Die deutsche Elektroindustrie meldet für Juni 2026 einen Auftragsschub. Die Bestellungen stiegen um 13,3 %, getragen von einem außergewöhnlich starken Inlandsgeschäft.
Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie verzeichnet zur Jahresmitte 2026 einen deutlichen Auftragsschub aus dem Inland.Bartek - stock.adobe.com - (mit KI erstellt)
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Summary: Die deutsche Elektroindustrie verzeichnete im Juni 2026 ein Auftragsplus von 13,3 %, wobei die Inlandsorders um 60,7 % anzogen. Treiber waren Großaufträge in der Informations- und Kommunikationstechnologie, während die Auslandsbestellungen zurückgingen. Auch Produktion und Umsatz legten zu.
Warum steigen die Aufträge der Elektroindustrie?
Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie hat im Juni 2026 deutlich mehr Aufträge erhalten als ein Jahr zuvor. Die Auftragseingänge lagen um 13,3 % über dem Vorjahreswert. Anders als bei früheren Zuwächsen kam der Impuls diesmal aus dem Inland, wie aus den Zahlen des ZVEI hervorgeht.
Die Inlandsorders erhöhten sich im Juni um ungewöhnlich starke 60,7 %. Gleichzeitig gingen die Bestellungen ausländischer Kunden um 11,3 % zurück.
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„Dieser jüngste Zuwachs geht diesmal nicht auf Bestellungen aus dem Ausland zurück, sondern beruht auf Inlandsorders, die um ungewöhnlich starke 60,7 Prozent anzogen. Dabei waren Großaufträge im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie die zentralen Treiber“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann.
Auch innerhalb des Auslandsgeschäfts zeigen sich deutliche Unterschiede. Die Auftragseingänge aus Ländern der Eurozone stiegen im Juni um 9,1 %. Die Bestellungen aus Ländern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums gingen dagegen um 19,1 % zurück.
Über das gesamte erste Halbjahr 2026 fällt die Entwicklung ausgeglichener aus. Die Elektroindustrie verbuchte gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum ein Auftragsplus von 9,5 %.
Die Inlandsaufträge erhöhten sich in den ersten sechs Monaten um 9,7 %, während die Auslandsbestellungen um 9,4 % zulegten. Auch zwischen Eurozone und Drittländern gab es kaum Unterschiede. Die Bestellungen aus der Eurozone stiegen um 9,5 %, aus Drittländern kamen 9,3 % mehr Aufträge.
Wie entwickelt sich die Elektroproduktion?
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Neben den Auftragseingängen entwickelte sich im Juni auch die Produktion deutlich positiv. Die preisbereinigte Elektroproduktion stieg gegenüber dem Vorjahresmonat um 9,3 %.
Damit verbesserte sich zugleich die Produktionsbilanz für das gesamte erste Halbjahr. In den ersten sechs Monaten 2026 erreichte die reale Produktion ein Wachstum von 0,7 %.
„Davon profitierte auch das Wachstum der realen Produktion im gesamten ersten Halbjahr, das jetzt auf 0,7 Prozent kam und damit wieder stärker in Richtung der fürs Gesamtjahr prognostizierten plus zwei Prozent rückte”, so Gontermann.
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Elektroindustrie: erzielt 21,1 Mrd. EUR Umsatz
Auch die Erlöse der deutschen Elektro- und Digitalindustrie legten im Juni zu. Der nominale Branchenumsatz erreichte 21,1 Mrd. EUR und lag damit 10,0 % über dem Vorjahreswert.
Das Inlandsgeschäft wuchs um 13,8 %, während der Auslandsumsatz um 7,1 % zulegte. Innerhalb des Auslandsgeschäfts entwickelte sich die Eurozone stärker: Die Erlöse stiegen hier um 10,2 %, während mit Drittländern ein Plus von 5,4 % erzielt wurde.
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Im gesamten ersten Halbjahr 2026 erhöhten sich die aggregierten Branchenerlöse gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,6 % auf 114,7 Mrd. EUR.
Der Inlandsumsatz stieg dabei um 6,0 % auf 53,9 Mrd. EUR. Im Ausland wurden 60,8 Mrd. EUR erlöst, was einem Plus von 3,4 % entspricht. Die Geschäfte mit dem Euroraum wuchsen um 4,2 %, die Erlöse mit Drittländern um 3,0 %.
Wie stark sind die Kapazitäten ausgelastet?
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Bei der Kapazitätsauslastung ging es zu Beginn des dritten Quartals leicht aufwärts. Sie erreichte 79,8 % und lag damit 0,2 Prozentpunkte über dem Niveau des Vorquartals.
Die Reichweite der Auftragsbestände blieb gleichzeitig unverändert bei 4,6 Produktionsmonaten.
Trotz der positiven Auftragsentwicklung im ersten Halbjahr nannten die Elektrofirmen zu Beginn des dritten Quartals wieder häufiger einen Auftragsmangel als Produktionshemmnis. Der Anteil der Unternehmen, die dieses Problem meldeten, erhöhte sich von einem Viertel auf ein Drittel.
Auch die Sorgen vor Materialknappheiten nahmen zu. „Angesichts des Iran-Kriegs haben auch Befürchtungen rund um Materialknappheiten im weitesten Sinne wieder deutlich zugenommen”, sagte Gontermann. „Hier waren zuletzt 29 Prozent der Firmen betroffen – nach erst 19 Prozent drei Monate zuvor und nur elf Prozent nochmals drei Monate davor.”
Zuletzt waren 865.000 Beschäftigte in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie tätig. Damit lag die Beschäftigtenzahl 1,5 % niedriger als ein Jahr zuvor. 11.700 Beschäftigte befanden sich in Kurzarbeit.
Positiver entwickelte sich zuletzt das Geschäftsklima. Im Juli stieg der entsprechende Indikator wieder. Sowohl die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage als auch die allgemeinen Erwartungen der Unternehmen verbesserten sich gegenüber dem Vormonat merklich.
Bei den Exporterwartungen zeigte sich dagegen eine Gegenbewegung. Nach dem kräftigen Anstieg im Vormonat gingen sie im Juli von plus 15 auf plus 5 Prozentpunkte zurück. Damit blieben die Exporterwartungen unter dem Strich weiterhin positiv.
mit Material des ZVEI
Elektroindustrie mit Auftragsplus
• Wie haben sich die Aufträge der Elektroindustrie im Juni 2026 entwickelt? – Die Auftragseingänge stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 13,3 %. Die Inlandsbestellungen legten um 60,7 % zu, die Auslandsorders sanken um 11,3 %.
• Was treibt die Aufträge der Elektroindustrie? – Zentrale Treiber des starken Inlandsgeschäfts waren Großaufträge im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie.
• Wie entwickelt sich die Produktion der Elektroindustrie? – Die preisbereinigte Elektroproduktion stieg im Juni um 9,3 %. Im gesamten ersten Halbjahr erreichte das Produktionswachstum 0,7 %.
• Wie hoch ist der Umsatz der Elektroindustrie? – Im Juni erzielte die Branche nominal 21,1 Mrd. EUR Umsatz. Im ersten Halbjahr waren es 114,7 Mrd. EUR.
• Wie ist die Lage der Beschäftigten in der Elektroindustrie? – Zuletzt beschäftigte die Branche 865.000 Menschen, 1,5 % weniger als ein Jahr zuvor. 11.700 Beschäftigte befanden sich in Kurzarbeit.