Das Arbeitsmarktbarometer des IAB zeigt einen deutlich eingetrübten Beschäftigungsausblick. Industriekrise und Ölpreisschock belasten die Chancen am deutschen Arbeitsmarkt.
Die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs machen sich in Deutschland bemerkbar. Arbeitsmarktforschern zufolge belastet der Ölpreisschock die Beschäftigungschancen.bluedesign - stock.adobe.com
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Summary:
Das IAB blickt im April pessimistisch auf die Beschäftigungsaussichten in Deutschland. Das Arbeitsmarktbarometer bleibt bei 99,4 Punkten, während die Beschäftigungskomponente auf 100 Punkte sinkt. Belastend wirken die Dauerkrise in der Industrie, der Ölpreisschock und die Folgen des Iran-Kriegs.
Warum das Arbeitsmarktbarometer weiter unter Druck steht
Arbeitsmarktforscher bewerten die Beschäftigungsaussichten in Deutschland so pessimistisch wie seit der Corona-Pandemie nicht mehr. Das geht aus dem Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hervor, wie das IAB mitteilt.
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„Die Dauerkrise in der Industrie und der Ölpreisschock drücken auf die Beschäftigung“, sagte Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen am IAB. Damit rücken zwei Belastungsfaktoren in den Vordergrund, die für Industrie, Produktion und Gesamtwirtschaft gleichermaßen relevant sind.
Die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs machen sich nach Einschätzung der Arbeitsmarktforscher in Deutschland bemerkbar. In der Befragung nannten 20 der 146 Arbeitsagenturen den Iran-Krieg und seine Folgen als Grund für die eingetrübten Erwartungen.
Arbeitsmarktbarometer bleibt unter neutraler Marke
Das IAB veröffentlicht monatlich ein Arbeitsmarktbarometer. Es basiert auf einer Umfrage unter allen deutschen Arbeitsagenturen zu deren Erwartungen. Das Instrument gibt sowohl eine Einschätzung zur Beschäftigung als auch eine Prognose zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit ab.
Im April lag das Barometer wie bereits im Vormonat bei 99,4 Punkten. Ein Wert von 100 Punkten steht für eine neutrale Entwicklung am Arbeitsmarkt. 110 Punkte würden eine besonders gute Entwicklung anzeigen, 90 Punkte eine besonders schlechte.
Damit bleibt der Gesamtindikator unter der neutralen Marke. Für Unternehmen aus Industrie, Maschinenbau und Produktion ist vor allem die Beschäftigungskomponente relevant, da sie Hinweise auf die weitere Personaldynamik in der Wirtschaft gibt.
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Wie schwach ist der Beschäftigungsausblick?
Die Komponente zur Vorhersage der Beschäftigung in Deutschland sank im April um 0,2 Zähler auf 100 Punkte. Damit erreichte sie die neutrale Marke, lag aber zugleich auf dem schwächsten Stand außerhalb der Corona-Pandemie, wie das IAB erklärt.
Der Rückgang zeigt, dass die Erwartungen an zusätzliche Beschäftigung deutlich nachlassen. Besonders die anhaltende Schwäche der Industrie wirkt dabei als Belastungsfaktor. Hinzu kommt der Ölpreisschock, der die wirtschaftlichen Perspektiven zusätzlich eintrübt.
Für die industrielle Wertschöpfung ist diese Entwicklung bedeutsam, weil Beschäftigungserwartungen eng mit Auftragslage, Auslastung und Investitionsbereitschaft zusammenhängen. Das IAB verweist jedoch ausschließlich auf die belastenden Faktoren Industriekrise und Ölpreisschock.
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Arbeitslosigkeit dürfte weiter steigen
Neben dem Beschäftigungsausblick signalisiert das Arbeitsmarktbarometer auch eine ungünstigere Entwicklung bei der Arbeitslosigkeit. Die entsprechende Komponente weist nach Angaben des IAB auf eine steigende Arbeitslosigkeit hin.
Die Arbeitslosenquote in Deutschland lag im März bei 6,4 %. Die Zahl der Arbeitslosen sank zwar im Zuge der allgemeinen Frühjahrsbelebung gegenüber Februar um 49.000 auf 3,021 Millionen Menschen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag sie jedoch höher.
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An diesem Donnerstag legt die Bundesagentur für Arbeit die Arbeitsmarktzahlen für April vor. Dann wird sichtbar, wie sich die Einschätzungen aus dem IAB-Arbeitsmarktbarometer in den aktuellen Arbeitsmarktdaten widerspiegeln.
Mit Material der dpa
FAQ zum Arbeitsmarktbarometer
• Was zeigt das Arbeitsmarktbarometer des IAB? – Das Arbeitsmarktbarometer zeigt die Erwartungen der deutschen Arbeitsagenturen zur Beschäftigung und zur Arbeitslosigkeit.
• Warum steht das Arbeitsmarktbarometer im April bei 99,4 Punkten? – Der Wert spiegelt einen eingetrübten Ausblick wider. Belastend wirken laut IAB die Industriekrise und der Ölpreisschock.
• Was bedeutet das Arbeitsmarktbarometer für die Beschäftigung? – Die Beschäftigungskomponente sank auf 100 Punkte und liegt damit auf dem schwächsten Stand außerhalb der Corona-Pandemie.
• Welche Rolle spielt der Iran-Krieg für das Arbeitsmarktbarometer? – In der Befragung nannten 20 von 146 Arbeitsagenturen den Iran-Krieg und seine Folgen als Grund für die Belastungen.
• Was sagt das Arbeitsmarktbarometer zur Arbeitslosigkeit? – Die Komponente zur Vorhersage der Arbeitslosigkeit signalisiert eine weiter steigende Arbeitslosigkeit.