Das MRO-Geschäft von Lufthansa Technik wächst weiter: Im ersten Quartal 2026 steigt der Umsatz deutlich. Gleichzeitig drücken Materialengpässe, Kosten und US-Dollar-Kurs auf die Marge.
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Lufthansa Technik wächst im ersten Quartal 2026, doch Kosten, Engpässe und US-Dollar belasten.Lufthansa Technik
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Summary:
Lufthansa Technik steigerte im ersten Quartal 2026 den Umsatz auf 2,3 Milliarden Euro und erhöhte den Drittkundenanteil auf 78 Prozent. Das Ergebnis blieb mit 158 Millionen Euro stabil, während Materialengpässe, höhere Kosten und der US-Dollar-Kurs die Marge belasteten. Parallel baut das Unternehmen Standorte in den USA, Portugal, Kanada und Malta aus und trifft Vorkehrungen für mögliche Auswirkungen der Nahost-Krise.
Lufthansa Technik hat den Wachstumskurs im ersten Quartal 2026 fortgesetzt. Der Umsatz stieg in den ersten drei Monaten des Jahres auf 2,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Der Anstieg unterstreicht die weltweit hohe Nachfrage nach flugzeugtechnischen Dienstleistungen. Besonders deutlich zeigt sich das im Geschäft mit Kunden außerhalb der Lufthansa Group: Der Umsatzanteil dieser Drittkunden wuchs von 73 auf 78 Prozent. Ergebnisseitig fiel der Start in das Geschäftsjahr jedoch verhaltener aus als erwartet. Das Adjusted EBIT lag im ersten Quartal bei 158 Millionen Euro und damit zwei Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Marge sank von 8,0 auf 7,0 Prozent.
Die Margenentwicklung bleibt für den Weltmarktführer im Bereich Wartung, Reparatur und Überholung von Flugzeugen herausfordernd. Als zentrale Belastungsfaktoren nennt Lufthansa Technik weiterhin bestehende Materialengpässe, insbesondere in der Triebwerksinstandhaltung. Hinzu kommen gestiegene Materialkosten und ein im Vergleich zum Vorjahr ungünstigerer US-Dollar-Kurs. Diese Faktoren drücken auf den Ertrag, obwohl die Nachfrage nach Dienstleistungen im MRO-Geschäft hoch bleibt. „Wir verfolgen konsequent unseren langfristigen Plan, und investieren viele Hundert Millionen Euro auch in diesem Jahr in unsere Zukunft. Daher ist unser Anspruch an das Ergebnis entsprechend hoch. Insbesondere die branchenweiten Materialengpässe und Preissteigerungen fordern uns allerdings täglich heraus“, sagt Christian Leifeld, Finanzvorstand von Lufthansa Technik.
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Geschäftszahlen Q1/2026.Lufthansa Technik
Nahost-Krise rückt stärker in den Fokus
Neben Kosten- und Lieferkettenfragen beobachtet Lufthansa Technik die Krise im Nahen Osten mit großer Aufmerksamkeit. Das Unternehmen verweist darauf, dass die weitere Entwicklung des Konflikts auch für das MRO-Geschäft relevant werden kann. „Wie stark diese auch unser MRO-Geschäft beeinflussen wird, hängt natürlich entscheidend davon ab, wie lange der Konflikt anhält und wie er sich auf unsere Kunden auswirkt. Bislang hatte die Krise noch keinen signifikanten Einfluss auf unser Ergebnis. Wir sehen aber, dass erste Airlines ihre Flugkapazitäten reduzieren. Das wiederum kann sich dämpfend auf unsere Wachstums- und Gewinndynamik auswirken, zumindest temporär“, sagt Christian Leifeld.
Warum Lufthansa Technik auf Kostendisziplin setzt
Lufthansa Technik bereitet sich daher auf verschiedene Entwicklungen vor. Der Fokus liegt dabei auf Maßnahmen, die das Unternehmen selbst beeinflussen kann. „Wir beschäftigen uns daher mit unterschiedlichen Szenarien und treffen Vorkehrungen für das, was wir selbst in der Hand haben. Kostendisziplin steht auf unserer Tagesordnung ganz weit oben, bei unverändert hoher Kundenorientierung.“
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Wo Lufthansa Technik neue Kapazitäten aufbaut
Parallel zu den externen Herausforderungen treibt Lufthansa Technik den geplanten Auf- und Ausbau neuer sowie bestehender Standorte voran. In Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma wurde vor wenigen Wochen eine neue, hochmoderne Produktionsstätte für die Reparatur und Überholung von Flugzeugkomponenten eröffnet. Am neuen Standort in Santa Maria da Feira südlich von Porto soll in Kürze der Spatenstich für ein 55.000 Quadratmeter großes Werk erfolgen. Perspektivisch sollen dort rund 700 Jobs entstehen. Künftig wird an dem Standort an Komponenten und Triebwerksteilen gearbeitet. In Calgary/Kanada entsteht ein Triebwerksshop für Mobile Engine Services. Sowohl in Portugal als auch in Kanada werden bereits erste Arbeiten in Interimsgebäuden durchgeführt.
MRO-Geschäft mit Projekten in Malta, Südamerika und China
Am wachsenden europäischen Kompetenzzentrum für die Überholung von Großraumflugzeugen in Malta wurde kürzlich die erste Kabinenmodifikation an einer Boeing 787 abgeschlossen. In Südamerika baut die Latam Airlines Group die Zusammenarbeit aus. Die Airline-Gruppe entschied sich, noch mehr ihrer Flugzeuge mit AeroShark auszustatten. Die von Lufthansa Technik und BASF Coatings entwickelte Lösung ist von der Natur inspiriert und soll den Luftwiderstand reduzieren. Aus Asien meldet das Unternehmen ebenfalls einen wichtigen Abschluss. Mit der Juneyao Group wurde im vergangenen Quartal der größte Vertrag für Triebwerksservices in der Geschichte von Lufthansa Technik in China geschlossen.
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Wie ein neuer Tarifvertrag die deutschen Standorte stärkt
Für die deutschen Standorte nennt Lufthansa Technik den kürzlich erzielten Abschluss eines neuen Tarifvertrags für die Bodenbeschäftigten der Lufthansa Group als wichtigen Schritt. Mit dem sogenannten Zukunftstarif wurden zudem zusätzliche Vereinbarungen getroffen, von denen Mitarbeitende in der Produktion bei Lufthansa Technik profitieren. Diese Maßnahmen erhöhen die Attraktivität der Arbeitsplätze und stärken die Wettbewerbsfähigkeit am Arbeitsmarkt.
Quelle: Lufthansa Technik
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FAQ zum MRO-Geschäft von Lufthansa Technik
1. Was ist im MRO-Geschäft von Lufthansa Technik im ersten Quartal 2026 passiert?
Der Umsatz stieg auf 2,3 Milliarden Euro, während das Adjusted EBIT mit 158 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert lag.
2. Warum steht das MRO-Geschäft von Lufthansa Technik unter Druck?
Materialengpässe, höhere Materialkosten und ein ungünstigerer US-Dollar-Kurs belasten die Marge.
3. Welche Rolle spielen Drittkunden im MRO-Geschäft von Lufthansa Technik?
Der Umsatzanteil von Kunden außerhalb der Lufthansa Group stieg von 73 auf 78 Prozent.
4. Wo baut Lufthansa Technik das MRO-Geschäft aus?
Neue oder erweiterte Aktivitäten gibt es unter anderem in Tulsa, Santa Maria da Feira, Calgary und Malta.
5. Wie könnte die Nahost-Krise das MRO-Geschäft beeinflussen?
Reduzierte Flugkapazitäten einzelner Airlines könnten die Wachstums- und Gewinndynamik zumindest temporär dämpfen.
6. Welche Bedeutung hat AeroShark für das MRO-Geschäft von Lufthansa Technik?
Die von Lufthansa Technik und BASF Coatings entwickelte Lösung soll den Luftwiderstand reduzieren und wird bei weiteren Flugzeugen der LATAM Airlines Group eingesetzt.
7. Welche Investitionen prägen das MRO-Geschäft von Lufthansa Technik?
Das Unternehmen baut neue und bestehende Standorte aus, unter anderem in den USA, Portugal und Kanada.