Prof. Claus Oetter, Leiter der Abteilung Informatik und Geschäftsführer des VDMA Software und Digitalisierung, stellte die Studie auf der Hannover Messe vor.Anja Ringel - PRODUKTION
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Summary: Der VDMA Fachverband Informatik hat 248 Mitgliedsunternehmen im Maschinen- und Anlagenbau befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Unternehmen ihre Digitalisierung strategisch steuern, sich digital auf Augenhöhe mit dem Wettbewerb sehen und zugleich mit IT-Sicherheit, Ressourcenmangel und Regulierung ringen. Das wirkt sich direkt auf Umsetzungstempo, Wettbewerbsfähigkeit und die weitere Positionierung im Weltmarkt aus.
Die Digitalisierung im Maschinen- und Anlagenbau hat einen neuen Reifegrad erreicht. In vielen Unternehmen wird sie inzwischen strategisch gesteuert und ist fest in der Unternehmensführung verankert. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des VDMA Informatik unter 248 Mitgliedsunternehmen hervor.
Prof. Claus Oetter, Leiter der Abteilung Informatik und Geschäftsführer des VDMA Software und Digitalisierung, ordnet die Ergebnisse so ein: "Der Maschinen- und Anlagenbau hat sich im digitalen Wettbewerb gut positioniert. 74 Prozent der Unternehmen sehen sich digital mindestens auf Augenhöhe mit ihren Mitbewerbern. Davon sehen sich 32 Prozent sogar besser aufgestellt. Das ist ein starkes Ergebnis. Nicht die Technologie entscheidet - sondern die Fähigkeit, sie wirksam in die Organisation zu bringen."
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Wie weit ist die Digitalisierung strategisch verankert?
Sechs von zehn Unternehmen verfügen bereits über eine Digitalisierungsstrategie. Weitere 19 % planen eine solche bis Ende 2026. Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass 22 % der Unternehmen bislang ohne klare strategische Leitplanke in ihrer Digitalisierung agieren.
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In einem Umfeld aus Kostendruck, Fachkräftemangel und globalem Wettbewerb wird diese fehlende strategische Orientierung zunehmend zum Risiko. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, hängt die strategische Verankerung der digitalen Transformation auch stark von der Unternehmensgröße ab.
"Die strategische Verankerung digitaler Transformation ist abhängig von der Unternehmensgröße", erklärt Guido Reimann, stellv. Geschäftsführer des VDMA Software und Digitalisierung und Leiter des Kompetenznetzwerks Künstliche Intelligenz. "Während bei Großunternehmen ab 3000 Beschäftigten 83 Prozent eine Digitalisierungsstrategie haben, sind es bei kleinen Unternehmen mit bis zu 49 Beschäftigten 53 Prozent. Bei Unternehmen mit 250 bis 999 Mitarbeitenden verfügen bereits 73 Prozent über eine Digitalisierungsstrategie."
Die befragten Unternehmen bewerten ihre digitale Wettbewerbsfähigkeit mehrheitlich positiv. 74 % sehen sich digital mindestens auf Augenhöhe mit ihren Mitbewerbern. 32 % halten sich sogar für besser aufgestellt.
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Damit zeigt die Umfrage, dass der Maschinen- und Anlagenbau seine Position im digitalen Wettbewerb aus Sicht vieler Unternehmen gefestigt hat. Entscheidend ist dabei nicht allein die technologische Verfügbarkeit, sondern deren wirksame Einbindung in Strukturen und Prozesse.
Die Umfrage macht zugleich deutlich, dass die größten Schwierigkeiten meist nicht-technischer Natur sind. Besonders häufig genannt werden IT-Security-Anforderungen mit 60 %, Change Management mit 47 % und die Umsetzungsgeschwindigkeit mit 44 %.
Hinzu kommen personelle Ressourcen mit 42 % und finanzielle Ressourcen mit 34 %. Auch regulatorische Anforderungen belasten die Umsetzung. Datenschutz nennen 32 % der Unternehmen als Problem, gesetzliche Vorgaben 26 %.
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Prof. Claus Oetter betont dazu: „Die digitale Transformation im Maschinen- und Anlagenbau ist längst mehr als eine rein technische Herausforderung.“
Warum Regulierung und Bürokratie zum Standortfaktor werden
Neben internen Faktoren geraten auch die äußeren Rahmenbedingungen stärker in den Fokus. Wie der Verband erklärt, erschweren gesetzliche Vorgaben und Bürokratie die Umsetzung digitaler Vorhaben zunehmend.
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Prof. Claus Oetter formuliert dazu eine klare Forderung: "Es braucht einen sinnvollen und innovationsfördernden Regulierungsrahmen sowie weniger Bürokratie, damit die Unternehmen in der Lage sind, sich auch weiterhin am Weltmarkt zu behaupten."
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen damit ein zweigeteiltes Bild: Der Maschinen- und Anlagenbau ist bei der Digitalisierung in vielen Unternehmen strategisch deutlich weiter als noch vor einigen Jahren. Gleichzeitig bremsen IT-Sicherheit, knappe Ressourcen, organisatorische Veränderungen und regulatorische Vorgaben die Umsetzung.
Mit Material des VDMA
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FAQ Maschinenbau-Digitalisierung
• Wie wird die Digitalisierung im Maschinenbau bewertet? – 74 % der befragten Unternehmen sehen sich digital mindestens auf Augenhöhe mit ihren Mitbewerbern.
• Warum ist die Digitalisierung im Maschinenbau strategisch relevant? – Weil fehlende strategische Orientierung in einem Umfeld aus Kostendruck, Fachkräftemangel und globalem Wettbewerb zum Risiko wird.
• Welche Hürden bremsen die Digitalisierung im Maschinenbau? – Vor allem IT-Security-Anforderungen, Change Management, Umsetzungsgeschwindigkeit sowie personelle und finanzielle Ressourcen.
• Welche Rolle spielt die Unternehmensgröße bei der Digitalisierung im Maschinenbau? – Größere Unternehmen verfügen häufiger über eine Digitalisierungsstrategie als kleinere Betriebe.
• Warum ist Regulierung für die Digitalisierung im Maschinenbau ein Thema? – Datenschutz, gesetzliche Vorgaben und Bürokratie erschweren laut Umfrage die Umsetzung digitaler Vorhaben.