Halbjahresbilanz

Jungheinrich wächst bei Aufträgen, EBIT sinkt

Jungheinrich steigert im ersten Halbjahr 2026 den Auftragseingang um 7,7 %, während Einmaleffekte sowie Wettbewerbs- und Preisdruck das EBIT belasten. Die Ergebnisprognose für 2026 wurde gesenkt.

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Mit dem ETV 4i hat Jungheinrich im ersten Halbjahr 2026 einen neuen Hochleistungsschubmaststapler für besonders hohe Umschlaganforderungen vorgestellt.

Summary: Jungheinrich erzielt im ersten Halbjahr 2026 einen Auftragseingang von 2,954 Mrd. EUR und 2,669 Mrd. EUR Umsatz. Einmaleffekte sowie Wettbewerbs- und Preisdruck belasten das Ergebnis. Für 2026 hebt der Konzern die Korridore für Auftragseingang und Umsatz an, senkt jedoch seine Ergebnisprognose.

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Jungheinrich hat sich im ersten Halbjahr 2026 in einem herausfordernden Marktumfeld mehr Aufträge gesichert. Der Auftragseingang erreichte 2,954 Mrd. EUR und lag damit 7,7 % über dem Vorjahreswert von 2,743 Mrd. EUR. Nach Angaben des Unternehmens waren dafür intensive Vertriebsaktivitäten in den Segmenten Industrial Trucks & Services (ITS) und Automation & Warehouse Equipment (AWE) maßgeblich. Der Konzernumsatz bewegte sich dagegen nur leicht nach oben. Mit 2,669 Mrd. EUR lag er 0,5 % über den 2,656 Mrd. EUR des Vorjahreszeitraums. Das Wachstum im Segment AWE kompensierte dabei die leicht rückläufige Umsatzentwicklung im Segment ITS.

Wie entwickelt sich das EBIT bei Jungheinrich?

Deutlich schwächer entwickelte sich das operative Ergebnis. Das EBIT sank von 210,5 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum auf 144,9 Mio. EUR. Damit verringerte sich die EBIT-Rendite von 7,9 % auf 5,4 %. Als wesentliche Belastungsfaktoren nennt Jungheinrich negative Einmaleffekte von insgesamt 33,8 Mio. EUR. Davon entfielen 20,5 Mio. EUR auf die Veräußerung der russischen Tochtergesellschaft. Weitere 7,4 Mio. EUR resultierten aus nachlaufenden Effekten des Streiks im Werk Lüneburg und 5,9 Mio. EUR aus dem Transformationsprogramm. Hinzu kamen belastende Preis- und Volumeneffekte. Bereinigt um diese Einmaleffekte hätte Jungheinrich ein EBIT von 178,7 Mio. EUR und eine EBIT-Rendite von 6,7 % erreicht.

„Jungheinrich hat sich im ersten Halbjahr 2026 in einem unverändert anspruchsvollen Marktumfeld behauptet. Der Auftragseingang entwickelte sich erfreulich und lag deutlich über dem Vorjahreswert. Gleichzeitig haben Einmaleffekte und ein anhaltend hoher Wettbewerbs- und Preisdruck unser Ergebnis belastet. Wir investieren konsequent weiter in die Zukunft unseres Unternehmens, stärken unsere Position in den Bereichen Automatisierung und Digitalisierung und erschließen mit gezielten Beteiligungen und Akquisitionen zusätzliche Potenziale für globales Wachstum. Deshalb blicken wir trotz der kurzfristigen Herausforderungen mit Zuversicht auf die weitere strategische Entwicklung unseres Unternehmens“, sagte Dr. Lars Brzoska, Vorstandsvorsitzender der Jungheinrich AG.

Ergebnis nach Steuern fällt deutlich

Auch auf den weiteren Ergebnisstufen zeigen sich die Belastungen. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) ging von 195,8 Mio. EUR auf 132,2 Mio. EUR zurück. Die EBT-Rendite sank von 7,4 % auf 4,9 %. Das Konzernergebnis nach Steuern erreichte 73,2 Mio. EUR, nach 139,0 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stieg die Konzernsteuerquote von 29 % auf 45 %. Jungheinrich führt dies auf nicht steuerwirksame Verluste im Zusammenhang mit dem Verkauf der russischen Tochtergesellschaft sowie eine Einigung mit der Finanzverwaltung zu steuerlichen Sachverhalten der Jahre 2017 bis 2023 zurück. Der Free Cashflow fiel von 57 Mio. EUR im Vorjahr auf -99 Mio. EUR. Nach Angaben des Unternehmens waren dafür insbesondere Mittelabflüsse für die strategischen Beteiligungen an EP Equipment und Navflex verantwortlich.

Wie entwickelt sich das Kerngeschäft von Jungheinrich?

Im Segment Industrial Trucks & Services stieg der Auftragseingang um 4,9 % auf 2,417 Mrd. EUR. Beim Umsatz verzeichnete Jungheinrich dagegen einen Rückgang um 1,9 % auf 2,241 Mrd. EUR. Zuwächse im Kundendienst konnten die Rückgänge im Neugeschäft sowie bei Miet- und Gebrauchtgeräten nur teilweise ausgleichen. Das EBIT des ITS-Segments sank von 204,2 Mio. EUR auf 133,5 Mio. EUR. Die EBIT-Rendite verringerte sich entsprechend von 8,9 % auf 6,0 %. Negative Einmaleffekte belasteten das Segmentergebnis mit 34,7 Mio. EUR. Bereinigt hätte das EBIT bei rund 168,2 Mio. EUR und die EBIT-Rendite bei 7,5 % gelegen.

Automation & Warehouse Equipment legt zu

Deutliches Wachstum meldet Jungheinrich für das Segment Automation & Warehouse Equipment. Der Auftragseingang legte hier um 22,5 % von 480 Mio. EUR auf 588 Mio. EUR zu. Auch der Umsatz entwickelte sich positiv und stieg um 12,9 % von 417 Mio. EUR auf 471 Mio. EUR. Getragen wurde die Entwicklung laut Mitteilung insbesondere vom Geschäftsfeld Automation. Das EBIT blieb mit -6,7 Mio. EUR zwar negativ, verbesserte sich aber gegenüber den -7,6 Mio. EUR des Vorjahreszeitraums. Die EBIT-Rendite erhöhte sich von -1,8 % auf -1,4 %.

Warum passt Jungheinrich die Prognose für 2026 an?

Bereits am 23. Juli 2026 hatte der Vorstand auf Basis der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr und einer aktualisierten Unternehmensplanung seine Prognose für das Segment ITS und daraus resultierend für den Konzern angepasst. Die ursprüngliche Prognose war am 27. März 2026 veröffentlicht worden. Als Gründe für die geringeren Ergebniserwartungen nennt Jungheinrich nachlaufende Effekte des im Februar beendeten Streiks im Werk Lüneburg, veränderte Materialkosten und das weiterhin intensive Wettbewerbsumfeld. Zudem geht das Unternehmen nicht mehr davon aus, den operativen Ergebnisbeitrag der ehemaligen russischen Tochtergesellschaft zu kompensieren. Beim Auftragseingang rechnet Jungheinrich für 2026 nun mit 5,5 bis 6,1 Mrd. EUR. Zuvor waren 5,4 bis 6,0 Mrd. EUR prognostiziert worden. Der erwartete Umsatzkorridor steigt ebenfalls leicht von bislang 5,2 bis 5,8 Mrd. EUR auf 5,3 bis 5,9 Mrd. EUR.

Jungheinrich senkt die EBIT-Erwartungen

Während die Erwartungen für Auftragseingang und Umsatz steigen, fällt der Ausblick für das Ergebnis niedriger aus. Jungheinrich erwartet für 2026 nun ein EBIT zwischen 340 und 400 Mio. EUR. Bislang lag die Prognose bei 380 bis 450 Mio. EUR. Die erwartete EBIT-Rendite sinkt entsprechend von bislang 7,2 bis 8,0 % auf 6,2 bis 7,0 %. Beim EBT rechnet der Vorstand mit 310 bis 370 Mio. EUR statt zuvor 350 bis 420 Mio. EUR. Die prognostizierte EBT-Rendite liegt nun zwischen 5,6 und 6,4 %.

Auch beim ROCE korrigiert Jungheinrich seine Erwartungen. Statt 14 bis 18 % werden nun 12 bis 16 % erwartet. Beim Free Cashflow fällt die Anpassung besonders deutlich aus: Die Prognose liegt jetzt bei mehr als 50 Mio. EUR, nachdem zuvor mehr als 250 Mio. EUR erwartet worden waren. Als wesentlichen Einflussfaktor nennt das Unternehmen seine M&A-Aktivitäten.

Welche Einmaleffekte sind in der Prognose enthalten?

In der EBIT- und EBT-Prognose berücksichtigt Jungheinrich negative Einmaleffekte von insgesamt 40 Mio. EUR. Davon entfallen 21 Mio. EUR auf die Entkonsolidierung der im Februar 2026 veräußerten russischen Tochtergesellschaft. Weitere 10 Mio. EUR stehen im Zusammenhang mit dem Transformationsprogramm und 9 Mio. EUR mit nachlaufenden Auswirkungen des Streiks im Werk Lüneburg. Beim Free Cashflow sind Mittelabflüsse von rund 93 Mio. EUR für die Beteiligung an EP Equipment und rund 4 Mio. EUR für Navflex berücksichtigt. Hinzu kommen rund 60 Mio. EUR für die Akquisition von All Lift.

ITS-Prognose sinkt beim Ergebnis

Für das Segment Industrial Trucks & Services erwartet Jungheinrich 2026 einen Auftragseingang zwischen 4,5 und 4,9 Mrd. EUR. Der Umsatz soll zwischen 4,4 und 4,8 Mrd. EUR liegen. Beide Korridore wurden gegenüber der bisherigen Prognose um jeweils 0,1 Mrd. EUR angehoben. Beim Ergebnis fällt die Erwartung dagegen niedriger aus. Das ITS-EBIT soll zwischen 310 und 370 Mio. EUR liegen, nachdem zuvor 360 bis 420 Mio. EUR prognostiziert worden waren. Die erwartete EBIT-Rendite sinkt von bislang 8,3 bis 8,9 % auf 7,0 bis 7,6 %.

Wie sieht Jungheinrich die Entwicklung bei Automation?

Für das Segment AWE hält Jungheinrich an seiner bisherigen Prognose fest. Erwartet wird ein Auftragseingang von 1,0 bis 1,2 Mrd. EUR sowie ein Umsatz zwischen 0,9 und 1,1 Mrd. EUR. Das EBIT soll zwischen 0 und 15 Mio. EUR liegen. Bei der EBIT-Rendite prognostiziert Jungheinrich einen Korridor von 0,0 bis 1,5 %. Damit bleibt die Prognose für das Segment Automation & Warehouse Equipment trotz der Anpassungen auf Konzernebene unverändert.

Die Meldung basiert auf den von Jungheinrich veröffentlichten Zahlen zum ersten Halbjahr 2026.

FAQ: Jungheinrich im ersten Halbjahr 2026

  • Wie hoch ist der Auftragseingang bei Jungheinrich? – Jungheinrich erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Auftragseingang von 2,954 Mrd. EUR. Das entspricht einem Plus von 7,7 % gegenüber dem Vorjahr.

  • Warum sinkt das EBIT bei Jungheinrich? – Das EBIT wird unter anderem durch negative Einmaleffekte von 33,8 Mio. EUR sowie Preis- und Volumeneffekte belastet. Hinzu kommen ein hoher Wettbewerbs- und Preisdruck.

  • Wie entwickelt sich die Automation bei Jungheinrich? – Im Segment AWE stieg der Auftragseingang um 22,5 % auf 588 Mio. EUR und der Umsatz um 12,9 % auf 471 Mio. EUR.

  • Welche EBIT-Prognose gibt Jungheinrich für 2026? – Jungheinrich erwartet ein Konzern-EBIT zwischen 340 und 400 Mio. EUR sowie eine EBIT-Rendite zwischen 6,2 und 7,0 %.

  • Warum hat Jungheinrich die Prognose angepasst? – Genannt werden unter anderem Streikfolgen im Werk Lüneburg, veränderte Materialkosten, das intensive Wettbewerbsumfeld und der entfallene Ergebnisbeitrag der ehemaligen russischen Tochtergesellschaft.