Heidelberg Advanced Technologies rückt in den Fokus der Transformation: Der Druckmaschinenbauer baut neue Märkte auf und hält zugleich sein Kerngeschäft stabil.
Die Heidelberger Druckmaschinen AG hat im Geschäftsjahr 2025/2026 in einem anspruchsvollen Umfeld das Jahr nach eigenen Angaben umfassend genutzt, um ihre Entwicklung zu einem breiter aufgestellten Technologieunternehmen deutlich zu beschleunigen.(Bild: Heidelberger Druckmaschinen)
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Summary: Heidelberg hat im Geschäftsjahr 2025/2026 seine Transformation zum Technologieunternehmen beschleunigt. Neue Geschäftsfelder werden über die HD Advanced Technologies GmbH gebündelt. Umsatz und Ergebnis nach Steuern stiegen, die bereinigte EBITDA-Marge lag jedoch unter Vorjahr.
Wie Heidelberg neue Geschäftsfelder erschließt
Die Heidelberger Druckmaschinen AG richtet sich breiter aus. Wie das Unternehmen mitteilt, nutzt Heidelberg seine Industrie- und Systemkompetenz, um zusätzliche Märkte in Defense, Sicherheit, Energie, Ladeinfrastruktur und industriellen Systemlösungen zu erschließen.
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Zentraler Baustein ist die HD Advanced Technologies GmbH. Dort bündelt Heidelberg entsprechende Aktivitäten. Der Dual-Use-Ansatz soll die strategische Diversifikation stärken und mittelfristig profitables Wachstum ermöglichen.
"Wir haben die strategische Weiterentwicklung von Heidelberg in den vergangenen Monaten deutlich beschleunigt und unser Profil als technologieorientiertes Hightech- Unternehmen weiter geschärft", sagt Jürgen Otto, Vorstandsvorsitzender der Heidelberger Druckmaschinen AG. "Wir zählen weltweit zur Spitze im komplexen, hochpräzisen Maschinenbau. Auf diese Kompetenzen und Kapazitäten bauen wir mit der HD Advanced Technologies und unserem Dual-Use-Fokus neben unserem Kerngeschäft in Print und Packaging zusätzliche, attraktive Geschäftsfelder auf. Mit unserem breiten technologischen Zugang etablieren wir erfolgreich Partnerschaften in attraktiven Wachstumsbereichen. Auch bei Service und Software. Unser Ziel ist klar: Heidelberg als leistungsstarkes Hightech-Unternehmen mit nachhaltig steigender Ertragskraft zu positionieren."
Ein sichtbares Beispiel für den Ausbau neuer Geschäftsfelder ist Onberg. Das Joint Venture mit Ondas arbeitet an autonomen Verteidigungs- und Sicherheitssystemen zur Drohnenabwehr.
Am Standort Brandenburg sollen solche Systeme künftig vertrieben und später industrialisiert sowie in Serienfertigung überführt werden. Auf der ILA in Berlin ist zudem eine neue Absichtserklärung von Onberg mit einem ukrainischen Unternehmen im Drohnenumfeld vorgesehen.
Trotz neuer Märkte bleibt das Kerngeschäft zentral. Heidelberg baut das Digitaldruckangebot aus und treibt den Hochlauf von Digital Print im Inkjet-Markt voran. Im Verpackungsdruck will sich das Unternehmen stärker als Systemintegrator positionieren.
Dazu erweitert Heidelberg seine Lösungen entlang der Wertschöpfungskette der Verpackungsproduktion. Die Partnerschaft mit dem chinesischen Produzenten Masterwork im Bereich Postpress Packaging wurde substanziell vertieft. Ergänzend stärkt Heidelberg das Portfolio durch gezielte M&A-Maßnahmen, darunter die Übernahme der Markenrechte von Polar.
"Der Verpackungsmarkt ist ein wichtiger Wachstumsmotor für Heidelberg, da er von globalen Trends wie dem Bevölkerungswachstum, der Urbanisierung und der Notwendigkeit nachhaltigen Wirtschaftens angetrieben wird. Wir erweitern systematisch unsere Lösungen auf den gesamten Herstellungsprozess in der Verpackungsproduktion: von der Substratauswahl über den Druck, die Weiterverarbeitung und die Logistik bis hin zur digitalen Integration", sagt Dr. David Schmedding, Vorstand Technologie und Vertrieb bei Heidelberg.
Wie Heidelberg die Effizienz steigern will
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Parallel zur strategischen Neuausrichtung arbeitet Heidelberg an der Kostenbasis. Dazu zählen die vollständige Verlagerung der Produktion der Speedmaster CX 104 nach China sowie ein neuer Standort in Nordmazedonien zur Senkung von Herstellkosten einzelner Produktgruppen.
Auch der Zukunftsplan für deutsche Standorte liegt nach Angaben des Unternehmens über Plan. Er soll zur Anpassung der Personalkostenstruktur und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen.
Im Geschäftsjahr 2025/2026 erzielte Heidelberg einen Umsatz von 2.293 Mio. EUR nach 2.280 Mio. EUR im Vorjahr. Währungsbereinigt lag der Umsatz bei rund 2.362 Mio. EUR. Zuwächse gab es in den Regionen EMEA und Americas.
Der Auftragseingang erreichte im vierten Quartal mit 619 Mio. EUR den höchsten Wert des Berichtsjahres. Über das Gesamtjahr sank er jedoch auf 2.246 Mio. EUR nach 2.433 Mio. EUR im Vorjahr. Belastend wirkten geopolitische Spannungen und negative Währungseffekte von rund 71 Mio. EUR.
Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 6,6 % und damit unter dem Vorjahreswert von 7,1 %. Gründe waren unter anderem Investitionen in neue Aktivitäten außerhalb des Kerngeschäfts, Belastungen durch Lieferengpässe, Auftragsverzögerungen, Energiepreise, Zölle und Währungseffekte.
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Positiv entwickelten sich das EBITDA vor Sondereinflüssen und das Ergebnis nach Steuern. Das EBITDA stieg von 137 Mio. EUR auf 145 Mio. EUR. Das Ergebnis nach Steuern verdreifachte sich von 5 Mio. EUR auf 15 Mio. EUR.
Für das Geschäftsjahr 2026/2027 rechnet Heidelberg mit einem stabilen Konzernumsatz auf Vorjahresniveau. Gleichzeitig erwartet das Unternehmen eine spürbare Verbesserung der bereinigten EBITDA-Marge.
Die Prognose steht unter der Annahme, dass sich Weltwirtschaft und Wechselkurse im erwarteten Rahmen entwickeln. Der Ausbau des Wachstumssegments Heidelberg Technology bleibt dabei ein zentraler Bestandteil der Transformation.
• Was ist Heidelberg Advanced Technologies? – Heidelberg Advanced Technologies ist das Wachstumssegment, über das Heidelberg neue technologieorientierte Geschäftsfelder ausbauen will.
• Welche Rolle spielt Heidelberg Advanced Technologies bei Dual-Use? – Heidelberg Advanced Technologies bündelt Aktivitäten in Bereichen wie Defense, Sicherheit, Energie, Ladeinfrastruktur und industriellen Systemlösungen.
• Warum ist Heidelberg Advanced Technologies für Drohnenabwehr relevant? – Über Onberg will Heidelberg Drohnenabwehrsysteme vertreiben und später industrialisieren.
• Wie entwickelte sich Heidelberg Advanced Technologies 2025/2026? – Das Segment konnte Auftragseingang und Umsatz gegenüber dem Vorjahr steigern, das EBITDA blieb jedoch negativ.
• Welche Bedeutung hat Heidelberg Advanced Technologies für 2026/2027? – Heidelberg will das Segment weiter ausbauen und erwartet eine bessere bereinigte EBITDA-Marge.