Remote-I/O für Fabrikautomation

Lapp: Remote-I/O bringt Intelligenz in die Feldebene

Remote-I/O wird zum Schlüssel für dezentrale Fabrikautomation. Lapp erweitert deshalb sein Portfolio um aktive Komponenten für die Feldebene. Ein Interview mit Jürgen Greger,  Produktmanager Industrial Communication bei Lapp.

Jürgen Greger, Experte für industrielle Kommunikation bei Lapp.
Jürgen Greger, Experte für industrielle Kommunikation bei Lapp.

Summary: Lapp erweitert sein Portfolio mit der UNITRONIC® ACCESS Produktreihe, die Remote-I/O Geräte umfasst und eine dezentrale Kommunikation zwischen Sensoren und Aktoren ermöglicht. Diese Lösung reduziert den Verkabelungsaufwand und erleichtert die Systemintegration. Mit IO-Link und Unterstützung mehrerer Protokolle bietet sie eine flexible und kostensparende Lösung für verschiedene industrielle Anwendungen. Unternehmen profitieren von einer einfachen Installation und Wartung.

Mit der neuen Produktfamilie UNITRONIC® ACCESS hat Lapp erstmals eigene Remote-I/O Geräte vorgestellt und damit sein Portfolio im Bereich Industrial Communication gezielt ausgebaut und damit eröffnen sich innovative Möglichkeiten für eine dezentrale Kommunikation zwischen Sensoren und Aktoren, die sich mit geringem Verkabelungsaufwand und einfacher Systemintegration realisieren lassen. Auf diese Weise erweitert das Unternehmen sein Angebot um einen zukunftsorientierten Baustein.

IO-Link gewinnt in der industriellen Automatisierung zunehmend an Relevanz. Worin liegen die Gründe dafür?

Jürgen Greger:  „ IO-Link gilt heute als zeitgemäßer Kommunikationsstandard, der herkömmliche analoge und digitale Signalübertragungen immer häufiger ersetzt. Im Unterschied zu rein binären Schnittstellen ermöglicht IO-Link die Übertragung strukturierter Datenpakete mit einem Umfang von bis zu 32 Byte je Zyklus, über preiswerte, ungeschirmte Standardleitungen. 

Dadurch können neben aktuellen Prozesswerten auch umfangreiche Diagnosedaten bereitgestellt werden. Darüber hinaus lassen sich Geräte komfortabel aus der Ferne parametrieren und bei Bedarf ohne aufwendige Neueinstellungen austauschen. Diese Kombination aus Datenvielfalt, Effizienz und Flexibilität macht IO-Link zur optimalen Technologie für die Feldebene, auf der Sensoren und Aktoren sicher angebunden und ihre Signale zuverlässig weiterverarbeitet werden.“

Erfahren Sie mehr über die Digitale Fabrik: Klicken Sie hier!

Welche Gründe haben Lapp dazu bewogen, das Portfolio um eigene Remote-I/O Geräte zu erweitern, und welchen konkreten Nutzen bringen diese Lösungen ihren Anwendern?

Greger: „Mit unseren bewährten Etherline Access Switches und Routern decken wir bereits die Steuerungsebene ab. Jetzt gehen wir einen Schritt weiter: Mit den neuen Remote-I/O-Komponenten Unitronic Access, also den IO-Link-Mastern und -Hubs, bringen wir erstmals aktive Komponenten auf die Feldebene. Damit bieten wir unseren Kunden die komplette Infrastruktur für industrielle Netzwerke: aktive und passive Komponenten aus einer Hand, inklusive durchgängiger Verbindung vom Sensor bis zur Steuerung oder sogar in die Cloud.“

Welche konkreten Mehrwerte ergeben sich daraus, vor allem für Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau?

Im neuen Lapp Exploration Center haben Kunden die Möglichkeit, sich von Lapp Experten praxisnah schulen zu lassen.
Im neuen Lapp Exploration Center haben Kunden die Möglichkeit, sich von Lapp Experten praxisnah schulen zu lassen.

Greger: „Dezentralisierung, Flexibilität und Kosteneinsparung sind da wichtige Faktoren. In vielen Anwendungen, etwa in der Intralogistik, ist es ineffizient, jeden Sensor einzeln in den Schaltschrank zu verdrahten. Dank der Schutzarten IP67 und IP69K lassen sich unsere Unitronic Access Module direkt in der Anlage installieren. Das spart Platz, reduziert den Verdrahtungsaufwand erheblich und senkt so die Fehleranfälligkeit. 

Zugleich ermöglicht IO-Link die einfache Integration digitaler Sensoren und bestehende Standardkabel können problemlos weiterverwendet werden. Ein weiterer Pluspunkt ist die einfache Plug-and-Play-Inbetriebnahme sowie die automatische Parametrierung beim Austausch eines Sensors. Das senkt nicht nur Installations-, sondern auch Wartungskosten.“

Wodurch heben sich die Remote-I/O Geräte von Lapp von anderen am Markt verfügbaren Lösungen ab?

Greger: „Das Portfolio von Lapp ist besonders vielseitig: Unsere Unitronic Access Geräte sind als Multiprotokoll- und Singleprotokoll-Variante erhältlich. Die Multiprotokoll-Geräte unterstützen fünf gängige Industrial-Ethernet-Protokolle (PROFINET, Ethernet/IP, EtherCAT, Modbus TCP, CC-Link IE) sowie vier IoT-Protokolle wie OPC UA, MQTT, REST API und CoAP. Das gewünschte Protokoll können Kunden über einen Drehschalter wählen, ohne zusätzliche Softwarekonfigurationen vorzunehmen. Hinzu kommen robuste Metallgehäuse und ein weiter Temperaturbereich von -40 bis +70 °C, die für Zuverlässigkeit unter harschen Bedingungen sorgen. Dieser Qualitätsanspruch zeigt sich bereits in der Fertigung: Als Stuttgarter Familienunternehmen produzieren wir unsere Remote-I/O Geräte in Deutschland, sodass kurze Lieferzeiten und höchste Qualitätsstandards gewährleistet sind.“

Wie schwierig ist es, die neue Lösung in bestehende Automatisierungssysteme zu integrieren, die bereits seit vielen Jahren im Einsatz sind?

Greger: „Das ist ganz unkompliziert. Kunden können ihre vorhandenen M12-Standardleitungen weiterverwenden und bestehende digitale Sensoren schrittweise durch IO-Link-fähige Geräte ersetzen. Die Konfiguration erfolgt über ein intuitives Webinterface und beim Austausch eines Sensors werden dessen Parameter automatisch übernommen – das ist echtes Plug-and-Play. Auch die Anbindung an übergeordnete IT-Systeme oder Clouds gelingt nahtlos, dank der integrierten IoT-Protokolle.“

Die dezentrale Fabrikautomatisierung wird immer wichtiger. Die richtigen Produkte dafür liefert Lapp.
Die dezentrale Fabrikautomatisierung wird immer wichtiger. Die richtigen Produkte dafür liefert Lapp.

Für welche Einsatzbereiche sind die Remote-I/O Geräte von Lapp besonders geeignet?

Greger: „ Unitronic Access eignet sich überall dort, wo viele Sensoren und Aktoren dezentral erfasst oder angesteuert werden müssen. Die Einsatzgebiete reichen also von der Fördertechnik und dem Maschinenbau bis hin zur Lebensmittel- oder Automobilindustrie. Besonders interessant ist das für OEMs, die international agieren. Dank Multiprotokoll-Support können sie weltweit mit einem einzigen Gerätetyp arbeiten, unabhängig vom eingesetzten Feldbusstandard. Das sorgt für maximale Flexibilität bei der Entwicklung modularer Maschinen und vereinfacht die Integration in heterogenen Anlageumgebungen.“ 

Welche Weiterentwicklungen und innovativen Lösungen dürfen Anwender in den kommenden Jahren von Lapp erwarten?

Greger: „Die neuen Remote I O Geräte von Lapp sind fest in eine ganzheitliche Unternehmensstrategie eingebettet und stellen kein isoliertes Einzelprojekt dar. Ziel ist es, das Portfolio konsequent weiterzuentwickeln und unter anderem um zusätzliche Lösungen in den Bereichen Diagnose und Visualisierung zu ergänzen. Interessierte Anwender haben die Möglichkeit, sich im Lapp Exploration Center in Stuttgart selbst ein Bild davon zu machen. Dort demonstrieren wir anschaulich, wie moderne Verbindungstechnologie schon heute Antworten auf die Herausforderungen von morgen liefert.“

Quelle: Lapp

FAQ: Unitronic Access Produktreihe

Was ist der Hauptvorteil der  Unitronic Access Geräte? - Die Hauptvorteile sind die Reduzierung des Verkabelungsaufwands, die einfache Integration von digitalen Sensoren und die Möglichkeit zur Fernparametrierung. Zudem bieten die Geräte eine hohe Flexibilität und ermöglichen Kosteneinsparungen durch die dezentrale Installation.

Was ist IO-Link und warum ist es wichtig? - IO-Link ist ein moderner Kommunikationsstandard, der herkömmliche analoge und digitale Signalübertragungen ersetzt. Er ermöglicht die Übertragung strukturierter Daten, einschließlich umfangreicher Diagnosedaten, und erleichtert den Fernzugriff auf Geräte für die Parametrierung und Wartung.

Für welche Einsatzbereiche sind die Remote-I/O Geräte von Lapp besonders geeignet? - Die Geräte eignen sich besonders für Anwendungen in der Intralogistik, im Maschinenbau, in der Lebensmittelindustrie sowie in der Automobilindustrie. Sie sind auch ideal für OEMs, die international agieren und eine flexible Lösung benötigen.

Wie einfach ist es, die neuen Remote-I/O Geräte in bestehende Systeme zu integrieren? - Die Integration ist unkompliziert. Bestehende M12-Standardleitungen können weiterverwendet werden, und die Konfiguration erfolgt über ein benutzerfreundliches Webinterface. Der Austausch von Sensoren erfolgt automatisch mit der Übernahme der Parameter.

Welche Protokolle unterstützen die Unitronic Access Geräte? - Die Geräte unterstützen sowohl Industrial-Ethernet-Protokolle wie PROFINET, Ethernet/IP, EtherCAT, Modbus TCP und CC-Link IE als auch IoT-Protokolle wie OPC UA, MQTT, REST API und CoAP. Dadurch können sie in verschiedenen industriellen Netzwerken problemlos eingesetzt werden.

Wo werden die Unitronic Access Geräte produziert? - Die Geräte werden in Deutschland gefertigt, was für kurze Lieferzeiten und höchste Qualitätsstandards sorgt. Lapp stellt sicher, dass die Produkte die strengen Anforderungen der Industrie erfüllen.

Welche zukünftigen Entwicklungen sind von Lapp zu erwarten? - Lapp plant, das Portfolio weiter auszubauen und zusätzliche Lösungen in den Bereichen Diagnose und Visualisierung zu integrieren. Zudem wird das Unternehmen seine Produkte kontinuierlich weiterentwickeln, um den Anforderungen der Industrie von morgen gerecht zu werden.