Industrie-Roboter in den USA

US-Roboterindustrie legt zweistellig zu

Industrie-Roboter gewinnen in den USA wieder an Dynamik: 2025 wurden 38.000 Einheiten neu installiert. Vorläufige IFR-Zahlen zeigen ein Marktwachstum von 11 %.

In Amerika wurden im letzten Jahr deutlich mehr Industrie-Roboter in Betrieb genommen.

Summary: Die International Federation of Robotics meldet für die USA 2025 ein Wachstum bei Industrie-Robotern um 11 % auf 38.000 Neuinstallationen. Besonders die Lebensmittelindustrie legte stark zu, während die Autoindustrie größte Abnehmerbranche bleibt. Die IFR sieht langfristig stabile Wachstumsperspektiven durch Rückverlagerung, Fachkräftemangel und steigende Investitionen in Automatisierung.

Warum Industrie-Roboter in den USA wieder wachsen

Sie wollen mehr über den Deutschen Maschinenbau-Gipfel wissen? Klicken Sie hier!

Der US-Markt für Industrie-Roboter hat 2025 deutlich zugelegt. Nach vorläufigen Ergebnissen der International Federation of Robotics wurden in den Vereinigten Staaten 38.000 Industrie-Roboter neu installiert. Das entspricht einem Plus von 11 % gegenüber dem Vorjahr, wie die IFR mitteilt.

Die Erholung stützt sich vor allem auf robustes Wachstum in der Lebensmittelbranche sowie in weiteren nicht-verarbeitenden Sektoren. Gleichzeitig bleibt die Automobilindustrie die mit Abstand wichtigste Abnehmerbranche. Dort wurden 13.500 Einheiten installiert. Damit lag die Branche nur 1 % unter dem Vorjahreswert.

„Die Vereinigten Staaten sind wieder auf Wachstumskurs“, sagt Takayuki Ito, Präsident der International Federation of Robotics. „Während die Automobilbranche ihr drittbestes Ergebnis seit sieben Jahren erzielte, zeigen die Daten gleichzeitig eine steigende Nachfrage nach flexibler Automatisierung in der Lebensmittelindustrie: In diesem Sektor stiegen die Installationszahlen um 30 % und liegen so gleichauf mit dem Metall- und Maschinenbau sowie der Elektronik. Diese Branchen verzeichnen alle jeweils rund 3.000 Installationen im Jahr 2025.“

Wie hoch ist die Roboterdichte in den USA?

Der Automatisierungsgrad der USA liegt, gemessen an der Roboterdichte, bei 307 Industrie-Robotern pro 10.000 Beschäftigte in der verarbeitenden Industrie. Damit belegen die Vereinigten Staaten weltweit Platz 8. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Land um zwei Plätze verbessert.

Trotz dieses Fortschritts liegen die USA weiter hinter stärker automatisierten Industrienationen. Südkorea kommt auf 1.220 Roboter pro 10.000 Beschäftigte, Deutschland auf 449 und Japan auf 446. Vor China liegen die USA dagegen bei der Roboterdichte: Dort beträgt der Wert 166 Roboter pro 10.000 Beschäftigte.

China bleibt bei Industrie-Robotern der deutlich größere Markt

Bei der Marktgröße zeigt sich ein anderes Bild. China übertrifft den Rest der Welt deutlich. Im Jahr 2024 wurden dort 295.000 Industrie-Roboter installiert. Das entsprach einem weltweiten Marktanteil von 54 %.

Für 2025 liegen nach Angaben der IFR noch keine vorläufigen Ergebnisse für China vor. Die Organisation schätzt jedoch, dass die Installationen dort etwa zehnmal höher liegen dürften als in den Vereinigten Staaten.

Die Entwicklung Chinas basiert laut Vorlage auf der nationalen Robotik-Strategie des Landes, die vor zehn Jahren gestartet wurde. Mit dem kürzlich veröffentlichten 15. Fünfjahresplan für 2026 bis 2030 rückt Robotik noch stärker in den Mittelpunkt der Industriestrategie. Ziel ist es, KI-Forschung stärker auf physische Anwendungen auszurichten. Roboter sollen dabei als wesentlicher Motor des Wirtschaftswachstums dienen.

Welche Rolle spielt eine nationale Robotik-Strategie?

Auch in Nordamerika rückt die strategische Bedeutung der Robotik stärker in den Fokus. Der Verband A3, Nordamerikas größter Verband für die Automatisierungsbranche, hat seine „Vision für eine nationale Robotik-Strategie“ offiziell veröffentlicht und den Gesetzgebungsorganen vorgestellt.

Der Verband spricht sich für ein Bundesamt für Robotik sowie für eine nationale Kommission zur Koordinierung der Strategie aus. Ziel ist es, staatliche Forschung besser zu harmonisieren und öffentlich-private Partnerschaften zu fördern.

Das Papier sieht außerdem marktorientierte steuerliche Anreize, eine Ausweitung der Umschulung von Fachkräften, aktualisierte Sicherheitsstandards sowie eine bundesweite Verpflichtung zum Kauf einheimischer Robotik-Technologie vor. Damit soll der kommerzielle Einsatz von Robotik beschleunigt werden.

Warum der Ausblick für Industrie-Roboter positiv bleibt

Die Perspektiven für industrielle Modernisierung in Nordamerika und den USA bleiben laut IFR weiterhin äußerst positiv. Als zentrale Treiber nennt die Vorlage die zunehmende Rückverlagerung von Produktionsstätten sowie den anhaltenden Fachkräftemangel.

Für den Automatisierungssektor der Region prognostiziert die IFR einen stabilen, langfristigen Wachstumskurs. Hersteller erhöhen demnach ihre Investitionen in Automatisierung, um strukturelle Arbeitskräfteengpässe auszugleichen. Zugleich verbreitert sich die Nachfrage über traditionelle Sektoren hinaus.

Damit zeigt sich: Industrie-Roboter sind in den USA nicht mehr nur ein Thema der Automobilindustrie. Das Wachstum in der Lebensmittelbranche, im Metall- und Maschinenbau sowie in der Elektronik deutet auf eine breitere Automatisierungswelle hin.

Quelle: IFR

FAQ: Industrie-Roboter in den USA

  • Wie stark ist der Markt für Industrie-Roboter in den USA gewachsen? – Der Absatz stieg 2025 um 11 % auf 38.000 neu installierte Einheiten.
  • Welche Branche nutzt in den USA die meisten Industrie-Roboter? – Die Automobilindustrie bleibt mit 13.500 installierten Einheiten die größte Abnehmerbranche.
  • Welche Rolle spielt die Lebensmittelbranche bei Industrie-Robotern? – Die Installationszahlen in der Lebensmittelindustrie stiegen 2025 um 30 % und erreichten rund 3.000 Einheiten.
  • Wie hoch ist die Roboterdichte bei Industrie-Robotern in den USA? – Die USA kommen auf 307 Roboter pro 10.000 Beschäftigte in der verarbeitenden Industrie.
  • Warum bleibt der Ausblick für Industrie-Roboter positiv? – Rückverlagerung von Produktion, Fachkräftemangel und steigende Automatisierungsinvestitionen stützen den langfristigen Wachstumskurs.