Stellenabbau in Deutschland

Ifo: Unternehmen planen mehr Stellenabbau

Der Stellenabbau in Deutschland verschärft sich. Laut Ifo-Institut belasten geopolitische Unsicherheit, hohe Energiepreise und gestörte Lieferketten die Personalplanung.

Wegen der weltweiten Krisen wollen die Unternehmen in Deutschland nach Angaben des Ifo-Instituts mehr Stellen abbauen.
Wegen der weltweiten Krisen wollen die Unternehmen in Deutschland nach Angaben des Ifo-Instituts mehr Stellen abbauen.

Summary: Das Ifo-Institut meldet im März in München einen deutlichen Rückgang des Beschäftigungsbarometers. Unternehmen in Deutschland planen wegen weltweiter Krisen mehr Stellenabbau in Industrie, Handel, Dienstleistung, Logistik und Tourismus. Hohe Energiepreise, Lieferkettenprobleme und geopolitische Unsicherheit belasten den Arbeitsmarkt.

Warum der Stellenabbau an Dynamik gewinnt

Unternehmen in Deutschland verschärfen ihre Pläne zum Stellenabbau. Das geht aus dem aktuellen Beschäftigungsbarometer des Ifo-Instituts hervor. Der Indikator sank im März um mehr als zwei Punkte und erreichte damit den niedrigsten Wert seit fast sechs Jahren, wie das Institut in München mitteilt.

Die Entwicklung zeigt, wie stark weltweite Krisen inzwischen auf die Personalplanung der Betriebe durchschlagen. „Die geopolitische Unsicherheit greift auf die Personalplanungen der Unternehmen über“, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. „Es werden mehr Arbeitsplätze ab- als aufgebaut.“

Ifo-Beschäftigungsbarometer fällt auf Sechs-Jahres-Tief

Das Ifo-Beschäftigungsbarometer gilt als wichtiger Indikator für die Beschäftigungsabsichten der Unternehmen. Der deutliche Rückgang im März verweist auf eine zunehmend angespannte Lage am Arbeitsmarkt.

Nach Angaben des Instituts betrifft die Entwicklung nicht nur einzelne Bereiche. Vielmehr bleibt kaum eine Branche vom geplanten Arbeitsplatzabbau verschont. Damit verfestigt sich ein Bild, das bereits zuvor durch eine pessimistische Einschätzung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung geprägt worden war.

Welche Branchen besonders betroffen sind

In der Industrie hat sich das Barometer für die Arbeitsmarktsituation verschlechtert. Auch im Groß- und Einzelhandel zeigen die Daten eine ungünstigere Entwicklung. Bei den Dienstleistern sank der entsprechende Indikator sogar auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Corona-Krise.

Besonders sichtbar wird die Belastung zudem in der Logistik. Dort machen gestiegene Kosten den Unternehmen zu schaffen. Auch im Tourismus sollen Arbeitsplätze abgebaut werden. Die Breite der betroffenen Branchen unterstreicht die wirtschaftliche Tragweite der Entwicklung.

Geopolitische Unsicherheit belastet Personalplanung

Ein wesentlicher Faktor ist der ungelöste Konflikt im Nahen Osten. Er belastet die Weltwirtschaft erheblich. Hinzu kommt die fast vollständige Blockade der Straße von Hormus, die für die Ölversorgung von zentraler Bedeutung ist.

Da ein Ende der Blockade nicht abzusehen ist, sind die Energiepreise stark gestiegen. Gleichzeitig wurden Lieferketten unterbrochen. Für Unternehmen in Industrie, Handel, Logistik und Dienstleistung erhöht das den Druck auf Kostenstrukturen und Personalplanung.

Wann eine Entspannung am Arbeitsmarkt möglich ist

Eine schnelle Erholung zeichnet sich nach Einschätzung des Ifo-Instituts nicht ab. Entscheidend bleibt, ob die geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten zurückgehen.

Klaus Wohlrabe formuliert die Perspektive entsprechend vorsichtig: „Eine nachhaltige Entspannung am Arbeitsmarkt ist erst zu erwarten, wenn die Unsicherheiten deutlich nachlassen.“ Bis dahin dürfte der Stellenabbau in vielen Branchen ein zentrales Thema bleiben.

Mit Material der dpa

FAQ zum Stellenabbau

• Warum nimmt der Stellenabbau in Deutschland zu? – Laut Ifo-Institut belasten geopolitische Unsicherheit, hohe Energiepreise und unterbrochene Lieferketten die Personalplanung der Unternehmen.

• Welche Branchen sind vom Stellenabbau betroffen? – Betroffen sind unter anderem Industrie, Groß- und Einzelhandel, Dienstleister, Logistik und Tourismus.

• Was zeigt das Ifo-Barometer zum Stellenabbau? – Das Beschäftigungsbarometer sank im März um mehr als zwei Punkte auf den niedrigsten Wert seit fast sechs Jahren.

• Welche Rolle spielt der Stellenabbau in der Industrie? – In der Industrie hat sich das Barometer für die Arbeitsmarktsituation verschlechtert.

• Wann könnte sich der Stellenabbau abschwächen? – Eine nachhaltige Entspannung erwartet das Ifo-Institut erst, wenn die Unsicherheiten deutlich nachlassen.