Das Rheinmetall-Wachstum hält an, verliert aber an Tempo. Der Rüstungskonzern steigert Umsatz und Ergebnis und nimmt zugleich mit German Naval Yards die nächste Werft ins Visier.
Deutschlands größte Rüstungsschmiede Rheinmetall wächst und wächst. Seit kurzem ist der Panzerbauer auch Schiffsbauer. Nun nimmt er die nächste Werft ins Visier.kristina rütten - stock.adobe.com
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Summary: Rheinmetall hat in Düsseldorf Zahlen für das erste Quartal 2026 vorgelegt und meldet weiter steigende Umsätze und Ergebnisse. Das Wachstum fällt schwächer aus als im Vorjahresquartal, soll im Jahresverlauf aber anziehen. Strategisch rückt das Marinegeschäft stärker in den Fokus, da Rheinmetall nach dem Lürssen-Zukauf auch German Naval Yards prüfen will.
Wie entwickelt sich das Rheinmetall-Wachstum im ersten Quartal?
Rheinmetall bleibt auf Wachstumskurs, allerdings mit geringerer Dynamik als zuvor. Wie aus den Unternehmenszahlen zum Jahresauftakt hervorgeht, stieg der Umsatz in den ersten drei Monaten 2026 um acht % auf 1,9 Milliarden EUR. Das operative Ergebnis legte um 17 % auf 224 Millionen EUR zu.
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Damit wächst Deutschlands größte Rüstungsschmiede weiter deutlich. Die zuvor steile Wachstumskurve flacht jedoch ab. Im ersten Quartal 2025 hatte Rheinmetall Umsatz und Ergebnis noch um jeweils etwa die Hälfte gesteigert.
Konzernchef Armin Papperger zeigte sich dennoch zufrieden mit der Entwicklung. „Wir konnten uns gegenüber dem sehr erfolgreichen Vorjahresquartal weiter steigern“, sagte er.
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Rheinmetall erwartet stärkere Geschäfte im Jahresverlauf
Für die kommenden Monate rechnet das Management mit einer höheren Dynamik. „Insbesondere für das zweite Quartal 2026 erwarten wir ein stärkeres Wachstum beim Umsatz und beim Auftragseingang, wo wir mit großvolumigen Beauftragungen im Marine- sowie im Fahrzeugbereich rechnen“, erklärte Papperger.
In der zweiten Jahreshälfte sollen die Geschäfte noch kräftiger anziehen. Dann will Rheinmetall fast zwei Drittel des Jahresumsatzes erwirtschaften, konkret 64 %. Gegenüber Finanzanalysten bekräftigte Papperger in einer Telefonkonferenz den Wachstumskurs: „Wir wachsen stark“.
Die Geschäftszahlen dieser neuen Marinesparte werden seit März in die Rheinmetall-Zahlen eingerechnet. Allein in diesem Monat steuerte der Bereich einen Umsatz von 77 Millionen EUR bei.
Dabei soll es nach den bisherigen Plänen nicht bleiben. Rheinmetall hat ein unverbindliches Angebot zur Übernahme des Kieler Werftenunternehmens German Naval Yards abgegeben. Das Unternehmen mit rund 400 Beschäftigten gehört bislang zur französischen Werftengruppe CMN Naval.
Papperger sagte, Rheinmetall wolle seine Werftkapazitäten erweitern. Nun beginne eine Datenanalyse, die sogenannte Due Diligence. Danach könnte gegebenenfalls ein verbindliches Angebot folgen.
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Welche Rolle spielt German Naval Yards für die Branche?
German Naval Yards ist nicht nur für Rheinmetall interessant. Auch der Wettbewerber TKMS hat bereits ein Angebot abgegeben. Der U-Boot-Bauer TKMS und German Naval Yards teilen sich eine Werftfläche in Kiel.
Damit entsteht im deutschen Marineschiffbau eine strategisch relevante Konstellation. Rheinmetall hatte sich mit dem Lürssen-Zukauf bereits in Richtung Schiffbau erweitert. Mit German Naval Yards könnte der Konzern seine industriellen Kapazitäten im Marinebereich weiter ausbauen.
Am positiven Ausblick für das Gesamtjahr hält das Rheinmetall-Management fest. Der Jahresumsatz soll um etwa die Hälfte steigen. Zudem sollen die Geschäfte profitabler werden.
Der Verwaltungssitz des Konzerns liegt in Düsseldorf. Das größte Werk befindet sich im niedersächsischen Unterlüß, wo mehr als 4000 Menschen für Rheinmetall tätig sind.
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Rheinmetall versteht sich als Komplettanbieter für militärische Streitkräfte. Das Unternehmen produziert unter anderem Panzer, Munition, Militärlastwagen, Flugabwehrsysteme, digitalisierte Infanterie-Schutzausstattung, Drohnen und Schiffe. In Neuss soll in diesem Jahr zudem die Produktion von Satelliten beginnen, deren Aufklärungsbilder an die Bundeswehr und andere Nato-Streitkräfte verkauft werden.
Der Konzern zählt rund 34.000 Beschäftigte. Die Angestellten des zivilen Bereichs, also der Herstellung von Autoteilen, sind dabei bereits herausgerechnet. Dieser Bereich steht zum Verkauf. Auch im veröffentlichten Umsatz ist die Kfz-Sparte nicht mehr enthalten.
Mit Material der dpa
FAQ zum Rheinmetall-Wachstum
• Was zeigt das Rheinmetall-Wachstum im ersten Quartal 2026? – Der Umsatz stieg um acht % auf 1,9 Milliarden EUR, das operative Ergebnis um 17 % auf 224 Millionen EUR.
• Warum fällt das Rheinmetall-Wachstum schwächer aus? – Die Zuwächse liegen weiter auf hohem Niveau, sind aber deutlich geringer als im ersten Quartal 2025, als Umsatz und Ergebnis jeweils um etwa die Hälfte stiegen.
• Welche Bedeutung hat das Rheinmetall-Wachstum für das Marinegeschäft? – Rheinmetall rechnet mit großvolumigen Beauftragungen im Marinebereich und will seine Werftkapazitäten erweitern.
• Welche Werft steht beim Rheinmetall-Wachstum im Fokus? – Rheinmetall hat ein unverbindliches Angebot für German Naval Yards in Kiel abgegeben.
• Wie lautet der Ausblick für das Rheinmetall-Wachstum im Gesamtjahr? – Das Management hält am Ziel fest, den Jahresumsatz um etwa die Hälfte zu steigern und profitabler zu werden.