Die Dürr Geschäftszahlen für Q1 2026 zeigen eine höhere EBIT-Marge, positiven Free Cashflow und eine bestätigte Jahresprognose trotz unsicherem Umfeld.
Dürr ist unter anderem Spezialist für Lackieranlagen im Automotive-Bereich. Unter anderem bietet das Unternehmen eigene Robotiklösungen.Dürr
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Summary: Der Dürr-Konzern ist in Bietigheim-Bissingen im ersten Quartal 2026 mit verbesserter Marge gestartet. Die Division Automotive verbuchte Aufträge aus China und den USA, HOMAG meldete robuste Bestellungen, Industrial Automation entwickelte sich heterogen. Trotz geopolitischer Unsicherheit bestätigt Dürr den Ausblick für 2026 und strebt eine weitere Margenverbesserung an.
Wie fallen die Dürr Geschäftszahlen für das erste Quartal aus?
Der Dürr-Konzern ist mit einer Margenverbesserung in das Geschäftsjahr 2026 gestartet. Wie das Unternehmen mitteilt, erhöhte der Maschinen- und Anlagenbauer im ersten Quartal die EBIT-Marge vor Sondereffekten auf 4,2 %. Im Vorjahresquartal hatte sie bei 3,9 % gelegen.
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Für die kommenden Quartale erwartet Dürr weitere Zuwächse. Die Margenprognose für das Gesamtjahr bleibt unverändert bei 5,0 bis 6,5 %. Der Auftragseingang erreichte im ersten Quartal 957 Mio. EUR. Trotz eines aus Unternehmenssicht soliden Niveaus lag der Wert um 11 % unter dem Vorjahr.
Der Umsatz belief sich auf 940 Mio. EUR und ging damit um 7 % zurück. Für die nächsten Quartale rechnet Dürr mit einer Beschleunigung. Positiv entwickelte sich der Free Cashflow: Er fiel mit 27 Mio. EUR klar positiv aus.
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Dr. Jochen Weyrauch, Vorstandsvorsitzender der Dürr AG, ordnet den Jahresstart so ein: „Wir sind insgesamt robust in das Jahr gestartet. Das gilt vor allem für unsere beiden größten Bereiche: die Lackiertechnik für die Automobilindustrie und die Holzbearbeitungstechnik von Homag. Sowohl bei Umsatz und Auftragseingang als auch beim Ergebnis erwarten wir im Jahresverlauf deutliche Zuwächse gegenüber dem ersten Quartal, sofern sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld nicht weiter destabilisiert. In der Lackiertechnik bestehen besonders in Nordamerika und Asien gute Auftragschancen.“
Im Geschäft mit Lackier- und Endmontagetechnik für die Automobilindustrie erhielt die Division Automotive im ersten Quartal größere Aufträge aus China und den USA. Insgesamt lag der Auftragseingang der Division bei 459 Mio. EUR.
Damit bleibt der Bereich für Dürr ein zentraler Stabilitätsfaktor im Konzern. Zugleich zeigt sich, dass Investitionsentscheidungen in der Automobilindustrie weiterhin von Unsicherheit geprägt sind. Weyrauch verweist dennoch auf Chancen in der Projektpipeline: „Die Pipeline mit weiteren Investitionsprojekten der Automobilindustrie ist sehr solide und bietet Potenzial für ein gutes Jahr. Allerdings benötigen die Kunden länger als üblich für Investitionsentscheidungen, da das politische und ökonomische Umfeld von Unsicherheit und Volatilität geprägt ist.“
Die in der Holzbearbeitungstechnik tätige Konzerntochter Homag erzielte im ersten Quartal einen robusten Auftragseingang von 370 Mio. EUR. Das Geschäft mit automatisierter Produktionstechnik für Holzhäuser entwickelte sich weiter positiv.
Anders stellte sich die Lage in der Möbelindustrie dar. Dort blieb die Nachfrage verhalten. Für Dürr bleibt HOMAG dennoch einer der beiden größten Konzernbereiche und damit ein wichtiger Baustein für die erwartete Entwicklung im weiteren Jahresverlauf.
Industrial Automation mit uneinheitlicher Entwicklung
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Die Division Industrial Automation entwickelte sich im ersten Quartal heterogen. In der Auswuchttechnik erzielte Dürr spürbare Zuwächse beim Auftragseingang und beim EBIT vor Sondereffekten.
Demgegenüber hielt die Investitionszurückhaltung der Automobilindustrie bei Automatisierungssystemen für die Montage von Antriebskomponenten für Elektroautos an. Insgesamt erreichte der Auftragseingang der Division daher nur 130 Mio. EUR.
Das EBIT vor Sondereffekten lag im ersten Quartal bei 39,1 Mio. EUR und erreichte damit trotz Umsatzrückgang und höherer Aufwendungen für Forschung und Entwicklung das Vorjahresniveau. Positive Effekte kamen unter anderem aus der im Vorjahr eingeleiteten Verschlankung der Verwaltung, dem Abschluss des Synergieprogramms OneDürr-Group und soliden Margen im Service-Geschäft.
Das Ergebnis nach Steuern profitierte zusätzlich von einem verbesserten Finanzergebnis sowie rückläufigen Sonderaufwendungen. Es stieg um 22 % auf 20,8 Mio. EUR.
Der Free Cashflow lag bei 26,7 Mio. EUR. Grundlage war ein weiterer Abbau des Nettoumlaufvermögens, also des Net Working Capital, auf 291 Mio. EUR. Finanzvorstand Dietmar Heinrich sagt dazu: „Im weiteren Jahresverlauf wird der Net-Working-Capital-Bedarf steigen, da wir mit einer höheren Umsatzdynamik als im ersten Quartal rechnen und mehr Mittel in die Projektabwicklung fließen werden. Wir werden die operative Mittelverwendung aber weiterhin diszipliniert steuern.“
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Infolge des positiven Free Cashflows nahm die Nettofinanzverschuldung weiter ab. Sie erreichte mit 47 Mio. EUR ein sehr niedriges Niveau. Der deutliche Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert von 482 Mio. EUR resultierte aus dem Verkauf der Umwelttechnik im vierten Quartal 2025, den daraus vereinnahmten Mitteln sowie dem starken operativen Cashflow des Jahres 2025.
Was die Personalzahlen über die Neuaufstellung zeigen
Zum 31. März 2026 beschäftigte der Dürr-Konzern 17.731 Mitarbeitende. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang um 4 %. Der Rückgang geht laut Mitteilung auf Anpassungen an das geringere Auftragsvolumen sowie auf die Verschlankung der Verwaltung zurück.
Mit dieser Maßnahme passt Dürr den administrativen Bereich nach dem Verkauf der Umwelttechnik und von Agramkow an die neue Unternehmensgröße an. Bis Ende 2026 sollen insgesamt rund 500 Stellen in der Verwaltung entfallen. Daraus sollen jährliche Einsparungen von etwa 50 Mio. EUR entstehen.
Prognose 2026 bestätigt
Dürr bestätigt den am 5. März veröffentlichten Ausblick für das Gesamtjahr 2026. Der Auftragseingang soll eine Spanne von 3,8 bis 4,2 Mrd. EUR erreichen und könnte damit um bis zu 8 % steigen.
Das Umsatzziel liegt bei 3,9 bis 4,3 Mrd. EUR und berücksichtigt den rückläufigen Auftragseingang im Vorjahr. Die Prognose für die EBIT-Marge vor Sondereffekten bleibt bei 5,0 bis 6,5 %.
Der Vorstand strebt grundsätzlich eine weitere Margenverbesserung an. Als Faktoren nennt das Unternehmen weiteres Ergebnispotenzial bei Homag, die Verlustbereinigung im Batteriegeschäft, operative Optimierungen im Automatisierungsgeschäft von BBS Automation sowie Kostenentlastungen in der Verwaltung.
Der Ausblick steht allerdings unter Vorbehalt. Angesichts von Kriegen sowie geo- und handelspolitischen Spannungen rechnet Dürr weiterhin mit einem sehr hohen Maß an gesamtwirtschaftlicher Unsicherheit. Die Prognose setzt voraus, dass die Auswirkungen der internationalen Konflikte, insbesondere des Kriegs im Nahen Osten, begrenzt bleiben und es nicht zu anhaltenden Marktverwerfungen kommt.
Quelle: Dürr
Zu den Dürr-Geschäftszahlen
• Was zeigen die Dürr Geschäftszahlen für Q1 2026? – Die EBIT-Marge vor Sondereffekten stieg auf 4,2 %, der Free Cashflow lag bei 27 Mio. EUR und die Prognose für 2026 wurde bestätigt.
• Welche Rolle spielt Automotive in den Dürr Geschäftszahlen? – Die Division Automotive erzielte einen Auftragseingang von 459 Mio. EUR und erhielt größere Aufträge aus China und den USA.
• Wie entwickelt sich HOMAG in den Dürr Geschäftszahlen? – HOMAG erreichte einen Auftragseingang von 370 Mio. EUR; positiv verlief vor allem das Geschäft mit automatisierter Produktionstechnik für Holzhäuser.
• Warum bleibt die Prognose in den Dürr Geschäftszahlen stabil? – Dürr erwartet weitere Zuwächse im Jahresverlauf und bestätigt eine EBIT-Marge vor Sondereffekten von 5,0 bis 6,5 %.
• Welche Risiken nennt Dürr in den Dürr Geschäftszahlen? – Das Unternehmen verweist auf Kriege sowie geo- und handelspolitische Spannungen und setzt begrenzte Auswirkungen internationaler Konflikte voraus.