Festo streicht Stellen

Stellenabbau bei Festo: 1.300 Jobs fallen weg

Stellenabbau bei Festo in Deutschland: Der Automatisierungsspezialist reagiert auf schwache Märkte, Wettbewerb aus Asien und geopolitische Krisen mit einem Sparkurs

Stellenabbau bei Festo: Der Automatisierungsspezialist reagiert auf schwache Märkte, Wettbewerb aus Asien und geopolitische Krisen mit einem Sparkurs.
Stellenabbau bei Festo: Der Automatisierungsspezialist reagiert auf schwache Märkte, Wettbewerb aus Asien und geopolitische Krisen mit einem Sparkurs.

Summary: Festo will in Deutschland 1.300 Stellen über alle Bereiche hinweg abbauen. Mit einem unternehmensweiten Transformationsprogramm will sich das Familienunternehmen für nachhaltiges Wachstum, mehr Effizienz und langfristige Wettbewerbsfähigkeit aufstellen. Auslöser sind Marktveränderungen, wachsender Wettbewerb aus Asien und geopolitische Krise

Warum der Stellenabbau bei Festo geplant ist

Festo will in Deutschland rund 1.300 Stellen streichen. Das Familienunternehmen aus Esslingen am Neckar begründet den Schritt mit tiefgreifenden Veränderungen auf den globalen Märkten, zunehmendem Wettbewerb aus Asien und geopolitischen Krisen.

Festo hat dafür ein unternehmensweites Transformationsprogramm gestartet. Es soll das Unternehmen als finanziell unabhängiges Familienunternehmen nachhaltig für die Zukunft aufstellen. Zugleich soll das Programm die Position von Festo als global erfolgreicher Innovationsführer stärken und ausbauen.

Im Mittelpunkt stehen Wachstum und Effizienz. Neben strukturellen Neuausrichtungen in der globalen Organisation plant Festo deshalb auch den Abbau von 1.300 Stellen in Deutschland. Betroffen sein sollen Positionen über alle Bereiche hinweg.

Details zum Umbau und Stellenabbau bei Festo

Betroffene Stellen1.300 Jobs in Deutschland (über alle Bereiche)
EinsparzielWeltweit rund 200 Millionen EUR pro Jahr
Grund der KriseUmsatzrückgang auf 3,33 Mrd. EUR (3. Rückgang in Folge)
UrsachenKonkurrenz aus Asien, geopolitische Krisen, schwache Konjunktur
StandortsicherungAlle deutschen Produktionsstandorte bleiben laut Management erhalten
StatusBeratungen zwischen Unternehmen und Betriebsrat laufen

Wie Festo seine Wettbewerbsfähigkeit sichern will

Nach Unternehmensangaben fordern die Marktbedingungen Festo derzeit weltweit stark heraus, besonders aber in Deutschland. Vor diesem Hintergrund soll das globale Transformationsprogramm die wirtschaftliche Basis des Unternehmens stärken.

Thomas Böck, Vorsitzender des Vorstands, ordnet den Schritt strategisch ein: „Wir brauchen dieses Transformationsprogramm jetzt, solange wir noch aus einer Position der Stärke heraus handeln können. Unser Ziel ist es, unsere globale Position zu festigen, damit wir unsere führende Rolle in der Automatisierungstechnik und technischen Bildung weiter ausbauen können. Zu diesem Zweck verschlanken wir unsere Strukturen und optimieren unsere Kostenbasis verantwortungsvoll, um sicherzustellen, dass wir investitionsfähig bleiben und langfristig handeln können.“

Damit verbindet Festo den geplanten Stellenabbau mit dem Ziel, finanziellen Spielraum für Investitionen und eine langfristige Unternehmensentwicklung zu schaffen.

Wie der Stellenabbau bei Festo umgesetzt werden soll

Um die für die Transformation nötige finanzielle Flexibilität zu schaffen, will Festo seine Strukturen in Deutschland optimieren. Der Stellenabbau soll über alle Bereiche hinweg erfolgen. Details zur konkreten Umsetzung stehen nach Unternehmensangaben noch nicht fest.

Unternehmen und Betriebsrat befinden sich in laufenden Beratungen. Dabei geht es darum, wie der Stellenabbau möglichst verantwortungsvoll und sozialverträglich gestaltet werden kann. „In den Abstimmungen sprechen das Unternehmen und der Betriebsrat darüber, wie dieser Stellenabbau möglichst verantwortungsvoll und sozialverträglich gestaltet werden kann.“

Festo sieht den Schritt nach eigenen Angaben als Maßnahme, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.

Welche Einsparziele Festo verfolgt

Weltweit will Festo jährlich 200 Millionen EUR einsparen. Auch im Ausland sollen Stellen wegfallen, wie Vorstandschef Thomas Böck von der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ zitiert wurde.

Für Deutschland schloss Böck die Schließung von Standorten aus. „Wir werden auch alle Produktionsstandorte in Deutschland erhalten.“

Damit bleibt der industrielle Fußabdruck in Deutschland nach aktueller Darstellung erhalten, auch wenn die Personalstruktur deutlich verschlankt werden soll.

IG Metall kritisiert den Stellenabbau bei Festo deutlich

Von der IG Metall kommt deutliche Kritik an den geplanten Maßnahmen. Max Czipf von der IG Metall in Esslingen zeigte sich überrascht vom Umfang des geplanten Stellenabbaus.

„Das hat uns und die Beschäftigten eiskalt erwischt“, sagte Czipf. Das Ausmaß der geplanten Maßnahmen bereite große Sorgen, insbesondere mit Blick auf die Auswirkungen auf die Arbeits- und Wirtschaftsregion.

Die IG Metall Esslingen hält den Schritt für falsch. „Wer in dieser wirtschaftlichen Krise Jobs abbaut, verantwortet den Schaden am Industriestandort“, warnte Czipf.

Warum die Umsatzentwicklung den Druck auf Festo erhöht

Ende 2025 beschäftigte Festo rund 20.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit lag die Belegschaft auf dem Niveau des Vorjahres. Rund 8.200 Beschäftigte arbeiteten in Deutschland.

Die schwache Wirtschaftslage belastete das Geschäft des Familienunternehmens. Der Umsatz sank 2025 um 3,7 % auf rund 3,33 Milliarden EUR. Damit verzeichnete Festo den dritten Umsatzrückgang in Folge.

Im Jahr 2022 hatte das Unternehmen noch einen Umsatz von 3,81 Milliarden EUR erwirtschaftet. Zum Gewinn äußert sich Festo nicht.

Transformation & Kritik: Was man jetzt zum Stellenabbau bei Festo wissen muss

Warum dieser harte Einschnitt?

Festo reagiert mit einem globalen Transformationsprogramm auf den massiven Marktdruck. Ziel ist es, trotz sinkender Umsätze die Investitionsfähigkeit zu erhalten. Vorstandschef Thomas Böck betont, dass man „aus einer Position der Stärke“ handeln wolle, um die Unabhängigkeit als Familienunternehmen nicht zu gefährden.

Die Position der IG Metall

Die Gewerkschaft kritisiert den Umfang des Abbaus scharf. Die Kritikpunkte im Überblick:

  • Überraschungseffekt: Die Belegschaft wurde von der Dimension „eiskalt erwischt“.

  • Standortrisiko: Die IG Metall warnt vor einem dauerhaften Schaden für die Industrieregion Esslingen.

  • Soziale Verantwortung: Es wird eine sozialverträgliche Lösung gefordert, die betriebsbedingte Kündigungen vermeidet.

Hintergrund: Festo ist ein Weltmarktführer in der Automatisierungstechnik (Pneumatik & Elektro) und beschäftigt in Deutschland rund 8.200 Menschen. Der geplante Abbau betrifft somit fast 16 % der deutschen Belegschaft.

Welche Rolle Festo in der Automatisierungstechnik spielt

Festo ist auf Steuerungs- und Automatisierungstechnik für die Industrie spezialisiert. Zum Portfolio gehören Geräte, die mit Druckluft arbeiten, sowie Software- und KI-Lösungen.

Die Produkte des Unternehmens kommen in zahlreichen Branchen zum Einsatz. Dazu zählen die Nahrungsmittelindustrie, die Automobilbranche und die Medizintechnik.

Darüber hinaus ist Festo in der technischen Bildung aktiv. Zunehmend arbeitet das Unternehmen auch an Bioreaktoren, um nachhaltige Lösungen für die Industrie zu entwickeln.

Mit Material der dpa und von Festo

FAQ zum Stellenabbau bei Festo

• Was bedeutet der Stellenabbau bei Festo für Deutschland? – Festo will in Deutschland 1.300 Stellen über alle Bereiche hinweg streichen.

• Warum plant Festo den Stellenabbau bei Festo? – Das Unternehmen verweist auf globale Marktveränderungen, zunehmenden Wettbewerb aus Asien und geopolitische Krisen.

• Welches Ziel verfolgt Festo mit dem Stellenabbau bei Festo? – Festo will finanzielle Flexibilität für ein Transformationsprogramm schaffen und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit sichern.

• Wie hoch sind die Einsparziele beim Stellenabbau bei Festo? – Weltweit will Festo jährlich 200 Millionen EUR einsparen.

• Sind beim Stellenabbau bei Festo deutsche Standorte gefährdet? – Vorstandschef Thomas Böck schloss die Schließung von Produktionsstandorten in Deutschland aus.