Möglicher Ersatz für F126
MEKO A-200 DEU: Vorvertrag für neue Fregatten
Ein strategischer Meilenstein für die deutsche Marine-Industrie: Mit dem neuen MEKO A-200-Vorvertrag legt TKMS den Grundstein für eine mögliche Flotte moderner Fregatten – eine pünktliche Lieferung bis 2029 wird realistisch.
MEKO A-200-Fregatten sind modulare Mehrzweckschiffe mit flexiblen Einsatzprofilen für Aufgaben wie Anti-Unterseeboots-Kampf, Seeraumüberwachung und Begleitschutzmissionen.
TKMS)
TKMS hat bekannt gegeben, dass das Unternehmen und das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) einen Vorvertrag für das Projekt MEKO A-200 DEU unterzeichnet haben. Der Vorvertrag dient dazu, die Ablieferung des ersten Schiffes bis Ende 2029 zu ermöglichen und zentrale vorbereitende Maßnahmen einzuleiten. Der Start der vorbereitenden Maßnahmen ist für Februar 2026 vorgesehen.
Dr. Oliver Juckenhöfel, Executive Vice President Surface Vessels bei TKMS, erklärt: „Mit dem Vorvertrag wird die Grundlage für den unmittelbaren Projekthochlauf geschaffen. Der Vertrag ermöglicht uns insbesondere die Materialbeschaffung sowie den Beginn sofortiger Stahlarbeiten auf der Bauwerft.“ Über den Vorvertrag sind zunächst Beschaffungen und Arbeiten mit einem Umfang von bis zu 50 Millionen Euro bis Ende März abgedeckt. Soweit erforderlich, besteht darüber hinaus die Möglichkeit, den Vertrag schrittweise zu verlängern.
Die Unterzeichnung des Vorvertrags markiert den offiziellen Projektstart der MEKO A-200 DEU. Damit ist noch kein offizieller Bauvertrag verbunden. Die Entscheidung hierzu steht noch aus.
TKMS
FAQ zur Fregatte MEKO A-200 DEU
Die MEKO A‑200 DEU ist als „Fallback“ vorgesehen, falls sich das F126‑Programm weiter verzögert oder scheitert; vorgesehen sind in diesem Fall bis zu acht Schiffe als Ersatz für die F123‑Klasse.
Plattform und Antrieb (MEKO A‑200 Basis)
- Die MEKO A‑200‑Familie ist eine 4‑D‑Gefechtsplattform (Luft, Seeziel, U‑Jagd, Elektronische Kriegführung) mit modularer MEKO‑Architektur, die verschiedene Gefechtssysteme und Sensoren zulässt.
- Der Entwurf nutzt einen schnellen Monorumpf mit Vorsteven‑Skeg, großer Breite (>16 m) und aktiven Stabilisatoren für gute Seegangseigenschaften und sichere Hubschrauber‑/Bootsoperationen bis Seegang 6.
- Antriebskonzept ist CODAG‑WARP (Diesel‑Gasturbinen‑Kombination mit Wasserstrahl plus Propeller), ausgelegt auf hohe Marschreichweite und gute Manövrierfähigkeit bei reduzierter akustischer Signatur.
Signaturminderung und Überlebensfähigkeit
- Die Abluft der Verbrennungsmotoren wird ohne klassischen Schornstein horizontal bzw. unterhalb der Wasserlinie mit aktiver Kühlung ausgeleitet; zusammen mit einer Rumpfkühlanlage dient dies der Reduktion der IR‑Signatur.
- Kleine, leichte Propeller, die achtern angeordnete Antriebsanlage und der skeg‑optimierte Rumpf senken zudem die Geräuschabstrahlung und verbessern den Schutz gegen U‑Boot‑Bedrohungen.
- Das MEKO‑Konzept sieht austauschbare Waffen‑/Sensor‑Module und redundante Bordnetze vor, um Schadensresistenz sowie Modernisierbarkeit über die Lebensdauer zu erhöhen.
Bewaffnung und Sensorik (Referenz MEKO A‑200)
Für die deutsche Variante sind noch keine endgültigen Systemspezifikationen veröffentlicht; als Referenz gelten die MEKO A‑200‑Versionen für andere Marinen (z.B. A‑200 AN/EN/SAN). Typische Auslegung:
- Hauptbewaffnung: 127‑mm‑Seeziel‑/Landzielgeschütz, 30‑mm‑Nahbereichswaffen, Bordsicherungssysteme.
- Flugabwehr: vertikale Startzellen für Kurz‑ bis Mittelstrecken‑Flugabwehrraketen (z.B. Umkhonto‑IR bei A‑200 SAN) sowie Softkill‑Systeme wie MASS‑Täuschkörperwerfer.
- Seeziel: Seezielflugkörper mittlerer Reichweite (z.B. RBS15 Mk3 in Exportvarianten).
- U‑Jagd: Rumpfsonar (z.B. Thales Kingklip), Schleppsonar nachrüstbar, Bordhubschrauber (z.B. Sea Lynx/NH90‑Klasse) als U‑Jagd‑Plattform.
- Führungs‑ und Sensorpaket: 3D‑Luft‑/See‑Überwachungsradar, Feuerleitradare, elektro‑optische Sensoren sowie ESM/ECM‑Systeme zur Elektronischen Kriegführung.