Aktienrückkauf geplant

Siemens Quartalszahlen: Gewinn sinkt um acht Prozent

Die Siemens Quartalszahlen zeigen einen robusten Industriekonzern in einem schwierigen Umfeld. Der Gewinn sinkt, doch Auftragseingang und Digital Industries legen zu.

Siemens, der derzeit wertvollste Konzern im Dax, schreibt Milliardengewinne und profitiert von der Erholung in einem seiner wichtigsten Bereiche. Insgesamt sinkt der Gewinn aber.
Siemens, der derzeit wertvollste Konzern im Dax, schreibt Milliardengewinne und profitiert von der Erholung in einem seiner wichtigsten Bereiche. Insgesamt sinkt der Gewinn aber.

Summary: Siemens hat in München Zahlen für das zweite Geschäftsquartal von Januar bis März vorgelegt. Der Gewinn sank um 8 % auf 2,2 Milliarden EUR, während der Auftragseingang um 11 % auf 24,1 Milliarden EUR stieg. Belastungen kamen unter anderem durch Währungseffekte, US-Zölle und ein anspruchsvolles geopolitisches Umfeld.

Wie Siemens im zweiten Quartal abschneidet

Siemens hat in einer von Unsicherheit und Belastungen geprägten Weltlage solide Zahlen für das zweite Geschäftsquartal vorgelegt. Wie der Konzern mitteilt, sank der Gewinn von Januar bis März um 8 %. Unter dem Strich standen dennoch 2,2 Milliarden EUR.

Damit bleibt Siemens weit von der Lage vieler anderer deutscher Unternehmen entfernt, auch wenn das Ergebnis unter dem Vorjahreswert lag. Im Vorjahr hatte der Konzern allerdings von einem positiven Sondereffekt profitiert.

Der Umsatz blieb trotz eines Verkaufs stabil bei 19,8 Milliarden EUR. Deutlich dynamischer entwickelte sich der Auftragseingang: Er stieg um 11 % auf 24,1 Milliarden EUR. Bei allen Kennzahlen machten sich negative Währungseffekte bemerkbar.

Warum Währungseffekte die Siemens Quartalszahlen belasten

Wie stark die Wechselkurseffekte auf das Ergebnis wirkten, beziffert Siemens nicht. Beim Auftragseingang lagen die negativen Währungseffekte dem Konzern zufolge bei 7 Prozentpunkten, beim Umsatz bei 6 Prozentpunkten.

Die Zahlen zeigen damit ein gemischtes Bild: Operativ bleibt Siemens robust, zugleich belasten externe Faktoren die Entwicklung. Besonders sichtbar wird das in den einzelnen Sparten, die unterschiedlich zum Ergebnis beitragen.

Digital Industries erholt sich weiter

Vor allem Digital Industries konnte sich im zweiten Quartal weiter erholen. Die Sparte war lange Zeit die profitabelste im Konzern, hatte zuletzt aber unter anderem wegen zu großer Lagerbestände bei Kunden geschwächelt. Zudem hatte Siemens den Abbau mehrerer tausend Jobs im Automatisierungsgeschäft angekündigt.

Nun zeigt der Trend wieder nach oben. Das Ergebnis von Digital Industries stieg von 634 Millionen EUR auf 857 Millionen EUR. Damit liefert die Sparte wieder einen stärkeren Beitrag zum Konzernergebnis.

Welche Rolle Smart Infrastructure und Mobility spielen

Den höchsten Ergebnisanteil steuerte erneut Smart Infrastructure bei. Das Ergebnis der Sparte sank jedoch um 20 % auf 1,1 Milliarden EUR. Dabei ist der Vergleich mit dem Vorjahr verzerrt, weil der Vorjahreswert den bereits genannten positiven Sondereffekt von mehr als 300 Millionen EUR enthalten hatte.

Die Eisenbahn-Sparte Mobility steuerte 208 Millionen EUR zum Ergebnis bei. Das entsprach gut einem Viertel weniger als im Vorjahr. Hier wirkten sich laut Siemens unter anderem US-Zölle aus.

Siemens bestätigt Prognose und plant Aktienrückkauf

Siemens-Chef Roland Busch ordnet die Entwicklung dennoch positiv ein: „Wir haben ein erfolgreiches zweites Quartal abgeliefert, trotz des weiterhin sehr anspruchsvollen geopolitischen Umfelds“, sagt Busch.

Der Konzern hatte erst vor kurzem seine Prognose für das laufende Jahr erhöht. Diese Werte bestätigte Siemens nun. Zusätzlich kündigte Finanzvorständin Veronika Bienert ein neues Aktienrückkaufprogramm an. In den kommenden fünf Jahren will Siemens dafür bis zu 6 Milliarden EUR einsetzen.

Mit Material der dpa

FAQ zu Siemens Quartalszahlen

• Was zeigen die Siemens Quartalszahlen? – Sie zeigen einen Gewinnrückgang um 8 % auf 2,2 Milliarden EUR, einen stabilen Umsatz von 19,8 Milliarden EUR und einen höheren Auftragseingang von 24,1 Milliarden EUR.

• Warum sinkt der Gewinn in den Siemens Quartalszahlen? – Der Gewinn sank unter anderem im Vergleich zu einem Vorjahr mit positivem Sondereffekt; zudem belasteten externe Faktoren wie Währungseffekte.

• Welche Sparte verbessert sich in den Siemens Quartalszahlen? – Digital Industries erholte sich weiter und steigerte das Ergebnis von 634 Millionen EUR auf 857 Millionen EUR.

• Welche Belastungen zeigen die Siemens Quartalszahlen? – Genannt werden negative Währungseffekte, ein anspruchsvolles geopolitisches Umfeld und bei Mobility unter anderem US-Zölle.

• Was kündigt Siemens zusätzlich zu den Quartalszahlen an? – Siemens kündigt ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 6 Milliarden EUR in den kommenden fünf Jahren an.