Für Koop mit Loras

Capint: KNDS zeigt neuen Kampfpanzer für Frankreich

Mit dem Kampfpanzer Capint und der Artilleriefamilie Loras stellt KNDS auf der Eurosatory 2026 zwei Systeme für die Zukunft europäischer Landstreitkräfte vor.

KNDS hat mit dem Capint einen neuen Kampfpanzer präsentiert, der Frankreichs Leclerc-Panzer ablösen kann, noch bevor das deutsch-französische Panzerprojekt MGCS in die Umsetzung geht.
KNDS hat mit dem Capint einen neuen Kampfpanzer präsentiert, der Frankreichs Leclerc-Panzer ablösen kann, noch bevor das deutsch-französische Panzerprojekt MGCS in die Umsetzung geht.

Summary: KNDS präsentiert am 15. Juni 2026 in Paris auf der Eurosatory den Kampfpanzer Capint und das Artilleriesystem Loras. Capint basiert auf einem weiterentwickelten Leopard-2-A8-Chassis und einem unbemannten ASCALON-Turm von KNDS France. Beide Systeme sollen Feuerkraft, Vernetzung und Reichweite europäischer Landstreitkräfte deutlich weiterentwickeln.

Wie KNDS den Kampfpanzer Capint positioniert

KNDS hat auf der Eurosatory 2026 in Paris eine neue Generation bodengebundener Kampffähigkeiten vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen der Kampfpanzer Capint, ausgeschrieben als CAPacité INTermédiaire beziehungsweise Intermediary Capability, sowie die neue Artilleriesystemfamilie Loras, kurz für LOng Range Artillery System.

Wie das Unternehmen mitteilt, sollen beide Systeme die Zukunft der europäischen Landverteidigung mitprägen. KNDS verweist dabei auf die Bündelung deutsch-französischer Fähigkeiten in gemeinsamen Produkten. Capint ist als Vorschlag von KNDS für ein neues französisches gepanzertes Kampfsystem vorgesehen. Loras soll die Position des Unternehmens als Anbieter indirekter Feuerkraft in Europa ausbauen.

Jean-Paul Alary, CEO von KNDS, erklärt dazu: „Diese Systeme verkörpern das einzigartige Wertversprechen von KNDS, System-of-Systems-Fähigkeiten zu entwickeln und zu orchestrieren, Plattformen, Sensoren, Effektoren und digitale Lösungen zu verbinden, um die Wirksamkeit auf dem Gefechtsfeld zu erhöhen. Wir bringen französische und deutsche Fähigkeiten in einzelnen, vollständig integrierten Lösungen zusammen, die von einem Unternehmen entworfen, entwickelt und unterstützt werden. Das zeigt unsere Fähigkeit, europäische industrielle Zusammenarbeit in konkrete Fähigkeiten für unsere Kunden umzusetzen.“

Warum der Kampfpanzer Capint auf Leopard- und Leclerc-Kompetenz aufsetzt

KNDS beschreibt sich als europäischen Marktführer bei Kampfpanzerprojekten und verweist auf die Rolle als Architekt der bekannten Kampfpanzer Leclerc und Leopard. Auf dieser technologischen Basis entsteht das Systemdesign von Capint.

Der Kampfpanzer Capint ist als französisches nationales Projekt angelegt. Ziel ist es, die Fähigkeiten der französischen Armee im Bereich Kampfpanzer zu stärken und zugleich den Weg zum MGCS, dem Main Ground Combat System, zu ebnen.

Nach Angaben von KNDS soll Capint neue Anforderungen des Gefechtsfelds adressieren. Dazu zählen Feuerkraft, C-UAV-Fähigkeiten, Schutz, offene digitale Architektur und die Vernetzung mit robotisierten Begleitern. Capint wird damit nicht nur als einzelner Panzer beschrieben, sondern als Multiplattform-System um eine zentrale Plattform mit robotischen Flügeln.

Kampfpanzer Capint mit unbemanntem ASCALON-Turm

Die zentrale Plattform des KNDS-Vorschlags basiert auf einem weiterentwickelten Chassis von KNDS Deutschland, abgeleitet vom Leopard 2 A8. Angetrieben wird es von einem 1500-PS-Dieselmotor. KNDS hebt dabei das Leistungsgewicht und die daraus resultierende Mobilität hervor.

Kombiniert wird das Fahrgestell mit einem ASCALON-Turm von KNDS France. Der Turm ist unbemannt, nicht-intrusiv ausgelegt und mit einer modernen 120-mm-Glattrohrkanone mit Ladeautomat ausgestattet. KNDS entwickelt das System mit dem Ziel, erste Einheiten in den 2030er-Jahren auszuliefern.

ASCALON wird von KNDS als skalierbare Waffenarchitektur beschrieben. Sie soll den Übergang vom aktuellen NATO-Standard im Kaliber 120 mm zu höherer Leistung und potenziell größeren Kalibern ermöglichen. Das System basiert laut Mitteilung auf ausgereiften technischen Lösungen und hat bereits rund 300 Schuss abgegeben.

Im Januar 2026 absolvierte KNDS in Portugal eine dynamische Schießkampagne mit einem Kampfpanzer-Demonstrator und ferngesteuertem Turm. Das Unternehmen bezeichnet dies als Weltpremiere.

Welche Rolle ASCALON für Interoperabilität und Kosten spielt

KNDS betont bei ASCALON nicht nur die Leistung auf dem Gefechtsfeld, sondern auch Lebenszyklus- und Beschaffungskosten. Das System ist vollständig kompatibel mit NATO-standardisierter 120-mm-Munition. Damit können bestehende Munitionsbestände weiter genutzt werden.

Zugleich soll ASCALON langfristige Interoperabilität sicherstellen. Die Skalierbarkeit der Architektur soll den Weg zu einer ganzen Waffenfamilie öffnen und damit künftige Einsatzanforderungen über mehrere Jahrzehnte unterstützen.

Wie Loras die sehr weitreichende Artillerie ausbauen soll

Neben dem Kampfpanzer Capint stellt KNDS mit Loras eine neue Familie sehr weitreichender Artilleriesysteme vor. Das Konzept soll die Rolle des Unternehmens als europäischer Anbieter souveräner indirekter Feuerfähigkeit erweitern.

Die Entwicklung folgt laut KNDS den Anforderungen moderner hochintensiver Gefechte. Das Unternehmen verweist auf Erkenntnisse aus jüngeren Konflikten sowie auf veränderte Anforderungen europäischer NATO-Verbündeter.

Ein wesentlicher Treiber ist die Weiterentwicklung der Zielerfassung und Zielortung. Streitkräfte können demnach mehr Ziele auf größere Entfernungen und mit höherer Präzision identifizieren. Derzeit im Einsatz befindliche Artilleriesysteme erreichen mit Standard-Sprengmunition laut KNDS nicht mehr als 40 km Reichweite.

Mit Loras 155 mm/58 Kaliber sollen künftige Systeme mehr als 60 km erreichen. Mit Spezialmunition nennt KNDS Reichweiten von bis zu 100 km.

Warum Loras auf bestehende Plattformen ausgelegt ist

Die operative Relevanz sehr weitreichender Artillerie begründet KNDS mit dem Kosten-Nutzen-Verhältnis und der Überlebensfähigkeit. Artilleriegeschosse kosten laut Mitteilung nur einen Bruchteil vergleichbarer Flugkörper. Zudem könne derzeit kein eingeführtes Verteidigungssystem Artilleriegeschosse wirksam abfangen.

Loras soll in ein breiteres Ökosystem eingebettet werden. Dazu zählt KNDS loitering munitions, leichte 105-mm-Artillerie, schwere 155-mm/52-Kaliber-Artillerie sowie Raketenfähigkeiten.

Die 155-mm/58-Kaliber-Kanone ist für bestehende Plattformen ausgelegt. Sie kann auf Rad- oder Kettenfahrzeugen installiert werden, darunter Plattformen, die bereits im Einsatz sind. Dies gilt laut KNDS sowohl für eigene Fahrzeuge als auch für Plattformen anderer Industriepartner. Zudem ist Loras für neue Plattformen vorgesehen.

Auf der Eurosatory 2026 wird Loras auf dem in Deutschland entwickelten und gebauten Boxer Tracked gezeigt. Das System soll mit mehreren Munitionstypen kompatibel sein. Dazu zählt eine neue 58-Kaliber-HE-Munition, die derzeit von KNDS France entwickelt wird. Außerdem sollen bestehende JBMOU-kompatible 52-Kaliber-Geschosse nutzbar sein, wie sie insbesondere beim CAESAR und in vielen NATO-Staaten verwendet werden.

Mit Material von KNDS

FAQ zum Kampfpanzer Capint

• Was ist der Kampfpanzer Capint? – Der Kampfpanzer Capint ist ein von KNDS vorgestelltes System für Frankreichs künftige Kampfpanzerfähigkeit und als Schritt in Richtung MGCS angelegt.

• Welche Technik nutzt der Kampfpanzer Capint? – Capint basiert auf einem weiterentwickelten Leopard-2-A8-Chassis von KNDS Deutschland und einem unbemannten ASCALON-Turm von KNDS France.

• Welche Rolle spielt der Kampfpanzer Capint für die französische Armee? – Der Kampfpanzer Capint soll die Fähigkeiten der französischen Armee bei Feuerkraft, Schutz, Digitalisierung, C-UAV und vernetztem Einsatz stärken.

• Wann soll der Kampfpanzer Capint verfügbar werden? – KNDS entwickelt Capint mit dem Ziel, erste Einheiten in den 2030er-Jahren auszuliefern.

• Wie hängt der Kampfpanzer Capint mit Loras zusammen? – Beide Systeme wurden von KNDS auf der Eurosatory 2026 vorgestellt und sollen europäische Fähigkeiten bei Landverteidigung, Feuerkraft und Reichweite weiterentwickeln.