Fräsroboter erreichen inzwischen Genauigkeiten im Submillimeterbereich. Weiss Spindeltechnologie liefert dafür speziell entwickelte Frässpindeln.
Peter KlingaufPeterKlingauf
In enger Zusammenarbeit mit Siemens und dem Fraunhofer IFAM hat Weiss Spindeltechnologie spezielle Frässpindeln entwickelt, die es ermöglicht, das Potenzial von hybriden Fräsrobotern optimal auszuschöpfen.Weiss-Spindeltechnologie
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Summary: Weiss Spindeltechnologie hat in Zusammenarbeit
mit Siemens und dem Fraunhofer IFAM spezielle Frässpindeln für Fräsroboter
entwickelt. Grundlage ist das patentierte Sinumerik-Machine-Tool-Robot-Konzept
mit verbesserter Kinematik, Antriebstechnik und Regelung. Die Lösung soll
mobile Instandhaltung, Großteilbearbeitung und flexible Fertigungszellen
wirtschaftlicher machen.
Wie Fräsroboter zur mobilen Fräslösung werden
Industrieroboter übernehmen in der Produktion längst mehr
als reine Handhabungsaufgaben. Inzwischen rückt auch das präzise Fräsen mit
Genauigkeiten im Submillimeterbereich in den Fokus. Möglich wird das durch eine
Kombination aus optimierter Kinematik, hoher Steifigkeit, leistungsfähiger
Antriebstechnik und speziell angepasster Spindeltechnologie.
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Die zu Innomotics gehörende Weiss Spindeltechnologie hat
dafür spezielle Frässpindeln entwickelt. Die Entwicklung entstand in enger
Zusammenarbeit mit Siemens und dem Fraunhofer IFAM, wie aus der Mitteilung
hervorgeht. Ziel war es, das Potenzial hybrider Fräsroboter besser
auszuschöpfen und Anwendungen zu erschließen, die bislang technisch schwierig
oder wirtschaftlich kaum darstellbar waren.
Bereits 2019 untersuchte Siemens gemeinsam mit
Fraunhofer-Instituten in einer Marktanalyse, welche Anwendungen von
verbesserter Robotertechnologie profitieren könnten. Neben Laserschneiden und
Auftragsschweißen rückte dabei besonders das präzise Fräsen in den Vordergrund.
Der entscheidende Engpass war lange die erzielbare Genauigkeit.
Die technische Basis bildet das patentierte
Sinumerik-Machine-Tool-Robot-Konzept, kurz MTR. Es kombiniert eine stark
verbesserte Kinematik mit leistungsfähigen Antriebsmotoren und intelligenter
Regelungstechnik. Nach Angaben aus der Mitteilung erreichen Fräsroboter mit
MTR-Technologie inzwischen eine um den Faktor zehn verbesserte Präzision
gegenüber konventionellen Industrierobotern.
Damit arbeiten die Systeme im Submillimeterbereich. Für
die robotergestützte Zerspanung ist das ein wichtiger Schritt, denn gerade beim
Fräsen entscheidet die stabile und wiederholgenaue Bewegung über die Qualität
der Bearbeitung.
Die verbesserte Roboterkinematik allein reicht jedoch
nicht aus. Um die Genauigkeit am Werkstück tatsächlich umzusetzen, ist die
Frässpindel eine zentrale Komponente. Genau hier setzt Weiss Spindeltechnologie
als Fachbereich der Innomotics GmbH an.
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Leichtbau als Schlüssel für Fräsroboter
Eine der größten Herausforderungen lag in der Masse der
Spindel. Bei Roboteranwendungen sitzt die Spindel am Ende des Arms. Dadurch
wirkt sich jedes zusätzliche Kilogramm besonders stark auf Dynamik, Stabilität
und Belastung aus.
Weiss-Projektleiter Georg Sauer beschreibt die
Anforderung so: „Im Gegensatz zu stationären Werkzeugmaschinen spielt bei
Roboteranwendungen jedes Kilogramm eine entscheidende Rolle, da die Spindel am
Ende des Arms sitzt, und sich dort das Gewicht vervielfacht.“
Die Entwickler setzten deshalb auf konsequenten
Leichtbau. Durch angepasste Konstruktion und optimierte Materialauswahl sollte
die Spindel so leicht wie möglich ausgeführt werden, ohne Stabilität und
Leistung zu beeinträchtigen.
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Warum die Peripherie beim Fräsroboter zählt
Neben dem Gewicht spielte auch die Peripherie eine
zentrale Rolle. Robotersysteme sind in der Anschaffung in der Regel deutlich
kostengünstiger als viele Werkzeugmaschinen. Dieser Vorteil sollte nicht durch
aufwendige Zusatzaggregate verloren gehen.
Sauer erklärt dazu: „und diesen Kostenvorteil wollten wir
natürlich nicht durch teure Zusatzaggregate zunichtezumachen“. Deshalb wurde
die Spindel-Baureihe bewusst als Asynchron-Variante ausgelegt. Dadurch
entfallen Komponenten, die bei Synchronmotoren erforderlich wären. Auch auf
eine Drossel konnte Weiss durch intelligente Motorauslegung verzichten.
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Die Betätigung der Werkzeugwechseleinheit erfolgt
pneumatisch statt hydraulisch. Das ist für Roboteranwendungen relevant, weil
Roboter typischerweise keine Hydraulikaggregate besitzen, ein
Druckluftanschluss dagegen meist vorhanden ist. Bei der Kühlung fiel die
Entscheidung auf Wasserkühlung, da sie bei vergleichbarer Leistung geringe
Abmessungen ermöglicht.
Fünf Spindelvarianten für robotergestützte Zerspanung
Die vom Innomotics-Fachbereich Weiss Spindeltechnolgie entwickelte Fräsroboterspindel ist besonders leicht konstruiert und verzichtet auf zahlreiche Peripheriegeräte.Weiss-Spindeltechnologie
Die neuen Frässpindeleinheiten für Roboter stehen aktuell
in fünf Varianten zur Verfügung. Das Spektrum reicht von der kleinen RS1 mit
6,6 kW, HSK-A32 und 25,7 kg bis zu den großen Varianten RS4 und RS5 mit 16,5
kW, HSK-A63 und 58 kg.
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RS4 und RS5 unterscheiden sich vor allem durch die
Drehzahl. Die RS4 ist für bis zu 16.000 min-1 ausgelegt, während die RS5 bis zu
21.000 min-1 erreicht.
Optional lassen sich alle Weiss-Spindeln mit einer nach
ISO 9409-1 genormten Schnittstelle zum Roboter ausstatten. Dadurch können die
Frässpindeln grundsätzlich an unterschiedlichen Robotersystemen eingesetzt
werden.
Wo Fräsroboter ihre Stärken ausspielen
Ihr volles Potenzial entfalten die Spindeln besonders in
einer abgestimmten Fräsroboterlösung. In dieser Kombination kommen die
Kinematik von Autonox Robotics, die CNC-Antriebs- und Steuerungstechnik von
Siemens sowie die Frässpindeltechnologie von Weiss zusammen.
Ein wichtiges Einsatzfeld sind sehr große oder schwere
Werkstücke. Bei Instandhaltungsarbeiten an Schiffsschrauben oder anderen
maritimen Großkomponenten kann der mobile Fräsroboter direkt am Bauteil
arbeiten. Aufwendiger Ausbau, Spezialtransport und Bearbeitung auf großen
Maschinen können dadurch entfallen.
Bei Bedarf kann der Roboter nicht nur fräsen, sondern
auch Auftragsschweißungen übernehmen. Das eröffnet insbesondere in der mobilen
Instandhaltung zusätzliche Prozessoptionen.
Ein weiteres Einsatzszenario ist die Bearbeitung
großflächiger Werkstücke. Wird der Fräsroboter auf ein Schienensystem gesetzt,
lässt sich der Arbeitsbereich deutlich erweitern. Bei einer zehn Meter langen
Schiene und einem Roboter-Aktionsradius von zwei Metern entsteht ein effektiver
Bearbeitungsbereich von 14 Metern. Mit zwei Robotern auf gegenüberliegenden
Schienen verdoppelt sich dieser auf 28 Meter.
FAQ Fräsroboter
Was ist der zentrale Vorteil der neuen
Fräsroboter-Spindel? – Die Spindel ermöglicht präzises Fräsen im
Submillimeterbereich und ist zugleich für den mobilen Einsatz am Roboterarm
ausgelegt.
Warum ist Leichtbau bei Fräsrobotern wichtig? – Die
Spindel sitzt am Ende des Roboterarms, wodurch sich jedes zusätzliche Kilogramm
besonders stark auf das System auswirkt.
Welche Fräsroboter-Anwendungen nennt Weiss? – Genannt
werden mobile Instandhaltung, Großteilbearbeitung und flexible
Fertigungszellen.
Welche Technik steckt hinter der Präzision der
Fräsroboter? – Grundlage ist das Sinumerik-Machine-Tool-Robot-Konzept mit
verbesserter Kinematik, Antriebstechnik und Regelung.
Welche Fräsroboter-Spindelvarianten bietet Weiss an? –
Die Baureihe umfasst aktuell fünf Varianten, von der RS1 mit 6,6 kW bis zu RS4
und RS5 mit 16,5 kW.