Autozulieferer: Über 1.000 Jobs bei Bohai und Schlote-Gruppe in Gefahr
Autozulieferer im Harz stehen vor einer Zäsur: Bei Bohai und der Schlote-Gruppe droht nach Angaben der Insolvenzverwalter das Ende des laufenden Betriebs.
Sowohl beim insolventen Gießereispezialisten Bohai als auch bei der ebenfalls insolventen Schlote-Gruppe zeichnet sich das Ende des laufenden Betriebs ab.Kzenon
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Summary: Insolvenz droht: Betroffen sind Bohai und die Schlote-Gruppe mit Standorten unter anderem in Harzgerode und Wernigerode. Nach Angaben der Insolvenzverwalter droht das Betriebsende, weil Übernahmen ausbleiben und Kunden Aufträge abziehen. Direkt sind über 1.000 Jobs gefährdet, indirekt könnten weitere mehrere Hundert Arbeitsplätze betroffen sein.
Warum Autozulieferer im Harz vor dem Aus stehen
Die Automobilzulieferindustrie im Harz steht an einem Tag gleich vor zwei schweren Einschnitten. Sowohl beim insolventen Gießereispezialisten Bohai als auch bei der ebenfalls insolventen Schlote-Gruppe zeichnet sich nach Angaben der Insolvenzverwalter das Ende des laufenden Betriebs ab.
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Insgesamt seien damit über 1.000 direkte Arbeitsplätze gefährdet, unter anderem an den Standorten Harzgerode und Wernigerode. Hinzu könnten weitere mehrere Hundert Stellen kommen, die indirekt mit den Unternehmen verbunden sind.
Bohai findet bislang keinen Käufer
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Beim Gießereispezialisten Bohai waren nach Angaben von Insolvenzverwalter Olaf Spiekermann Gespräche mit drei potenziellen Interessenten über eine Übernahme geführt worden. Eine Einigung gibt es demnach bislang nicht. Dies gelte trotz verbindlich erklärter Unterstützung durch das Land Sachsen-Anhalt, die Stadt Harzgerode und weitere Institutionen.
Zusätzlich verschärft sich die Lage durch die Entscheidung des Hauptauftraggebers. Dieser habe Ende vergangener Woche mitgeteilt, dass wesentliche, bislang in Harzgerode und im thüringischen Sömmerda gefertigte Teile ab Herbst abgezogen würden.
Ohne diese Arbeit seien beide Standorte nicht überlebensfähig, sagte Spiekermann. Eine endgültige Entscheidung müssten voraussichtlich die vier Gläubigerausschüsse Ende der kommenden Woche treffen.
Bei Bohai arbeiten knapp 700 Beschäftigte. Von einem Aus des Unternehmens wären laut Mitteilung zudem weitere 650 Arbeitsplätze bei Unternehmen in der Region betroffen, die wirtschaftlich mit Bohai verbunden sind.
Auch bei der insolventen Schlote-Gruppe spitzt sich die Lage zu. Wie aus der Mitteilung des Insolvenzverwalters hervorgeht, hätten Kunden erklärt, die dort beauftragten Autoteile künftig von anderen Lieferanten beziehen zu wollen.
Betroffen sind rund 330 Beschäftigte in den Werken von GAW Wernigerode, Schlote Harzgerode und Schlote Brandenburg. Damit reicht die Krise über Sachsen-Anhalt hinaus auch nach Brandenburg.
Im Werk Brandenburg an der Havel läuft die Produktion den Angaben zufolge bereits aus. Das Werk werde voraussichtlich im Herbst geschlossen.
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Wie Kunden die Fortführung unterstützten
Die Fortführung der Betriebe sei sowohl bei Schlote als auch bei Bohai von Kunden und Auftraggebern mit zweistelligen Millionenbeträgen unterstützt worden. Ziel war es, seit einem Jahr noch eine Rettung der beiden Unternehmen zu verhandeln.
Trotz dieser Unterstützung zeichnet sich nun bei beiden insolventen Autozulieferern das Ende des laufenden Betriebs ab. Bei der Schlote-Gruppe muss der Gläubigerausschuss einer entsprechenden Entscheidung noch zustimmen.
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Für die Region hätte ein Aus erhebliche Folgen. Neben den direkten Arbeitsplätzen bei Bohai und Schlote wären auch wirtschaftlich verbundene Unternehmen betroffen. Damit steht nicht nur die Zukunft einzelner Werke zur Disposition, sondern ein Teil der regionalen automobilen Zulieferstruktur.
Mit Material von dpa
FAQ: Autozulieferer im Harz
• Warum sind Autozulieferer im Harz gefährdet? – Bei Bohai und der Schlote-Gruppe droht nach Angaben der Insolvenzverwalter das Ende des laufenden Betriebs, weil Übernahmen ausbleiben und Kunden Aufträge abziehen.
• Wie viele Jobs sind bei Autozulieferern im Harz betroffen? – Direkt sind über 1.000 Arbeitsplätze gefährdet. Hinzu könnten mehrere Hundert indirekt verbundene Stellen kommen.
• Welche Autozulieferer im Harz sind betroffen? – Betroffen sind der insolvente Gießereispezialist Bohai sowie die ebenfalls insolvente Schlote-Gruppe mit mehreren Werken.
• Welche Standorte der Autozulieferer im Harz stehen im Fokus? – Genannt werden unter anderem Harzgerode, Wernigerode, Sömmerda und Brandenburg an der Havel.
• Was passiert bei den Autozulieferern im Harz als Nächstes? – Bei Bohai und Schlote müssen Gläubigerausschüsse über die weitere Entwicklung entscheiden.