Die Elektroindustrie verzeichnet im März 2026 ein deutliches Auftragsplus. Laut ZVEI stiegen die Bestellungen um 11,5 %, getragen vor allem von kräftiger Nachfrage aus dem Ausland.
Warum meldet die Elektroindustrie ein Auftragsplus? Der ZVEI sieht im März 2026 deutlich mehr Bestellungen und höhere Umsätze.Bartek - stock.adobe.com - mit KI erstellt
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Summary:
Der ZVEI meldet für die deutsche Elektro- und Digitalindustrie im März 2026 ein Auftragsplus von 11,5 % gegenüber Vorjahr. Besonders stark legten die Auslandsorders zu, während Produktion und Umsatz ebenfalls wuchsen. Unsicher bleiben Nachhaltigkeit der Entwicklung, Materialknappheiten und geopolitische Belastungen.
Wie stark fällt das Auftragsplus in der Elektroindustrie aus?
Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie ist mit einem deutlichen Auftragsplus in den Frühling gestartet. Wie der ZVEI in einer Presseinformation mitteilt, stiegen die Auftragseingänge im März 2026 um 11,5 % gegenüber dem Vorjahr.
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„Damit war der März der mit Abstand beste Monat im laufenden Jahr”, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Zugleich verweist der Verband auf ein schwieriges weltwirtschaftliches Umfeld. „Angesichts der hohen geopolitischen Unsicherheit im weltwirtschaftlichen Umfeld wird sich allerdings erst noch zeigen müssen, wie nachhaltig die gute jüngste Entwicklung nach vorne gerichtet ist.”
Getragen wurde die Entwicklung vor allem vom Auslandsgeschäft. Während aus dem Inland im März 1,9 % mehr Bestellungen eingingen, erhöhten ausländische Kunden ihre Orders um ein Fünftel, also um 19,4 %. Besonders stark fiel der Zuwachs bei Bestellungen aus Drittländern aus. Sie legten um 26,5 % zu. Aus der Eurozone kamen 7,3 % mehr Aufträge.
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Auslandsorders treiben das erste Quartal
Auch im gesamten ersten Quartal 2026 lagen die Bestellungen der Elektro- und Digitalindustrie über dem Vorjahresniveau. Zwischen Januar und März stiegen sie um 6,0 % gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres.
Die Inlandsorders erhöhten sich im Quartal um 2,7 %. Die Auslandsaufträge legten mit 8,6 % stärker zu. Innerhalb des Auslandsgeschäfts zeigte sich die Eurozone besonders dynamisch: Die Auftragseingänge aus dem gemeinsamen Währungsraum nahmen um 11,4 % zu. Aus dem übrigen Ausland kamen 7,0 % mehr Bestellungen.
Damit bleibt die internationale Nachfrage ein zentraler Faktor für die Branchenentwicklung. Der März markiert in den vorliegenden Zahlen den stärksten Monat des laufenden Jahres, zugleich bleibt offen, wie belastbar dieser Trend angesichts geopolitischer Unsicherheiten ist.
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Wie entwickelt sich die Produktion der Elektroindustrie?
Auch die Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter in Deutschland hat sich im März deutlich positiver entwickelt. Der preisbereinigte Branchenoutput wuchs um 4,5 % gegenüber dem Vorjahr.
„Allerdings konnte das Ergebnis fürs gesamte erste Quartal damit noch nicht wieder ins Plus gedreht werden”, so Gontermann. „Hier steht noch ein leichter Output-Rückgang um 0,5 Prozent in den Büchern.”
Der Produktionsanstieg im März reicht damit noch nicht aus, um das Quartal insgesamt positiv abzuschließen. Für die Branche ergibt sich ein gemischtes Bild: Der aktuelle Monatswert zeigt eine spürbare Verbesserung, das erste Quartal bleibt beim Output jedoch leicht unter dem Vorjahresniveau.
Die nominalen Erlöse der deutschen Elektro- und Digitalunternehmen legten im März 2026 um 8,1 % zu. Insgesamt erreichte der Branchenumsatz 21,9 Milliarden EUR.
Inlands- und Auslandsumsatz entwickelten sich dabei ähnlicher als noch im Januar und Februar. Der Inlandsumsatz stieg um 8,9 %, der Auslandsumsatz um 7,3 %. Besonders kräftig zogen die Geschäfte mit Kunden aus der Eurozone an. Sie wuchsen um 12,3 %. Mit Partnern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums ergab sich ein Plus von 4,4 %.
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Im ersten Quartal 2026 summierte sich der Branchenumsatz auf 56,6 Milliarden EUR. Das entspricht einem Plus von 3,2 % gegenüber dem Vorjahreswert. Davon entfielen 27,0 Milliarden EUR auf Geschäfte im Inland, ein Zuwachs von 5,8 %. Die Erlöse mit Auslandskunden erreichten 29,7 Milliarden EUR und lagen damit 1,1 % höher.
Der Umsatz mit Partnern aus dem Euroraum stieg zwischen Januar und März um 3,9 % auf 11,2 Milliarden EUR. Bei den Geschäften mit Drittländern wurde dagegen noch ein leichtes Minus von 0,6 % auf 18,5 Milliarden EUR verbucht.
Warum verschieben sich die Produktionshemmnisse?
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Zu Beginn des zweiten Quartals ist die Kapazitätsauslastung in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie leicht gesunken. Sie ging von 80,4 % auf 79,6 % der üblichen Vollauslastung zurück. Gleichzeitig erhöhte sich die Reichweite der Auftragsbestände von 4,0 auf 4,6 Produktionsmonate.
Auch die Produktionshemmnisse haben sich laut ZVEI verschoben. Nur noch 25 % der Unternehmen berichteten zu Beginn des zweiten Quartals von Auftragsmangel, nach zuvor 40 %. Gleichzeitig stieg der Anteil der Elektrofirmen, die Materialknappheiten im weitesten Sinn verspüren, von elf auf 19 %.
„Hier dürften sich Folgen des Iran-Kriegs hereinkratzen”, so Gontermann. Damit rücken neben der Nachfrage wieder stärker Fragen der Materialverfügbarkeit in den Vordergrund.
Geschäftsklima bleibt trotz Unsicherheit stabil
Das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie ist laut ZVEI trotz des Kriegs in Nahost im April nicht eingebrochen. Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Lage sogar besser als im März.
„Die aktuelle Lage wurde sogar besser beurteilt als im März. Die allgemeinen Geschäftserwartungen fielen allerdings deutlicher zurück und liegen jetzt nur noch auf der Nulllinie“, sagte Gontermann. Die spezifischeren Exporterwartungen änderten sich im April kaum.
Damit zeigt sich ein zweigeteiltes Stimmungsbild. Die aktuelle Lage verbessert sich, während die Erwartungen vorsichtiger ausfallen. Für die Elektro- und Digitalindustrie bleibt damit entscheidend, ob sich das kräftige Auftragsplus aus dem März in den kommenden Monaten fortsetzt.
FAQ zum Auftragsplus in der Elektroindustrie
• Wie hoch war das Auftragsplus in der Elektroindustrie im März 2026? – Die Auftragseingänge der deutschen Elektro- und Digitalindustrie stiegen im März 2026 um 11,5 % gegenüber dem Vorjahr.
• Woher kam das Auftragsplus in der Elektroindustrie vor allem? – Das Auftragsplus wurde vor allem durch das Auslandsgeschäft getragen. Ausländische Kunden bestellten 19,4 % mehr als im Vorjahr.
• Wie entwickelte sich das Auftragsplus in der Elektroindustrie im ersten Quartal? – Im ersten Quartal 2026 lagen die Bestellungen um 6,0 % über dem Vorjahreszeitraum.
• Welche Rolle spielt das Auftragsplus in der Elektroindustrie für die Produktion? – Die Produktion stieg im März um 4,5 %, im gesamten ersten Quartal lag der Output jedoch noch 0,5 % unter Vorjahr.
• Warum bleibt das Auftragsplus in der Elektroindustrie unsicher? – Der ZVEI verweist auf geopolitische Unsicherheit, rückläufige Geschäftserwartungen und zunehmende Materialknappheiten.