhandelt, wie aus der Mitteilung hervorgeht.
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Damit steht nicht nur die Absatzentwicklung im Fokus, sondern auch die Frage, wie stark der Hersteller seine Strukturen an die veränderten Marktbedingungen anpassen muss.
Auch Porsche-Management ohne Jahresbonus
Die schwachen Jahreszahlen wirken sich nicht nur auf die Belegschaft aus. Auch die Porsche-Führung erhält keinen Jahresbonus. Zudem werde die Grundvergütung des Managements wie bereits im Vorjahr nicht erhöht, teilte der Sprecher weiter mit.
Die Aktionäre können dagegen voraussichtlich mit einer Dividende rechnen. Allerdings soll diese nach dem Willen des Vorstands deutlich sinken: von 2,31 EUR je Vorzugsaktie auf 1,01 EUR.
Der neue Porsche-Chef Michael Leiters rechnet für 2026 weiterhin mit "sehr herausfordernden Marktbedingungen". Von Januar bis März waren die Verkaufszahlen erneut gesunken. Das Unternehmen peilt bislang einen Umsatz von rund 35 bis 36 Milliarden EUR an.
Die Konzernumsatzrendite, also das Verhältnis zwischen operativem Gewinn und Umsatz, soll zwischen 5,5 und 7,5 % liegen. Im Jahr 2025 hatte sie 1,1 % betragen. Leiters hat zu Jahresbeginn die Nachfolge von Blume angetreten, der sich seitdem auf die Führung des VW-Konzerns konzentriert.
Mit Material der dpa
FAQ zur Porsche-Prämie
• Warum fällt die Porsche-Prämie 2025 aus? – Porsche verweist auf die wirtschaftliche Lage des Unternehmens und streicht die freiwillige Sonderzahlung für das Geschäftsjahr 2025.
• Wer ist von der gestrichenen Porsche-Prämie betroffen? – Betroffen sind mehr als 27.000 fest angestellte Beschäftigte der Porsche AG und ihrer Tochtergesellschaften an deutschen Standorten.
• Wie hoch war die Porsche-Prämie zuletzt? – Für 2023 lag sie bei bis zu 9.690 EUR, ein Jahr später bei bis zu 5.250 EUR.
• Erhält das Management trotz gestrichener Porsche-Prämie einen Bonus? – Nein, auch die Vorstandsmitglieder erhalten für das Geschäftsjahr keinen Jahresbonus.
• Welche wirtschaftlichen Gründe stehen hinter der Porsche-Prämie? – Genannt werden der starke Gewinneinbruch, schwächere China-Geschäfte, Kosten durch US-Zollpolitik und geringere Nachfrage nach Elektro-Modellen.