Durch U-Boote und Atlas: TKMS wächst bei Umsatz und Ergebnis
Der TKMS Auftragsbestand erreicht im ersten Halbjahr 2025/26 einen Rekordwert. Umsatz und bereinigtes EBIT legen zu, die Jahresziele bleiben bestätigt.
TKMS meldet im erste Halbjahr 2026 einen Rekord-Auftragsbestand. Dazu gehörten auch U-Boote wie die im Bild befindliche INS Dragon für Israel im Jahr 2023.penofoto.de - stock.adobe.com
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Summary: TKMS meldet für das erste Halbjahr 2025/26 in Kiel einen Rekord-Auftragsbestand von 20,6 Mrd. EUR. Umsatz und bereinigtes EBIT stiegen durch Projektfortschritte, neue Bestellungen und Wachstum bei Atlas Electronics. Die Prognose für das Geschäftsjahr sowie die Mittelfristziele werden bestätigt.
Wie hoch ist der TKMS Auftragsbestand?
TKMS bleibt im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 auf Wachstumskurs. Wie das Unternehmen am 11. Mai 2026 mitteilt, erreichte der Auftragsbestand zum 31. März mit 20,6 Mrd. EUR ein neues Rekordniveau. Grundlage dafür war ein Auftragseingang von 3,4 Mrd. EUR im Berichtszeitraum.
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Zu den wesentlichen Bestellungen zählen der Auftrag aus Norwegen über zwei weitere U-Boote der Klasse 212CD sowie der größte Torpedo-Auftrag der Konzerngeschichte für das 212CD-Programm. Die Book-to-Bill-Ratio lag damit solide über dem Faktor 3.
CEO Oliver Burkhard ordnet die Entwicklung so ein: „TKMS ist auf Kurs und wächst weiter. Erstmals übersteigt unser Auftragsbestand die 20 Milliarden-Marke; sowohl der Umsatz als auch das bereinigte EBIT ist im Jahresvergleich deutlich gestiegen. TKMS ist bestens positioniert, um die hohe Nachfrage nach fortschrittlichen maritimen Verteidigungslösungen in Deutschland und unseren Partnerländern weltweit zu erfüllen. Den aktuellen Auftragsbestand können wir wie geplant mit unseren eigenen Werftstandorten abdecken.
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Mit Blick nach vorne prüfen wir aber schon jetzt mögliche internationale Partnerschaften.“
Der Umsatz des TKMS-Konzerns stieg im ersten Halbjahr auf 1.168 Mio. EUR. Das entspricht einem Plus von 10% gegenüber dem Vorjahreswert von 1.060 Mio. EUR. Das bereinigte EBIT erhöhte sich um 14% auf 60 Mio. EUR nach 53 Mio. EUR im Vergleichszeitraum. Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich leicht auf 5,1%.
Der Free Cash Flow lag bei -72 Mio. EUR. Im Vorjahr hatte er 756 Mio. EUR betragen. Den Rückgang führt TKMS auf geplante Mittelabflüsse im Zuge der Projektabarbeitung zurück. Der Vergleichswert war durch hohe Kunden-Vorauszahlungen im Zusammenhang mit dem Großauftrag im 212CD-Programm geprägt.
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CFO Paul Glaser sagt dazu: „Angesichts der hohen Auftragslage ist die konsequente, effiziente Abarbeitung unserer Geschäfte höchste Priorität für TKMS. Die starke Umsatz- und Profitabilitätssteigerung im ersten Halbjahr ist in erster Linie den Fortschritten im Neubaugeschäft, dem wachsenden Anteil margenstärkerer Projekte im Segment Submarines und dem Wachstum im Segment Atlas Electronics zu verdanken.
Damit sehen wir uns auf einem guten Weg unser Ziel eines Umsatzwachstums von zwei bis fünf Prozent und einer bereinigten EBIT-Marge von über sechs Prozent für das laufende Jahr zu erreichen.“
Kriegsschiffe, U-Boote und Co.: Das Portfolio von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS)
Als weltweit führender Systemanbieter im Marineschiffbau deckt TKMS das gesamte Spektrum moderner Seekriegsführung ab. Durch die Integration von Atlas Elektronik liefert das Unternehmen nicht nur die Plattformen (Schiffe/U-Boote), sondern auch die hocheffizienten Effektoren und digitalen Führungssysteme aus einer Hand.
1. U-Boote
TKMS ist Weltmarktführer für konventionelle U-Boote mit Außenluftunabhängigkeit (AIP).
Klasse 212CD (Common Design) : Das deutsch-norwegische Großprojekt mit revolutionärem "Stealth-Design" (Diamantform).
Klasse 212A / 214 / 218SG: Bewährte Hochleistungsklassen für die Deutsche Marine sowie den globalen Exportmarkt (z. B. Singapur).
2. Torpedos & Unterwasser-Sensorik (Atlas)
Das Tochterunternehmen Atlas Elektronik ist der Technologieführer für maritime Wirksysteme und Sonar.
DM2A4 / SeaHake mod4: Der weltweit führende Schwergewichtstorpedo, bekannt für seine enorme Reichweite, modulare Bauweise und Glasfaserlenkung.
DM2A5: Die neueste Generation des Schwergewichtstorpedos, die speziell für die digitale Vernetzung der Klasse 212CD optimiert wurde (Rahmenvertrag mit der Bundeswehr ab 2025/26).
SeaSpider (Anti-Torpedo-Torpedo): Ein technologisches Novum – der weltweit erste "Hard-Kill"-Torpedo, der angreifende Torpedos aktiv abfangen und zerstören kann (aktuelle Markteinführungsphase).
3. Überwasserschiffe (Meko-Serie)
Die modular aufgebauten Überwassereinheiten sind das Markenzeichen von TKMS im Export und in der Landesverteidigung.
Fregatten (z. B. Klasse F127 / Meko A-400 ): Fokus auf weitreichende Flugabwehr (BMD) und Drohnenabwehr.
Korvetten (z. B. K130): Spezialisiert auf Küstenvorfeld-Operationen und hochintensive Seekriegsführung.
4. Marine-Elektronik & Digitalisierung
Combat Systems: Atlas liefert die "Gehirne" der Schiffe – integrierte Führungs- und Waffeneinsatzsysteme (FüWES), die Sensordaten in Echtzeit analysieren.
Mine Countermeasures (MCM): Führende Systeme zur autonomen Minenjagd und Beseitigung von Unterwassergefahren.
Experten-Wissen: Der Trend geht zur Systemintegration. TKMS baut heute nicht mehr "nur" das Schiff, sondern liefert mit dem Torpedo (DM2A5) und dem Führungssystem (Combat Suite) ein geschlossenes technologisches Ökosystem, was die Wartung und Interoperabilität innerhalb der NATO massiv verbessert.
Welche Segmente treiben das Ergebnis?
Im Segment Submarines lag der Umsatz bei 601 Mio. EUR nach 622 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Ausschlaggebend für den leichten Rückgang waren laut Unternehmen Ablieferungseffekte im Vorjahr sowie zeitliche Verschiebungen beim Hochlauf des Neubaugeschäfts. Das bereinigte EBIT stieg dagegen deutlich auf 21 Mio. EUR nach 2 Mio. EUR. Treiber waren wachsende Hochläufe in Neubauprojekten und geringere Belastungen aus Legacy-Projekten.
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Im Segment Surface Vessels erhöhte sich der Umsatz auf 277 Mio. EUR nach 210 Mio. EUR. Wesentliche Beiträge kamen aus bestehenden Verträgen, darunter der Tamandaré-Auftrag des brasilianischen Kunden sowie die neue Polarstern für das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung. Das bereinigte EBIT lag bei 18 Mio. EUR nach 23 Mio. EUR. TKMS verweist unter anderem auf gestiegene Verwaltungskosten durch Tarifsteigerungen, Personaleinstellungen im Zuge der Kapazitätserweiterung und höhere Investitionen in Vertriebskampagnen.
Atlas Electronics steigerte den Umsatz auf 376 Mio. EUR nach 300 Mio. EUR. Das bereinigte EBIT legte auf 41 Mio. EUR zu, nach 24 Mio. EUR im Vorjahr. Der Anstieg wird im Wesentlichen mit einer höheren Auftragslage begründet, die sich wegen vergleichsweise kurzer Projektlaufzeiten schnell in den Geschäftszahlen niederschlägt.
Warum bleibt die Prognose unverändert?
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TKMS bestätigt die im ersten Quartal angehobene Prognose für das Gesamtjahr 2025/26. Erwartet wird weiterhin ein Umsatzwachstum von 2% bis 5% gegenüber dem Vorjahr. Die bereinigte EBIT-Marge soll im Geschäftsjahr 2025/26 über 6% liegen.
Mittelfristig hält TKMS an einer bereinigten EBIT-Marge von über 7% fest. Zudem strebt die Gruppe ein kontinuierliches Umsatzwachstum mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 10% an. Dabei rechnet das Unternehmen mit zunehmender Wachstumsdynamik.
TKMS: Globaler Technologieführer im Marineschiffbau
Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) mit Hauptsitz in Kiel ist einer der bedeutendsten Systemanbieter für nicht-nukleare U-Boote und hochwertige Überwasserschiffe weltweit. Als Kernstück der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie beschäftigt das Unternehmen rund 9.100 Mitarbeiter und steht im Jahr 2026 vor einer historischen Transformation hin zum eigenständigen "Maritime Powerhouse".
Wirtschaftliche Eckdaten & Strategie (Stand 2026)
Auftragsrekord: Mit einem Auftragsbestand von über 20 Milliarden Euro verzeichnet TKMS eine historisch hohe Nachfrage, getrieben durch die globale "Zeitenwende" und den Modernisierungsbedarf der NATO-Partner.
Verselbstständigung: Nach dem Rückzug externer Investoren wie Carlyle fokussiert sich TKMS im Jahr 2026 verstärkt auf die Eigenständigkeit. Ein geplanter Börsengang (Spin-off) soll die notwendige finanzielle Flexibilität für künftige Großprojekte sichern.
Standortoffensive: Neben dem Stammwerk in Kiel wurde der Standort Wismar massiv ausgebaut, um Kapazitäten für den Bau neuer Fregattenklassen (wie die F127) und U-Boote (Klasse 212CD) zu schaffen.
Technologische Alleinstellungsmerkmale
Die Marktführerschaft von TKMS basiert auf der tiefen Integration von Plattform und Systemtechnik. Durch die Tochtergesellschaft Atlas Elektronik liefert das Unternehmen das komplette "Ökosystem" für die Seekriegsführung:
Stealth-Technologie: Weltweit führend bei der Signaturreduzierung von U-Booten (Klasse 212CD).
Modularität: Das Meko-Design ermöglicht es Kunden, Schiffe flexibel für unterschiedliche Missionsprofile (ASW, AAW, BMD) auszurüsten.
Sensor-to-Shooter: Die nahtlose Verbindung von Sonarsystemen, Führungssoftware und hochmodernen Torpedos (z. B. SeaHake mod4).
Bedeutung für die maritime Sicherheit
In Zeiten hybrider Bedrohungen und dem Schutz kritischer Infrastruktur (z. B. Pipelines und Seekabel) gewinnt TKMS als Anbieter für Underwater Warfare Capabilities massiv an Bedeutung. Die Kombination aus jahrzehntelanger Erfahrung und digitaler Innovationskraft macht das Unternehmen zum unverzichtbaren Partner für souveräne Verteidigungsstrategien im 21. Jahrhundert.
Neue Projekte und Partnerschaften im Blick
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Auch nach Ablauf des ersten Halbjahres meldet TKMS weitere Schritte. Im April unterzeichnete das Unternehmen mit dem brasilianischen Verteidigungsministerium und lokalen Partnern eine Absichtserklärung für den Bau von vier weiteren Fregatten der Tamandaré-Klasse. Zusätzlich schloss TKMS eine unverbindliche Absichtserklärung über eine mögliche Fertigung von TKMS-Produkten an Werftstandorten von Navantia in Spanien.
Im Überwasserbereich billigte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags im März die Verlängerung des Vorvertrags für das Projekt MEKO A-200 DEU. Damit wurde laut Mitteilung ein wichtiger Schritt zur Beschaffung von vier TKMS-Fregatten zur Stärkung der U-Boot-Jagd-Fähigkeit der Deutschen Marine gemacht. Außerdem ist ein von TKMS geführtes Gemeinschaftsunternehmen alleiniger Bieter im Auswahlverfahren für die künftige deutsche Luftverteidigungsfregatte F127.
Im Unterwasserbereich hat TKMS im Rahmen des kanadischen U-Boot-Beschaffungsprogramms zusammen mit Deutschland und Norwegen ein nicht bindendes Angebot sowie ein Industriepaket für bis zu zwölf U-Boote abgegeben. Mit Indien führt TKMS finale Vertragsverhandlungen zum Bau von sechs U-Booten.
Darüber hinaus erreichte TKMS nach eigenen Angaben als erstes Unternehmen ein Approval in Principle für ein autonomes unbemanntes Unterwasserfahrzeug der Klasse Extra-Large Unmanned Underwater Vehicles. Das AiP markiert einen Meilenstein im Zulassungsprozess großer autonomer Unterwasserfahrzeuge.
Im April bestellten die zuständigen Aufsichtsratsgremien zudem Dr. Andreas Görgen als weiteres Vorstandsmitglied. In seiner Führungsrolle soll er die ordnungsgemäße Abarbeitung des Orderbuchs sicherstellen, sich in die Technologieentwicklung und den Ausbau der Produkt-Pipeline einbringen sowie mögliche neue internationale Partnerschaften sondieren und etablieren.
Mit Material von TKMS
FAQ zum TKMS Auftragsbestand
• Wie hoch ist der TKMS Auftragsbestand im ersten Halbjahr 2025/26? – Der TKMS Auftragsbestand erreichte zum 31. März 2026 rund 20,6 Mrd. EUR.
• Warum ist der TKMS Auftragsbestand gestiegen? – Zum Wachstum trugen neue Bestellungen bei, darunter zwei weitere U-Boote der Klasse 212CD für Norwegen und ein großer Torpedo-Auftrag.
• Welche Auswirkungen hat der TKMS Auftragsbestand auf den Umsatz? – Die planmäßige Abarbeitung des hohen Orderbuchs führte zu einem Umsatzanstieg auf 1.168 Mio. EUR.
• Welche Segmente profitieren vom TKMS Auftragsbestand? – Besonders Submarines und Atlas Electronics verbesserten Ergebnis und Marge deutlich.
• Welche Prognose gibt TKMS beim TKMS Auftragsbestand und Ergebnis? – TKMS bestätigt für 2025/26 ein Umsatzwachstum von 2% bis 5% und eine bereinigte EBIT-Marge von über 6%.