Maschinenbau

Maschinenbau-Barometer: Hoffnung wächst

Das Maschinenbau-Barometer von PwC sendet im deutschen Maschinenbau erste Hoffnungssignale. Für eine klare Trendwende reichen die aktuellen Indikatoren jedoch noch nicht aus.

Der deutsche Maschinenbau steht auch 2026 vor Herausforderungen - welche sind das und wie kann die Branche darauf reagieren?
Der deutsche Maschinenbau steht auch 2026 vor Herausforderungen - insbesondere die Kosten bleiben laut Studie ein Problem.

Summary: PwC Deutschland meldet eine verbesserte Stimmung im deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Die Branchenprognose hellt sich auf, doch niedrige Kapazitätsauslastung, hoher Kostendruck und schwache Investitionen bremsen die Erholung. Besonders deutlich bleibt die Spaltung zwischen gut ausgelasteten Unternehmen und Betrieben mit stotternder Produktion.

Nach vier Jahren mit durchgängig negativen Umsatzprognosen zeigt das Maschinenbau-Barometer von PwC Deutschland erstmals wieder etwas mehr Zuversicht. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, hat sich der Anteil der Optimisten gegenüber dem Vorquartal nahezu verdoppelt. Gleichzeitig bleibt die Mehrheit der Entscheidungsträger skeptisch, denn von einer klaren Trendwende kann im deutschen Maschinen- und Anlagenbau weiterhin keine Rede sein.

Für die Gesamtbranche fällt die Umsatzprognose zwar deutlich besser aus als im Vorquartal. Dennoch bleibt sie mit durchschnittlich –0,7 % im Minus. Zuvor hatte die Prognose noch bei –2,8 % gelegen. Fast jeder zweite Befragte rechnet inzwischen mit Wachstum, nachdem es im Vorquartal nur jeder Dritte war.

Wie entwickelt sich das Maschinenbau-Barometer? 

Beim Blick auf die Konjunktur in Deutschland zeigt sich eine leichte Erholung. Knapp ein Viertel der befragten Entscheidungsträger blickt in den kommenden 12 Monaten optimistisch auf die wirtschaftliche Entwicklung. Im Vorquartal lag dieser Wert noch bei 14 %. Gleichzeitig erwartet mit 51 % weiterhin die Mehrheit eine negative Entwicklung.

Auch die Einschätzung der Weltwirtschaft fällt etwas zuversichtlicher aus. 36 % der Befragten äußern sich hier optimistisch, 29 % pessimistisch. Im Vorquartal lagen diese Werte noch bei 27 % beziehungsweise 34 %. Das Maschinenbau-Barometer deutet damit auf einen Stimmungsumschwung hin, ohne bereits eine belastbare Wende zu signalisieren.

Beim Blick auf das eigene Unternehmen sind die Erwartungen deutlich besser. Im Durchschnitt rechnen die Befragten hier mit einem Umsatzwachstum von 2,2 %. Knapp sechs von zehn erwarten ein Plus, nur noch jedes vierte Unternehmen geht von einem Rückgang aus. Entscheidend ist dabei laut PwC die aktuelle Kapazitätsauslastung.

„Die Kluft zwischen Betrieben, die nahezu unter Volllast laufen, und denen mit stotternder Produktion ist beachtlich“, bemerkt Bernd Jung, Senior Partner und Leiter der Praxisgruppe Industrial Manufacturing bei PwC Deutschland. „Eine hohe Auslastung beeinflusst den Blick der Befragten positiv: der Kostendruck ist geringer, der Wettbewerb beflügelt, anstatt zu lähmen, generell ist Wachstum möglich. Gering ausgelastete Firmen stehen langsam mit dem Rücken zu Wand. Ein Gegensteuern – sei es durch schlankere Prozesse, Automatisierung oder neue digitale Ansätze – ist dringend geboten.“

Tatsächlich erwarten Unternehmen mit einer aktuellen Auslastung von mindestens 90 % im Schnitt ein Umsatzwachstum von +5,2 %. Bei Unternehmen mit weniger als 80 % Auslastung liegt die Prognose dagegen bei –2,8 %.

Maschinenbau-Barometer: Kosten bleiben das Kernproblem 

Trotz der verbesserten Stimmung bleibt der Kostendruck das dominierende Thema der Branche. 81 % der Befragten nennen steigende Kosten weiterhin als größtes Wachstumshindernis für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Dahinter folgen politische Entwicklungen im Ausland mit 76 % sowie das schwierige Regulierungsumfeld mit 67 %. Auch die schwache Nachfrage bleibt mit 64 % ein zentrales Problem.

Hinzu kommt ein wachsender Wettbewerbsdruck, der inzwischen von 55 % der Befragten als Wachstumshindernis genannt wird. Der Fachkräftemangel verliert dagegen an Bedeutung und fällt mit 51 % auf den niedrigsten Wert seit 2018.

Auch kurzfristig bleibt die Lage angespannt. 47 % rechnen im kommenden Quartal mit steigenden Gesamtkosten. Gleichzeitig erwarten 59 % stabile Verkaufspreise, nur 30 % gehen von steigenden Preisen aus. Entsprechend rechnen 24 % mit sinkenden Margen, während lediglich 16 % steigende Margen erwarten.

„Der Kostendruck bleibt das Kernproblem der Branche. Wenn steigende Kosten nur begrenzt über den Preis weitergegeben werden können, geraten Profitabilität und Investitionsspielräume schnell unter Druck. Eine Erholung auf dem Energie- und Rohstoffmarkt ist in der gegenwärtigen Lage nicht absehbar. Umso wichtiger ist es, die eigene Kostenstruktur kritisch zu hinterfragen und Lieferketten widerstandsfähiger aufzustellen“, so Jung.

Warum bleibt die Investitionsbereitschaft schwach? 

Ein weiterer Bremsfaktor ist die anhaltend niedrige Kapazitätsauslastung. Sie liegt laut PwC durchschnittlich bei 81 % und damit unverändert zum Vorquartal. Jedes dritte Unternehmen bleibt unter der 80-%-Marke, nur knapp jedes fünfte arbeitet am oberen Kapazitätslimit. Seit drei Jahren ist die durchschnittliche Auslastung nicht mehr über 90 % gestiegen.

Die schwache Auslastung dürfte, wie aus der Mitteilung hervorgeht, auch ein Grund dafür sein, dass der Fachkräftemangel an Relevanz verliert. Wo Kapazitäten nicht voll genutzt werden, rücken andere operative Probleme stärker in den Vordergrund.

Auch bei den Investitionen bleiben die Unternehmen zurückhaltend. 18 % planen steigende Investitionen, 21 % rechnen mit einem Rückgang und 59 % erwarten stabile Investitionen. Kurzfristig haben die beschlossenen Sondervermögen des Bundes bislang keinen spürbaren Impuls gesetzt. Das Maschinenbau-Barometer signalisiert damit weiterhin eine Branche, die stark auf Sicht fährt.

Welche Rolle spielen Automatisierung und KI im Maschinenbau-Barometer? 

Neben den konjunkturellen und operativen Herausforderungen verweist PwC auf den strukturellen Veränderungsdruck im Maschinenbau. Automatisierung und KI gelten dabei als zentrale Hebel. Deutsche Unternehmen investieren demnach bereits in beide Felder, allerdings häufig projektbezogen und mit Fokus auf konkrete Kundenanwendungen.

„Vereinzelte Hoffnungssignale ändern nichts daran, dass der Maschinen- und Anlagenbau weiter unter hohem Veränderungsdruck steht. Bis 2030 wird sich der Automatisierungsgrad im Maschinenbau weltweit nahezu verdreifachen. Deutsche Unternehmen investieren in KI und Automatisierung, jedoch häufig projektbezogen und mit Fokus auf konkrete Kundenanwendungen. Mit Blick auf China gilt es für den deutschen Maschinenbau, noch mutiger den Automatisierungsgrad zu beschleunigen“, bemerkt Jung.

Damit zeigt das Maschinenbau-Barometer, dass sich die Branche zwar leicht stabilisiert, gleichzeitig aber vor tiefgreifenden Anpassungen steht. Automatisierung, digitale Ansätze und effizientere Prozesse werden in der Mitteilung ausdrücklich als notwendige Hebel genannt, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Was zeigt das Maschinenbau-Barometer für die Branche?

In Summe zeichnet das Maschinenbau-Barometer ein gemischtes Bild. Der Optimismus hat sich gegenüber dem Vorquartal deutlich verbessert, die Branchenprognose fällt weniger negativ aus und viele Unternehmen erwarten für das eigene Geschäft wieder Wachstum. Gleichzeitig bleiben die strukturellen Belastungen hoch.

Vor allem Kosten, niedrige Auslastung, schwache Investitionsdynamik und anhaltender Margendruck verhindern bislang eine klare Trendwende. Wie PwC Deutschland mitteilt, liefert die aktuelle Erhebungswelle damit zwar einen leichten Hoffnungsschimmer, aber noch kein belastbares Signal für einen nachhaltigen Aufschwung im deutschen Maschinen- und Anlagenbau.

Quelle: PwC

Das Maschinenbau-Barometer

• Was zeigt das Maschinenbau-Barometer für den deutschen Maschinenbau? – Das Maschinenbau-Barometer zeigt eine verbesserte Stimmung und eine weniger negative Branchenprognose, aber noch keine klare Trendwende.

• Warum bleibt das Maschinenbau-Barometer trotz besserer Zahlen vorsichtig? – Weil Kapazitätsauslastung, Kostendruck, Margenentwicklung und Investitionsbereitschaft weiterhin schwach bleiben.

• Welche Rolle spielt die Kapazitätsauslastung im Maschinenbau-Barometer? – Sie beeinflusst die Erwartungen stark: Hoch ausgelastete Unternehmen blicken deutlich optimistischer auf Umsatz und Wachstum.

• Welche Belastungen nennt das Maschinenbau-Barometer besonders häufig? – Vor allem steigende Kosten, politische Entwicklungen im Ausland, Regulierung, schwache Nachfrage und Wettbewerbsdruck.

• Was sagt das Maschinenbau-Barometer zu KI und Automatisierung? – KI und Automatisierung gelten als wichtige Hebel, um Prozesse zu verbessern und den Veränderungsdruck im Maschinenbau zu bewältigen.