Digitale Geschäftsmodelle stehen bei Europas Industrie-KMU weit oben auf der Agenda. Doch zwischen Strategie und Umsetzung klafft laut Facis-Umfrage eine deutliche Lücke.
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Digitale Geschäftsmodelle stocken in Europa. Eine Facis-Umfrage zeigt Strategien, Hürden und Bedarf an Ökosystemen.MODERNARTWatChaRaWit - stock.adobe.com
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Summary: Facis hat im Mai 2026 durch Moweb Research 800 Entscheider in europäischen Industrie-KMU befragen lassen. 92 Prozent planen digitale Geschäftsmodelle, doch Cybersicherheit, Kosten und Regulierung bremsen die Umsetzung. Partnerschaften gelten als zentral, sind operativ aber kaum verankert.
Europas kleine und mittlere Industrieunternehmen zeigen sich strategisch vorbereitet, kämpfen aber mit der Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle. Das geht aus der Facis-Umfrage „Europas digitale Zukunft“ („Unlocking New Digital Business Models in Europe 2026“) hervor, die im Auftrag von Facis vom Marktforschungsinstitut Moweb Research durchgeführt wurde.
Demnach planen 92 Prozent der befragten Unternehmen, innerhalb der nächsten drei Jahre neue digitale Geschäftsmodelle einzuführen. In Deutschland liegt der Anteil sogar bei 96 Prozent. Zugleich geben 88 Prozent der Unternehmen in Europa an, bereits eine Digitalisierungsstrategie erarbeitet zu haben. 80 Prozent haben nach eigener Einschätzung eine KI-Strategie eingeführt.
Trotz strategischer Vorarbeit fehlen vielfach konkrete Schritte in die Praxis. Als größtes Hindernis nennen 48 Prozent der Befragten Cybersicherheit und Datenschutz. Hohe Kosten folgen mit 42 Prozent, gesetzliche und rechtliche Herausforderungen mit 36 Prozent. Weitere Bremsfaktoren sind der Mangel an qualifizierten Fachkräften mit 31 Prozent, veraltete oder unzureichende IT-Infrastruktur mit 30 Prozent sowie Widerstand gegen Veränderungen innerhalb der Organisation mit 20 Prozent. Digitale Geschäftsmodelle scheitern nicht am Willen, sondern an operativen und strukturellen Voraussetzungen.
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Europa fehlt einheitlicher digitaler Markt
Grenzüberschreitende digitale Innovation bleibt eine besondere Herausforderung. Nur 53 Prozent der Befragten nehmen Europa als einheitlichen Markt für digitale Geschäftsmodelle wahr. „Die Bereitschaft für digitale Geschäftsmodelle ist da. Was Unternehmen heute bremst, sind fehlende gemeinsame Standards, unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen und die Komplexität grenzüberschreitender digitaler Zusammenarbeit. Man könnte auch sagen: Europa hat kein Strategieproblem. Europa hat ein Umsetzungsproblem“, erläutert Andreas Weiss, Geschäftsführer des Eco Verbandes.
Warum Partnerschaften entscheidend werden
Bei der Modernisierung digitaler Infrastrukturen sind die Unternehmen zwar vorangekommen. Zwei Drittel der Befragten, also 67 Prozent, bewerten ihre IT-Infrastruktur als modern. 60 Prozent setzen auf cloudbasierte Umgebungen. Für digitales Wachstum halten 76 Prozent der Befragten Partnerschaften für entscheidend. Operativ ist diese Einsicht jedoch kaum umgesetzt: Nur fünf Prozent sind heute aktiv in digitalen Ökosystemen organisiert oder koordinieren solche Strukturen. „Der Wille zur Zusammenarbeit ist in Europa klar erkennbar. Jetzt geht es darum, digitale Ökosysteme auch operativ nutzbar zu machen – über unterschiedliche Anbieter, Infrastrukturen und Branchen hinweg“, beschreibt Emma Wehrwein, Projektleitung Facis und Senior Manager Innovation & Digital Ecosystems bei Eco.
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Digitale Ökosysteme sollen Europas Umsetzungslücke schließen
Projekte wie Facis innerhalb des übergreifenden Projekts „8ra“ sollen hier ansetzen. Ziel sind praktische Ansätze für vertrauenswürdige digitale Zusammenarbeit, skalierbare Ökosysteme und operative Kooperation über Anbieter- und Ländergrenzen hinweg. „Die zentrale Erkenntnis lautet: Europas Unternehmen haben eine Vorstellung, wohin sie wollen. Die weiter bestehende Herausforderung ist nun, digitale, grenzüberschreitende Zusammenarbeit so einfach und vertrauenswürdig zu machen, dass neue Geschäftsmodelle tatsächlich skaliert werden können“, betont Andreas Weiss.
Facis-Umfrage zeigt Stand der Digitalisierung in Europa
Grundlage der Ergebnisse ist eine quotenbasierte quantitative Befragung im Mai 2026 unter 800 Entscheidern in kleinen und mittleren Industrieunternehmen in Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Österreich, Polen, Schweden und Spanien. Facis wird vom Eco – Verband der Internetwirtschaft verantwortet und innerhalb der europäischen Cloudinfrastruktur-Initiative „IPCEI-CIS/8ra“ umgesetzt.
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Mit Material von Facis
FAQ zu digitalen Geschäftsmodellen
1. Was zeigt die Facis-Umfrage zu digitalen Geschäftsmodellen?
92 Prozent der befragten europäischen Industrie-KMU planen digitale Geschäftsmodelle innerhalb der nächsten drei Jahre.
2. Welche Hürden bremsen digitale Geschäftsmodelle?
Genannt werden vor allem Cybersicherheit und Datenschutz, hohe Kosten sowie gesetzliche und rechtliche Herausforderungen.
3. Warum sind digitale Geschäftsmodelle grenzüberschreitend schwierig?
Unterschiedliche Standards, regulatorische Rahmenbedingungen und komplexe Zusammenarbeit erschweren die Umsetzung.
4. Welche Rolle spielen Ökosysteme für digitale Geschäftsmodelle?
76 Prozent halten Partnerschaften für entscheidend, aber nur fünf Prozent sind bereits aktiv in digitalen Ökosystemen organisiert.
5. Wer hat die Umfrage zu digitalen Geschäftsmodellen durchgeführt?
Moweb Research befragte im Auftrag von FACIS im Mai 2026 insgesamt 800 Entscheider in europäischen Industrie-KMU.