Die Festo-Zentrale in Esslingen am Neckar. Der Automatisierungsspezialist richtet sich nach dem Umsatzrückgang 2025 strukturell neu aus und setzt 2026 auf mehr Wettbewerbsfähigkeit und Seamless Automation.Festo
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Summary: Festo erzielte 2025 in einem schwierigen Marktumfeld einen Umsatz von 3,33 Mrd. EUR und verzeichnete damit ein Minus von 3,7 %. Der Maschinenbauer verweist auf Investitionszurückhaltung, Handelsbarrieren und geopolitische Konflikte als Belastungsfaktoren. 2026 setzt das Unternehmen auf strukturelle Weiterentwicklung, Seamless Automation und eine global ausgerichtete Forschung und Entwicklung.
Die Konjunkturflaute belastet den Automatisierungsspezialisten Festo weiter. Das Unternehmen aus Esslingen am Neckar erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 3,33 Mrd. EUR und lag damit um 3,7 % unter dem Vorjahr. Wie aus der Mitteilung auf der Hannover Messe 2026 hervorgeht, handelt es sich um den dritten Umsatzrückgang in Folge. 2022 hatte Festo noch einen Erlös von 3,81 Mrd. EUR erwirtschaftet. Zum Gewinn äußert sich das Unternehmen traditionell nicht.
Der Maschinen- und Anlagenbau steht dabei weiter unter Druck. Festo verweist auf herausfordernde Marktbedingungen, die durch Handelsbarrieren wie die unberechenbare US-Zollpolitik und durch geopolitische Konflikte zusätzlich erschwert werden. Viele Kunden zögern nach Unternehmensangaben weiterhin mit Investitionen. Besonders betroffen seien der Bereich Automotive und die Zulieferer.
Trotz des schwierigen Umfelds spricht Festo von einem soliden Geschäftsergebnis. Vorstandsvorsitzender Thomas Böck sagte anlässlich der Festo Pressekonferenz auf der Hannover Messe 2026: „Wir haben in einem herausfordernden Umfeld 2025 ein solides Geschäftsergebnis erzielt. Um unsere Marktposition auszubauen, müssen wir uns aber dauerhaft einer neuen Realität auf den Weltmärkten stellen. Daher entwickeln wir das Unternehmen 2026 strukturell weiter – mit dem klaren Ziel, ein erfolgreiches und finanziell unabhängiges Familienunternehmen zu bleiben, das als Innovationsführer weltweit wettbewerbsfähig ist“.
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Festo-CEO Thomas Böck.Festo
Regional verlief das Geschäft unterschiedlich. In Nord- und Südamerika sowie in Europa ohne DACH erreichte Festo ein leichtes Wachstum. Der indische Markt entwickelte sich am stärksten. Dort eröffnete das Unternehmen 2025 ein großes und modernes Werk und schuf damit die Voraussetzungen für weiteres Wachstum.
Leicht rückläufig entwickelten sich dagegen andere asiatische Märkte wie China, Südostasien sowie Korea und Japan. Auch der Heimatmarkt DACH stagnierte weiter. Wachstumsimpulse kamen aus der Nahrungsmittel- und Verpackungsbranche, aus dem Bereich Semicon sowie aus den Zukunftsfeldern Battery und Hydrogen.
Ende 2025 beschäftigte Festo rund 20.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und damit genauso viele wie ein Jahr zuvor. Rund 8.200 davon arbeiteten in Deutschland, rund 12.400 im Ausland.
Festo will 2026 die eigene Marktposition mit einer strukturellen Weiterentwicklung des Unternehmens stärken. Im Mittelpunkt steht dabei die Ausrichtung auf Seamless Automation. Das Unternehmen investierte auch 2025 mehr als 8 % des Umsatzes in Forschung und Entwicklung.
Im Fokus steht die Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit und Technologieführerschaft durch eine global ausgerichtete R&D-Organisation. Ab Mai 2026 soll Herr Professor Tomas Smetana als neuer Vorstand Research and Development den Innovationskurs mit neuen Impulsen fortsetzen.
Thomas Böck beschreibt den strategischen Ansatz so: „Seamless Automation steht für unser breites Lösungsportfolio am Markt mit durchgängiger Konnektivität und einer intuitiven Digital Experience für unsere Kunden. Mit unserem ganzheitlichen Portfolio erfüllen wir nahezu jede Anforderung an industrielle Bewegung dank elektrischer Automatisierung, Pneumatik, Fluidik und Didactic. Alles passt zusammen: mechanisch und digital, von der Hardware zur Software und dem passenden Lernangebot“.
Wie das Unternehmen mitteilt, richtet sich Festo auf die nahtlose Integration von elektrischer Automatisierung, Pneumatik, digitalen Funktionen und Künstlicher Intelligenz aus. Auf der Hannover Messe zeigt der Hersteller die volle Bandbreite seines durchgängigen Portfolios. Durch die Integration von elektrischer Automatisierung, Pneumatik, Digital Functions und KI in Maschinen und Anlagen sollen sich Wettbewerbsvorteile erzielen lassen.
Für 2026 sieht Festo Wachstumspotenziale vor allem in Automatisierung und Qualifizierung. Mit seinem Seamless Automation Portfolio will das Unternehmen Chancen in bestehenden und neuen Industrien der Fabrik- und Prozessautomation nutzen. Genannt werden Semicon, Nahrungsmittel, Verpackung, Intralogistics und LifeTech sowie die Zukunftsfelder Battery und Hydrogen.
Auch der Bereich Didactic spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Thomas Böck betonte: „Wir wollen Wachstumschancen in Automation und Didactic nutzen. Die Automatisierung besitzt ein großes Potenzial zur Verbesserung der Effizienz und Nachhaltigkeit in allen Industrien. Gleichzeitig spielt die technische Bildung eine zentrale Rolle. Sie befähigt die Menschen, die industriellen Herausforderungen zu meistern und eine wirtschaftlich erfolgreiche nachhaltige Zukunft zu gestalten“.
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Eine konkrete Prognose für das laufende Jahr gab Festo nicht ab. Stattdessen setzt das Unternehmen auf den weiteren Ausbau von Innovationsführerschaft und Wettbewerbsfähigkeit in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld.
Mit Material von Festo und dpa
FAQ zu Festo
• Warum ist Festo 2025 unter Druck geraten? – Festo verweist auf die Konjunkturflaute, Handelsbarrieren, geopolitische Konflikte und die Investitionszurückhaltung vieler Kunden.
• Wie hat sich Festo 2025 entwickelt? – Der Umsatz sank um 3,7 % auf 3,33 Mrd. EUR. Es war der dritte Rückgang in Folge.
• Worauf setzt Festo 2026? – Festo setzt auf strukturelle Weiterentwicklung, Seamless Automation sowie den Ausbau von Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsführerschaft.
• Welche Rolle spielt Festo im Bereich Seamless Automation? – Festo verbindet elektrische Automatisierung, Pneumatik, digitale Funktionen, KI und Didactic zu einem durchgängigen Portfolio.
• In welchen Feldern sieht Festo Wachstum? – Festo nennt unter anderem Semicon, Nahrungsmittel, Verpackung, Intralogistics, LifeTech, Battery und Hydrogen.