Die Robotikstudie von QNX zeigt: In Deutschland bremsen Regulierung, Sicherheitsanforderungen und Zertifizierung viele Projekte aus.
Redaktion ProduktionRedaktionProduktion
QNX-Robotikstudie zeigt: Regulierung, Sicherheit und Echtzeitfähigkeit prägen Robotik in Deutschland.kittikunfoto - stock.adobe.com
Anzeige
Summary: QNX, eine Division von BlackBerry, hat am 27. Mai 2026 Ergebnisse der Studie „Inside the Robot: Architecture Benchmark Report“ veröffentlicht. Befragt wurden weltweit 1.000 Robotikentwickler. In Deutschland sorgen Zertifizierung, Echtzeitfähigkeit und Sicherheitsanforderungen für längere Entwicklungszyklen und steigenden Druck auf Softwarearchitekturen.
Software- und Sicherheitsanforderungen werden in der Robotik zunehmend zum Engpass. Das zeigt die neue QNX-Studie „Inside the Robot: Architecture Benchmark Report“. Grundlage ist eine globale Befragung von 1.000 Robotikentwicklern.
Besonders in Deutschland prägen Sicherheitsanforderungen, Zertifizierungsprozesse und deterministisches Systemverhalten die Entwicklung moderner Robotiksysteme. 70 Prozent der deutschen Befragten berichten von Projektverzögerungen durch Zertifizierungsprozesse. 79 Prozent geben an, dass Zeit- und Budgetdruck zu Kompromissen bei sicherheitskritischen Aspekten führen können.
Ein zentrales Ergebnis betrifft Physical AI. 89 Prozent der Robotikentwickler in Deutschland sehen KI-gestützte Systeme, die ihre Umgebung wahrnehmen, Entscheidungen treffen und autonom handeln können, als entscheidend für ihre künftigen Strategien. Gleichzeitig ist die praktische Umsetzung anspruchsvoll. Gerade in dynamischen Umgebungen mit direkter Mensch-Maschine-Interaktion steigen die Anforderungen an sichere und vorhersehbare Systemreaktionen deutlich. Die zugrunde liegende Softwarearchitektur ist nach den Studienergebnissen nicht immer auf diese Komplexität ausgelegt.
Anzeige
Wie stark belastet Regulierung die Robotikprojekte?
Mit dem Einsatz von Robotiksystemen in realen und dynamischen Umgebungen wachsen die Anforderungen an funktionale Sicherheit, Cybersecurity und zuverlässige Systemarchitekturen. Für 92 Prozent der Entwickler ist deterministisches Echtzeitverhalten mittlerweile eine Grundvoraussetzung für den sicheren Betrieb. Vor dem produktiven Einsatz müssen Software, Maschinen und Menschen umfangreiche Zertifizierungsprozesse durchlaufen. Laut Studie führt das in Deutschland bei 70 Prozent der Befragten zu erheblichen Projektverzögerungen. Regulatorische Anforderungen zählen damit zu den größten Herausforderungen im Entwicklungsprozess.
Software wird zum limitierenden Faktor
Die Studie zeigt auch eine Verschiebung des Engpasses in der Robotikentwicklung. Was lange primär als Hardwarefrage galt, wird zunehmend von Softwarearchitektur und Integration bestimmt. Dennoch setzen 89 Prozent der Entwickler weiterhin zumindest teilweise auf allgemeine Betriebssysteme, auch für echtzeitfähige oder sicherheitskritische Anwendungen.
Anzeige
Softwarebasis wird zur Schlüsselfrage der Robotik
Jim Hirsch, Global VP of General Embedded Markets bei QNX, beschreibt den veränderten Fokus so: „Es geht nicht mehr nur um neue Funktionen oder höhere Rechenleistung, sondern um die Frage, wie sich komplexe Systeme sicher, zuverlässig und regelkonform betreiben lassen. Eine geeignete Softwarebasis, in der dieses Problem bereits von Beginn an adressiert wird, ist daher entscheidend, um die komplexen Zertifizierungsprozesse beherrschbar zu machen.“
Sie wollen mehr über den Fachkongress Digitale Fabrik wissen? Klicken Sie hier!
Warum Deutschland besonders gefordert ist
Im internationalen Vergleich ähneln sich die strukturellen Herausforderungen, sind aber unterschiedlich stark ausgeprägt. In Deutschland geben 85 Prozent der Entwickler an, dass ihre Systeme bereits in direkter Nähe zum Menschen eingesetzt werden oder dies in den kommenden Jahren geplant ist. Der globale Durchschnitt liegt bei 83 Prozent. Damit wächst die Lücke zwischen modernen Einsatzszenarien und bestehenden Softwarefundamenten. Viele Robotikplattformen basieren weiterhin auf Architekturen, die ursprünglich nicht für hochautonome oder sicherheitskritische Anwendungen entwickelt wurden. Die Wahl der Softwarebasis wird damit zu einer strategischen Entscheidung für skalierbare Robotik.
Anzeige
Quelle: QNX
FAQ zur Robotikstudie von QNX
1. Was zeigt die Robotikstudie von QNX?
Die Robotikstudie zeigt, dass Regulierung, Sicherheit, Echtzeitfähigkeit und Softwarearchitektur Robotikprojekte in Deutschland stark prägen.
2. Warum verzögert die Robotikstudie Projekte?
Laut Robotikstudie berichten 70 Prozent der deutschen Entwickler von Verzögerungen durch Zertifizierungsprozesse.
3. Welche Rolle spielt Physical AI in der Robotikstudie?
89 Prozent der Befragten in Deutschland sehen Physical AI als entscheidend für künftige Strategien.
4. Warum ist Echtzeitfähigkeit laut Robotikstudie wichtig?
92 Prozent der Entwickler halten deterministisches Echtzeitverhalten für eine Grundvoraussetzung sicherer Systeme.
5. Was bedeutet die Robotikstudie für Unternehmen?
Unternehmen müssen Sicherheitsanforderungen, Zertifizierbarkeit und Echtzeitfähigkeit früh in die Softwarearchitektur integrieren.
6. Welche Sicherheitsanforderungen nennt die Robotikstudie?
Die Robotikstudie verweist auf funktionale Sicherheit, Cybersecurity und zuverlässige Systemarchitekturen als zentrale Anforderungen.
7. Warum wird Software laut Robotikstudie zum Engpass?
Moderne Robotiksysteme benötigen zunehmend Echtzeitfähigkeit, Zertifizierbarkeit und regelkonformen Betrieb in komplexen Umgebungen.