Der Volkswagen Gewinnrückgang setzt sich fort. Schwache Verkäufe in China und eine vorsichtigere Umsatzprognose prägen die Entwicklung des Automobilkonzerns.
Der Volkswagen-Konzern hat im zweiten Quartal einen erneuten Gewinnrückgang verbucht.nmann77 - stock.adobe.com
Anzeige
Summary: Volkswagen hat im zweiten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet und den Umsatzausblick für das Gesamtjahr gesenkt. Besonders das China-Geschäft belastet die Geschäftsentwicklung. Gleichzeitig hält der Konzern an umfangreichen Sparmaßnahmen fest, die auf Widerstand stoßen.
Warum ist der Volkswagen Gewinn eingebrochen?
Volkswagen hat im zweiten Quartal einen erneuten Gewinnrückgang verbucht. Das Konzernergebnis nach Steuern sank zwischen April und Juni um 32,9 % auf 1,54 Mrd. EUR, wie das Unternehmen mitteilt. Im Vorjahresquartal hatte Europas größter Autobauer noch 2,29 Mrd. EUR verdient.
Damit setzt sich die Entwicklung fort. Bereits im zweiten Quartal 2025 war der Gewinn im Jahresvergleich um 36 % zurückgegangen.
Neben den rückläufigen Gewinnen hat Volkswagen auch den Ausblick für das Gesamtjahr angepasst. Statt eines Umsatzwachstums von bis zu 3 % gegenüber dem Vorjahr erwartet Konzernchef Oliver Blume für 2026 im günstigsten Fall nur noch eine stabile Entwicklung. Möglich sei laut Mitteilung auch ein Umsatzrückgang von bis zu 3 %.
China belastet die Geschäftsentwicklung
Anzeige
Vor allem das Geschäft in China entwickelt sich schwächer. Die weltweiten Auslieferungen gingen konzernweit um fast 9 % auf 2,08 Mio. Fahrzeuge zurück, wie der Konzern bereits zuvor mitgeteilt hatte.
Besonders deutlich fiel der Rückgang auf dem chinesischen Markt aus. Dort sanken die Verkäufe um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge. Außerhalb Chinas entwickelte sich das Verkaufsgeschäft dagegen etwas positiver.
Bereits im Frühjahr hatte Oliver Blume erklärt: „Zölle, Kriege, geopolitische Spannungen und härter werdende Konkurrenz sorgten für Gegenwind.“
Als Reaktion auf die schwierige Entwicklung plant Volkswagen weitere Einsparungen. Nach Unternehmensangaben stehen bis zu 50.000 Stellen weltweit sowie vier Werke in Deutschland auf dem Prüfstand. Diese Pläne kommen zusätzlich zu dem bereits angekündigten Stellenabbau bis 2030.
Bereits beschlossen ist der Abbau von insgesamt 50.000 Arbeitsplätzen in Deutschland. Davon entfallen 35.000 Stellen auf die Kernmarke Volkswagen, weitere Arbeitsplätze sollen bei Tochterunternehmen wie Audi und Porsche wegfallen. Mehr als 37.000 Beschäftigte haben entsprechende Vereinbarungen bereits unterzeichnet.
Anzeige
Warum gibt es Widerstand gegen die Pläne?
Die zusätzlichen Sparmaßnahmen stoßen auf Widerstand. Gewerkschaft, Betriebsrat und auch das Land Niedersachsen, das 20 % der Volkswagen-Anteile hält und zwei Mitglieder im Aufsichtsrat stellt, lehnen die Pläne ab. Gemeinsam verfügen Arbeitnehmervertreter und Niedersachsen im Aufsichtsrat über die Mehrheit.
Berichten zufolge fanden die neuen Sparpläne in dem Gremium zunächst keine Zustimmung.
• Warum ist der Volkswagen Gewinnrückgang so deutlich? – Vor allem schwächere Verkäufe in China sowie ein schwieriges Marktumfeld mit geopolitischen Belastungen und zunehmender Konkurrenz wirken sich auf das Ergebnis aus.
• Wie hat Volkswagen die Umsatzprognose angepasst? – Statt eines Wachstums von bis zu 3 % erwartet der Konzern für 2026 im besten Fall einen stabilen Umsatz, im ungünstigsten Fall einen Rückgang um bis zu 3 %.
• Welche Rolle spielt China beim Volkswagen Gewinnrückgang? – Die Verkäufe in China gingen um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge zurück und belasten die Konzernentwicklung deutlich.
• Welche Sparmaßnahmen plant Volkswagen? – Nach Unternehmensangaben stehen bis zu 50.000 weitere Stellen weltweit und vier Werke in Deutschland auf dem Prüfstand.
• Wie reagieren Arbeitnehmer auf den Volkswagen Gewinnrückgang? – Gewerkschaft, Betriebsrat und das Land Niedersachsen leisten Widerstand gegen die zusätzlichen Sparpläne des Konzerns.