Quantencomputing-Investitionen bleiben 2026 weitgehend stabil, werden aber stärker an Nutzen, Skalierbarkeit und belastbaren Business Cases gemessen.
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Warum werden Quantencomputing-Investitionen 2026 stärker geprüft? Quera zeigt stabile Budgets, Souveränität und Fachkräftedruck.hkama - stock.adobe.com
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Summary:
Quera Computing zeigt im zweiten Teil des 2026 Quantum Readiness Report, dass Unternehmen, Behörden und Forschungseinrichtungen ihre Quantenbudgets 2026 stärker am konkreten Nutzen ausrichten. 46 Prozent erwarten stabile Budgets, 44 Prozent steigende Ausgaben und zehn Prozent Rückgänge. Wichtiger werden belastbare Ergebnisse, technologische Souveränität und spezialisierte Fachkräfte.
Unternehmen, Behörden und Forschungseinrichtungen prüfen ihre Investitionen in Quantencomputing zunehmend danach, ob Nutzen, Skalierbarkeit und wirtschaftliche Perspektiven nachvollziehbar belegt werden können. Das geht aus dem zweiten Teil des 2026 Quantum Readiness Report von Quera Computing hervor.
Demnach erwarten 46 Prozent der Befragten für 2026 stabile Quantenbudgets, 44 Prozent rechnen mit steigenden Ausgaben. Nur zehn Prozent gehen von Rückgängen aus. Die Ergebnisse sprechen damit weniger für einen Rückzug aus dem Markt als für eine Konsolidierung. Budgets bleiben verfügbar, müssen sich aber stärker an konkreten Fortschritten messen lassen. „Potenzielle Kunden wollen heute weniger Versprechen und mehr Nachweise“, sagt Yuval Boger, Chief Commercial Officer bei Quera Computing. „Viele Organisationen sind durch mit der Experimentierphase. Jetzt zählen belastbare Fortschritte, nachvollziehbare Anwendungsfälle und die Frage, welche Anbieter langfristig liefern können.“
Die Sorge, beim Quantencomputing den Anschluss zu verlieren, verliert laut Studie als Investitionstreiber an Gewicht. Nur neun Prozent der Befragten nennen erfolgreiche Pilotprojekte als wichtigsten Grund für steigende Ausgaben. Das zeigt, dass Quantencomputing in vielen Bereichen noch nicht im breiten kommerziellen Einsatz angekommen ist. Die Motive unterscheiden sich nach Reifegrad. Organisationen in einer frühen Phase nennen weiterhin Wettbewerbsdruck und die Sorge vor Rückstand. Fortgeschrittene Anwender verweisen häufiger auf die Grenzen klassischer Computer. Damit verschiebt sich der Fokus von strategischer Vorsorge hin zu konkreten technischen und geschäftlichen Anforderungen.
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Warum die Führungsebene mehr Nachweise verlangt
Die Studie zeigt unterschiedliche Einschätzungen zwischen Führungsebene und technischen Teams. Führungskräfte bewerten steigende Quantenbudgets zurückhaltender als Forschende und technische Fachkräfte. Investitionen werden stärker nach Kapitalallokation, Priorisierung und Wirtschaftlichkeit bewertet. Technologische Begeisterung allein reicht damit nicht mehr aus, um Budgets zu sichern. Business Cases müssen messbaren Nutzen, klare Umsetzungswege und eine nachvollziehbare wirtschaftliche Perspektive aufzeigen. „Angesichts von fast 100 Quantenunternehmen im Markt stellen Führungskräfte vor einer Entscheidung vor allem zwei Fragen“, ergänzt Boger. „Welche Anbieter sind finanziell stark genug, um langfristig zu bestehen? Und wer kann wissenschaftlich überzeugend belegen, dass der eigene Ansatz funktioniert und einen glaubwürdigen Weg zu leistungsfähigeren Systemen mit echtem Unternehmensnutzen bietet?“
Öffentliche Mittel stützen den Markt
Staatliche Unterstützung bleibt ein zentraler Investitionstreiber. 28 Prozent der Befragten nennen staatliche Unterstützung und Förderprogramme als wichtigsten Grund für steigende Budgets. Zugleich sehen 24 Prozent Behörden und Verteidigungsorganisationen als wichtigste Treiber der Einführung in den kommenden drei Jahren. Danach folgen Großunternehmen mit 20 Prozent sowie Pharma und Life Sciences mit elf Prozent. Das unterstreicht, dass Quantencomputing in vielen Anwendungsfeldern weiterhin vor der breiten kommerziellen Nutzung steht. Öffentliche Mittel helfen, eine Finanzierungslücke zu schließen, die privates Kapital derzeit noch nicht allein füllt. Finanzdienstleistungen liegen mit fünf Prozent am Ende der Rangliste.
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Warum Souveränität zum Beschaffungskriterium wird
Technologische Souveränität gewinnt laut Bericht bei der Beschaffung von Quantentechnologie an Bedeutung. 62 Prozent der Befragten berücksichtigen Souveränitätsaspekte inzwischen aktiv bei Beschaffungsentscheidungen. Nur fünf Prozent geben an, dass diese keine Rolle spielen. Dabei zeigen sich regionale Unterschiede. In den USA werden häufiger leistungsorientierte, globale Beschaffungsstrategien bevorzugt. In der Europäischen Union liegt mehr Gewicht auf Souveränität, robusten Lieferketten und regionalen Kompetenzen. Anbieter müssen diese Unterschiede bei Marktzugang, Positionierung und Beschaffungsprozessen stärker berücksichtigen.
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Fachkräftemangel bremst die Einführung
Der Mangel an spezialisierten Fachkräften gehört zu den wichtigsten Hürden für die Einführung von Quantencomputing. 37 Prozent der Befragten nennen ihn als Herausforderung. Damit liegt der Fachkräftemangel vor begrenztem Hardwarezugang und unausgereiften Algorithmen. Besonders knapp sind Fachkräfte für Quantenfehlerkorrektur. Akademische Einrichtungen nennen den Fachkräftemangel deutlich häufiger als Technologieanbieter. Hochschulen bilden Quantenfachkräfte aus, konkurrieren aber zugleich mit Unternehmen und nationalen Forschungslaboren um diese Talente.
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Quelle: Quera Computing
FAQ zu Quantencomputing-Investitionen
1. Welche Bedeutung haben Quantencomputing-Budgets 2026?
Sie bleiben laut Quera-Studie überwiegend stabil oder steigen, werden aber stärker an konkretem Nutzen und belastbaren Fortschritten gemessen.
2. Warum sind Quantencomputing-Budgets kein reines Forschungsthema mehr?
Weil Führungskräfte Investitionen zunehmend nach Wirtschaftlichkeit, Priorisierung und tragfähigen Business Cases bewerten.
3. Wie beeinflussen Förderprogramme die Quantencomputing-Budgets?
Staatliche Unterstützung und Förderprogramme sind laut Studie der wichtigste Grund für steigende Budgets.
4. Welche Branchen treiben Quantencomputing-Budgets besonders?
Behörden und Verteidigungsorganisationen gelten als wichtigste Treiber, gefolgt von Großunternehmen sowie Pharma und Life Sciences.
5. Was gefährdet Quantencomputing-Budgets trotz stabilem Interesse?
Fehlende Fachkräfte, begrenzter Hardwarezugang und unausgereifte Algorithmen können die Einführung bremsen.