Meilenstein erreicht

Kampfpanzer Challenger 3: Erfolgreiche Schusstests

Erstmals seit über drei Jahrzehnten rollt in Großbritannien ein neu entwickelter Kampfpanzer mit scharfer Munition und Besatzung aufs Testfeld. Der Challenger 3 durchbricht eine entscheidende Schallmauer.

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Rheinmetall BAE Systems Land (RBSL) hat die ersten Schießerprobungen des Kampfpanzers Challenger 3 mit Besatzung an Bord erfolgreich abgeschlossen.
Rheinmetall BAE Systems Land (RBSL) hat die ersten Schießerprobungen des Kampfpanzers Challenger 3 mit Besatzung an Bord erfolgreich abgeschlossen.

Erfolgreiche Erprobung mit Besatzung abgeschlossen

Rheinmetall BAE Systems Land (RBSL) hat einen entscheidenden Schritt in der Entwicklung des Challenger 3 erreicht: Die ersten Schusstests mit Besatzung an Bord wurden erfolgreich durchgeführt. Die Versuche fanden auf einem britischen Truppenübungsplatz statt und markieren den ersten scharfen Schuss mit einem neu entwickelten Kampfpanzer in Großbritannien seit mehr als 30 Jahren.

Zunächst wurden die Tests fernbedient durchgeführt, bevor RBSL-Mitarbeitende den Übergang zur Schussabgabe mit Besatzung realisierten. Dieses schrittweise Vorgehen ist Teil eines abgestuften Programms zur Überprüfung der Fähigkeiten und Sicherheitssysteme des Panzers vor dessen endgültiger Indienststellung.

Neue Technologie für ein neues Zeitalter

Der Challenger 3 ist mit einer 120-mm-Glattrohrkanone L55A1 von Rheinmetall ausgestattet. Diese Waffe verschießt sowohl modernste kinetische Energiegeschosse (KE) als auch programmierbare Mehrzweckmunition (MZ). Die Wahl dieser Systeme unterstreicht den Anspruch an eine maximale Durchschlagskraft und Flexibilität auf dem Gefechtsfeld.

Rebecca Richards, Geschäftsführerin von Rheinmetall BAE Systems Land, betont die Tragweite des erreichten Schritts: „Dies ist ein äußerst bedeutender Erfolg für das Challenger-3-Programm und ein Beweis für das Können und Engagement der Teams, die daran arbeiten.“

Sie ergänzt: „Die Tatsache, dass das Fahrzeug zunächst fernbedient und dann mit einer Besatzung im Turm schoss, spiegelt den enormen Arbeitsaufwand wider, der betrieben wurde, um sicherzustellen, dass das Design sicher, robust und einsatzbereit ist. Dies zeigt, wie weit das Programm fortgeschritten ist, und ist ein herausragender Moment für die Entwicklung gepanzerter Fahrzeuge in Großbritannien.“

Zusammenarbeit zwischen Militär und Industrie

Auch seitens der britischen Armee wird die erfolgreiche Testreihe als bedeutender Fortschritt wahrgenommen. Mark Colley, Senior Responsible Owner der British Army, erklärt:

„Dieser Meilenstein spiegelt die Vorteile der engen Zusammenarbeit zwischen dem Verteidigungsministerium und der Industrie wider. Der erfolgreiche Schuss mit Besatzung aus dem Challenger 3 zeigt den konkreten Fortschritt bei der Lieferung des modernisierten Kampfpanzers, den die British Army benötigt.“

Perspektive für die British Army

Der Challenger 3 ist ein zentraler Bestandteil des Modernisierungsprogramms der britischen Streitkräfte. Insgesamt 148 Fahrzeuge sollen ausgeliefert werden. Die Panzer sollen eine signifikante Verbesserung in den Bereichen Durchschlagskraft, Überlebensfähigkeit und digitale Integration darstellen.

Die geplante Einführung in den operativen Dienst folgt auf eine Reihe weiterer Tests, die die Zuverlässigkeit und Einsatzfähigkeit des Kampfpanzers unter verschiedensten Bedingungen absichern sollen.

Industrielle Bedeutung und wirtschaftlicher Impuls

Die Fahrzeuge werden im Werk von Rheinmetall BAE Systems Land in Telford gefertigt. Der Auftrag hat ein Volumen von über 800 Millionen Pfund und trägt zur Schaffung hochqualifizierter Arbeitsplätze bei – darunter rund 300 direkt bei RBSL und weitere 450 Arbeitsplätze im gesamten Vereinigten Königreich.

Zusätzlich flossen 40 Millionen Pfund an Investitionen in das Werk in Telford. Die Produktionskette stützt sich überwiegend auf kleine und mittlere Unternehmen mit Sitz in Großbritannien. Die Lieferanten sind über das ganze Land verteilt – von den West Midlands über Glasgow und Newcastle upon Tyne bis zur Isle of Wight.

Dieses Netzwerk europäischer und britischer Partner bildet die Grundlage für ein leistungsfähiges Gefechtsfahrzeug, das moderne Anforderungen an Kampfkraft und Systemintegration erfüllt.

Mit Material von Rheinmetall

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Challenger 3

Was wurde getestet? - Erste Schießerprobungen mit Besatzung an Bord des Kampfpanzers Challenger 3

Was ist besonders an diesen Tests? - Es handelt sich um die ersten Schusstests mit einem neu entwickelten Kampfpanzer in Großbritannien seit über 30 Jahren

Welche Kanone ist verbaut? - Eine 120-mm-Glattrohrkanone L55A1 von Rheinmetall

Welche Munition wird verwendet? - Kinetische Energiegeschosse (KE) und programmierbare Mehrzweckmunition (MZ)

Wie viele Panzer werden gebaut? - Insgesamt 148 Einheiten für die British Army

Wo findet die Produktion statt? - Im Werk von RBSL in Telford, Großbritannien

Welche wirtschaftliche Bedeutung hat das Projekt? - Über 800 Millionen Pfund Auftragsvolumen, Investitionen von 40 Millionen Pfund, Schaffung von rund 750 Arbeitsplätzen

Wann erfolgt die Indienststellung? - Nach Abschluss weiterer Tests im Rahmen des Modernisierungsprogramms der British Army