Drohnenabwehrsysteme: Joint Venture Onberg

Drohnenabwehrsysteme: Heidelberg und Ondas gründen Onberg

Drohnenabwehrsysteme werden zum strategischen Handlungsfeld. Heidelberg und Ondas gründen mit Onberg ein Joint Venture für Entwicklung, Produktion und Vertrieb in Europa.

HD Advanced Technologies, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Heidelberger Druckmaschinen AG, und Ondas Autonomous Systems (OAS), ein amerikanisch-israelischer Anbieter autonomer Verteidigungs- und Sicherheitssysteme, bündeln ihre Kompetenzen. Unter dem Namen Onberg Autonomous Systemsentsteht ein Joint Venture für autonome Drohnenabwehrsysteme.
HD Advanced Technologies, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Heidelberger Druckmaschinen AG, und Ondas Autonomous Systems (OAS), ein amerikanisch-israelischer Anbieter autonomer Verteidigungs- und Sicherheitssysteme, bündeln ihre Kompetenzen. Unter dem Namen Onberg Autonomous Systemsentsteht ein Joint Venture für autonome Drohnenabwehrsysteme.

Summary: Heidelberg bzw. HD Advanced Technologies und Ondas bzw. OAS bündeln ihre Kompetenzen im Joint Venture ONBERG. Ziel ist ein One-Stop-Shop für Drohnenabwehrsysteme in Europa. Der Standort Brandenburg an der Havel wird dafür zum Kompetenzzentrum ausgebaut.

Wirtschaftsstandort mit Zukunft: Drohnen-Hub an der Havel

Die Entscheidung für Brandenburg an der Havel als zentrales Kompetenzzentrum ist ein strukturpolitisches Signal. Heidelberg nutzt hier seine bestehende industrielle Infrastruktur, um die Region als High-Tech-Standort für autonome Sicherheitssysteme zu etablieren. Für das Land Brandenburg bedeutet dies:

- Arbeitsplatzsicherung & Aufbau: Spezialisierung von Fachkräften im Bereich Mechatronik und KI.
- Technologie-Transfer: Ansiedlung von F&E-Kapazitäten (Forschung und Entwicklung) im Bereich Defence-Tech.
- Souveränität: Brandenburg wird zum Herzstück der deutschen Produktion für souveräne Verteidigungstechnologie

Was bedeutet das Joint Venture für Drohnenabwehrsysteme?

Mit Onberg Autonomous Systems gründen Heidelberg bzw. HD Advanced Technologies (HDAT) und Ondas bzw. Ondas Autonomous Systems (OAS) ein gemeinsames Unternehmen für Drohnenabwehrsysteme. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, bündeln beide Partner ihre technologischen und industriellen Stärken gezielt für den europäischen Markt.

Das Joint Venture setzt ein Memorandum of Understanding aus Dezember 2025 um und adressiert insbesondere den Schutz kritischer Infrastrukturen. Onberg positioniert sich dabei als integrierter Anbieter für militärische, zivile und industrielle Anwendungen.

Gemeinsame Roadmap für Entwicklung und Industrialisierung

Im Zentrum der Zusammenarbeit steht eine abgestimmte Roadmap von Heidelberg bzw. HDAT und Ondas bzw. OAS. Diese umfasst den Aufbau von Vertrieb, Entwicklung und industrieller Fertigung autonomer Drohnenabwehrsysteme in Deutschland.

Basis bilden einsatzbewährte Systeme von OAS, die durch zusätzliche autonome Technologien sowie Sensor- und Kommunikationslösungen ergänzt werden. Parallel treiben die Partner die Lokalisierung der Produktion voran, um perspektivisch europäische Lieferketten zu etablieren.

Wie wird Onberg in Europa positioniert?

Onberg soll langfristig als One-Stop-Shop für Drohnenabwehrsysteme auftreten und eine bestehende Marktlücke in Europa schließen. Der operative Start erfolgt über die Vermarktung bestehender OAS-Lösungen zunächst in Deutschland und der Ukraine, bevor eine Ausweitung auf weitere EU-Märkte geplant ist.

Ein zentrales Element ist die Nutzung und der Ausbau der industriellen Infrastruktur von Heidelberg. Insbesondere der Standort Brandenburg an der Havel wird zum Kompetenzzentrum für Drohnenabwehr und autonome Sicherheitssysteme entwickelt.

Industrielle Stärke trifft auf autonome Technologien

Operativer Roll-out: Von Deutschland in die Ukraine

Das Joint Venture Onberg setzt bei seiner Markteinführung auf eine zweigleisige Strategie. Während in Deutschland vor allem der Schutz kritischer Infrastrukturen (KRITIS) wie Flughäfen, Energieanlagen und Regierungseinrichtungen im Fokus steht, dient der Einsatz in der Ukraine der unmittelbaren Verteidigungsunterstützung.

  • Einsatzvalidierung: Die Systeme werden unter realen Gefechtsbedingungen optimiert.

  • Skalierung: Die industrielle Fertigung in Deutschland garantiert kurze Lieferwege und schnelle Verfügbarkeit für europäische Partner.

Die Partner kombinieren ihre jeweiligen Kernkompetenzen: Ondas bzw. OAS bringt Technologien im Bereich Drohnen- und Sensortechnik ein, während Heidelberg bzw. HDAT industrielle Skalierung und Fertigungsexpertise liefert.

Jürgen Otto, Vorstandsvorsitzender von Heidelberg, beschreibt die strategische Stoßrichtung: „Das Joint Venture ist für HEIDELBERG der konsequente, nächste Schritt im strategischen Ausbau des Dual-Use-Geschäfts. Mit HDAT entwickeln wir uns zum schlagkräftigen Hightech-Anbieter in diesem Bereich. Unser strategischer Vorteil ist die Fähigkeit zur industriellen Skalierung mitten in Europa: Wir bringen alles mit, was ein neuer Player in diesem Umfeld leisten muss – nur im Faktor 100, bei Know-how, Erfahrung, Fachkräften, Fertigungsinfrastruktur und Investitionskraft. So sichern wir schnelle Lieferfähigkeit und Innovation, auch in den hohen Stückzahlen, die der Markt heute verlangt.“

Michael Wellenzohn, CEO von HD Advanced Technologies, ergänzt: „Mit Onberg entsteht entlang einer gemeinsamen Roadmap der erste echte One-Stop-Shop für autonome Sicherheitssysteme in Europa. Wir vereinen das Beste aus zwei Welten: die führende Drohnen- und Sensortechnologie von OAS und 175 Jahre deutsche Maschinenbaukompetenz und Präzisionsmechanik. Dank der hohen Fertigungstiefe, der skalierbaren industriellen Kapazitäten und der Expertise im mechatronischen Präzisionsmaschinenbau von HEIDELBERG liefern wir operative Exzellenz auf höchstem Niveau. HDAT und OAS positionieren sich damit als starke Partner beim Aufbau einer souveränen nationalen Verteidigungsindustrie.“

Welche Rolle spielt die internationale Partnerschaft?

Das Joint Venture verknüpft amerikanisch-israelische Technologiekompetenz mit deutscher Industriekapazität. Eric Brock, Vorsitzender und CEO von Ondas, erklärt: „Dieses Joint Venture ist ein wichtiger Schritt in der Strategie von ONDAS, die Produktion zu lokalisieren und die souveränen Verteidigungsfähigkeiten innerhalb der verbündeten Nationen zu stärken.“

Er betont zudem die sicherheitspolitische Dimension: „Europa steht vor der dringenden Notwendigkeit, kritische Infrastrukturen, militärische Einrichtungen und zivile Vermögenswerte vor den sich entwickelnden Bedrohungen durch Drohnen zu schützen. Durch Onberg verbinden wir amerikanisch-israelische Hightech-Innovationen im Verteidigungsbereich mit deutscher Industriekapazität und Präzisionsfertigung. Diese Partnerschaft ermöglicht einen schnellen Einsatz, eine industrialisierte Produktion und langfristige Widerstandsfähigkeit im europäischen Verteidigungsökosystem.“

Europäische Sicherheitsarchitektur: Unabhängigkeit durch Onberg

In einer Zeit, in der die Abhängigkeit von außereuropäischen Rüstungsgütern kritisch hinterfragt wird, positioniert sich Onberg als europäischer One-Stop-Shop. Durch die Lokalisierung der gesamten Wertschöpfungskette – von der Software-Entwicklung bis zur Präzisionsfertigung – in der EU:

  • Werden Lieferketten resilienter gegen globale Handelskonflikte.

  • Entstehen einheitliche Sicherheitsstandards für den europäischen Luftraum.

  • Wird die strategische Autonomie der EU im Bereich der Drohnenabwehr (C-UAS) gestärkt.

Oshri Lugassy, Co-CEO von OAS, hebt die operative Umsetzung hervor: „Onberg ist so strukturiert, dass es eine vollständig integrierte, mehrschichtige autonome Verteidigungsarchitektur bietet, die auf die europäischen Einsatzanforderungen zugeschnitten ist. Wir werden mit der Vermarktung und dem Einsatz unserer bewährten Iron Drone Raider- und ISR-Plattformen in Deutschland und der Ukraine beginnen und schrittweise mit lokalisierter Montage und Fertigung in die EU-Märkte expandieren. Durch den Aufbau von Produktions-, Forschungs- und Entwicklungs- sowie Integrationskapazitäten in Deutschland schaffen wir eine nachhaltige, skalierbare Plattform, die die langfristige strategische Autonomie Europas im Bereich der Verteidigungstechnologie unterstützt.“

Ausbau zum europäischen Kompetenzzentrum

Mit Onberg treiben Heidelberg bzw. HDAT und Ondas bzw. OAS gezielt den Aufbau industrieller Kapazitäten für Drohnenabwehrsysteme in Deutschland voran. Der Fokus liegt auf der Industrialisierung, Skalierung und langfristigen Etablierung einer europäischen Produktionsbasis.

Die Kombination aus technologischer Entwicklung, lokalisierter Fertigung und integrierten Systemlösungen unterstreicht die strategische Bedeutung des Joint Ventures für die europäische Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.

Mit Material von Heidelberg

Nutzer fragten auch:

Wo werden die neuen Drohnenabwehrsysteme in Deutschland produziert? - Das zentrale Kompetenzzentrum für Entwicklung, Montage und industrielle Skalierung der Systeme befindet sich am Heidelberg-Standort in Brandenburg an der Havel.

Welche Drohnenabwehr-Technologie nutzt Onberg? - Onberg kombiniert die KI-gesteuerte Drohnen- und Sensortechnologie von OAS (u.a. die Iron Drone Raider-Plattform) mit der hochpräzisen Fertigungskompetenz und Mechatronik von HeidelbergG.

Was ist das Onberg Joint Venture und wer steckt dahinter? - Onberg ist ein Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Heidelberg (HD Advanced Technologies) und der amerikanisch-israelischen Ondas Autonomous Systems (OAS), das sich auf die Entwicklung und Produktion von Drohnenabwehrsystemen spezialisiert hat.

Warum ist die Produktion von Drohnenabwehr in Europa so wichtig? - Um die Abhängigkeit von Importen zu verringern und die "strategische Autonomie" zu wahren, muss Europa eigene Produktionskapazitäten für den Schutz kritischer Infrastrukturen und militärischer Anlagen aufbauen.

FAQ: Drohnenabwehrsysteme

• Welche Rolle spielt das Joint Venture für Drohnenabwehrsysteme? – Onberg bündelt Entwicklung, Produktion und Vertrieb als integrierter Anbieter in Europa

• Wer steckt hinter den Drohnenabwehrsystemen im Joint Venture? – Heidelberg bzw. HD Advanced Technologies und Ondas bzw. OAS

• Wo werden Drohnenabwehrsysteme im Rahmen des Joint Ventures aufgebaut? – Schwerpunkt ist der Standort Brandenburg an der Havel

• Wie werden die Drohnenabwehrsysteme in den Markt eingeführt? – Start in Deutschland und der Ukraine, anschließend Expansion in die EU

• Warum sind Drohnenabwehrsysteme strategisch relevant? – Sie dienen dem Schutz kritischer Infrastrukturen und unterstützen den Aufbau europäischer Verteidigungsfähigkeiten