Warum die Industrie auf KI in Werkzeugmaschinen setzt
KI in der Werkzeugmaschine ist längst kein Zukunftsthema mehr. Erste Anwendungen laufen bereits in der Praxis, zugleich bleiben Grenzen, Risiken und offene Standards zentral. Trumpf, Index und Siemens geben Einblicke.
Torsten KirchmannTorstenKirchmann
Ein Foto mit dem Handscanner und der Cutting Assistant schlägt KI-basiert optimierte Parameter für das Laserschneiden des aktuellen Materials vor.Trumpf
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Summary: Trumpf, Index, Fraunhofer IKS, PTW der TU Darmstadt, RWTH Aachen und Siemens treiben das Thema KI in der Werkzeugmaschine aus unterschiedlichen Perspektiven voran. Im Fokus stehen Qualitätskontrolle, Assistenzsysteme, Prozessoptimierung und neue Bedienkonzepte. Zugleich bremsen Sicherheitsfragen, heterogene Datenlagen und fehlende Standards den breiten Einsatz.
Kurzfristige Effekte überschätzt, langfristige Veränderungen
unterschätzt: So beschreiben Experten die Wahrnehmung von Disruptionen wie der
Künstlicher Intelligenz (KI). Wo KI bereits in innerhalb von Werkzeugmaschinen praktisch
eingesetzt wird, welche Grenzen die Wissenschaft sieht und was es mit Allianzen
auf sich hat.
Sarah Engel, Head of AI bei Trumpf: „Europa hat die einmalige Gelegenheit, seine tief verwurzelte Industriekompetenz und sein klares Verantwortungsbewusstsein mit KI-Technologie zu verknüpfen.“Trumpf
Das Hochtechnologieunternehmen Trumpf sieht in der KI eine Chance, sich vom
globalen Wettbewerb im Bereich der Fertigung zu differenzieren. „Europa hat die
einmalige Gelegenheit, seine tief verwurzelte Industriekompetenz und sein
klares Verantwortungsbewusstsein mit KI-Technologie zu verknüpfen“, bekräftigt Sarah
Engel, Head of AI bei Trumpf. „Hier unterscheiden wir uns fundamental von
Nationen wie den USA und China.“
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Das untermauert Sarah Engel mit konkreten Beispielen. Für ein
automatisiertes Absortieren von variantenreichen Bauteilen in
Laserschneidmaschinen kommt der SortMaster Vision zum Einsatz. Dazu hat Trumpf adaptive
Robotikfunktionen integriert, darunter die automatisierte Wahrnehmung und die
Planung von Roboterpfaden.
Dadurch kann ein Roboter die Teile mit einer
KI-gestützten Bilderkennung selbstständig erkennen. Die Software berechnet autonom
den Bewegungsplan des Roboters einschließlich der Greifpunkte. Der SortMaster
Vision holt sich dabei sämtliche Teileinformationen selbständig aus dem
Schneidprogramm. Dadurch entfällt jegliche Programmierung des
Absortierprozesses. Darüber hinaus schafft der Prozess maximale Flexibilität
hinsichtlich Teilespektrum und Losgrößen bis zur Stückzahl 1.
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Verbesserte Parameter für den Prozess
Auch für den Kernprozess, dem Laserschneiden, setzt Trumpf bereits
auf den Einsatz von KI. Der „Cutting Assistant“ verbessert die Qualität der
Schnittkanten, spart Zeit und ermöglicht es auch „Anfängern“, eine hohe
Bauteilqualität zu erzielen. Der Maschinenbediener nimmt mit einem Handscanner
ein Bild von der Schnittkante seines Bauteils auf. Der Assistent bewertet die Kantenqualität
anhand objektiver Kriterien wie Gratbildung. Mit diesen Informationen schlägt
der Algorithmus verbesserte Parameter für den Schneidprozess vor. Anschließend
schneidet die Maschine das Blech erneut. Erfahrung beim Laserschneiden ist
dafür nicht erforderlich. Der Cutting Assistant ist in der Software der
Maschine integriert. Daher lassen sich die optimierten Parameter nahtlos und
ohne Programmieren in die Software übertragen.
Expertise des Anwenders schützen
Die Daten aus der Anwendung im Feld fließen kontinuierlich in
die Lösung ein. Dieses Vorgehen ermöglicht noch schnellere und zuverlässigere
Ergebnisse, weil sich das selbstlernende System kontinuierlich verbessert.
Trumpf stellt dabei sicher, dass der Algorithmus die Expertise des Anwenders
nicht verbreitet. “Bei der Entwicklung von KI überlegen wir uns immer erst,
wofür welche Daten genutzt werden, was die Risiken sind und wie wir sie im Zaum
halten können“, sagt Sarah Engel und verweist auf die enge Zusammenarbeit mir
den hauseigenen Legal-, IT- und Cybersicherheits-Abteilungen.
Eine weitere, bereits in der Automobilindustrie eingesetzte
KI-Funktion von Trumpf überprüft die Qualität von komplexen Bauteilen, wie etwa
Batterien für E-Autos. Eine Kamera fotografiert die Schweißnaht in der Zelle und
die KI analysiert, ob sie den vorgegebenen Kriterien entspricht. Dabei arbeitet
die KI mit nachvollziehbaren Messwerten. Für eine transparente Qualitätskontrolle
ohne Black-Box-Effekte ist das wichtig. Entdeckt die KI einen Fehler,
benachrichtigt sie den Anwender, während das Bauteil noch in der Laserzelle
liegt. Das erhöht den „first-pass-yield“, also die Anzahl der Teile, die
bereits beim ersten Durchlauf den Qualitätsstandards entsprechen. Dafür sind
keine Programmierkenntnisse erforderlich. Anwender trainieren die KI anhand von
Bildmaterial von korrekten und fehlerhaften Schweißnähten.
Für Sarah Engel stehen die konkreten Anforderungen der
Kunden im Mittelpunkt: “ Als Lösungsanbieter beherrschen wir unsere
Prozessketten vollumfassend – von der Hardware bis zum Service.“
Nicht für sicherheitskritische Systeme geeignet
Trumpf ist als Branchenschwergewicht sicher ein Vorreiter.
Auch eröffnet die Laserbearbeitung Freiheitsräume, die spanende Verfahren nicht
haben. Grundsätzlich ist der Einsatz von KI in Werkzeugmaschinen auf nicht
sicherheitskritische Systeme und Funktionen beschränkt. „Es gibt derzeit keine
im Feld lernende Safe AI. Bei sicherheitskritischen Anwendungen im Feld muss
aber immer nachvollziehbar sein, was die Software warum macht“, betont Gereon
Weiß, Leiter der Abteilung Automation Systems am Fraunhofer-Institut für
Kognitive Systeme IKS.
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Dr. Christopher Kohl, Projektleiter Digitalisierung der Index-Werke: „KI Technologien entwickeln sich dagegen extrem schnell und ihr statistischer Charakter kann zu inhaltlich falschen oder unzuverlässigen Ausgaben führen: Deshalb setzen wir KI dort ein, wo sie echten Mehrwert schafft: in mobilen Assistenzlösungen wie iXmobile und in cloudbasierten Mehrwertdiensten wir unsere IIoT Plattform iX4.0.“Index-Werke
Das sehen auch Hersteller wie die Index Werke so. Das
Unternehmen gehört mit den Marken Index und Traub zu den weltweit führenden
Herstellern von CNC-Drehmaschinen. „Unsere Werkzeugmaschinen müssen über viele
Jahre hinweg mit absoluter Präzision und maximaler Wiederholgenauigkeit
arbeiten. KI‑Technologien entwickeln sich dagegen extrem schnell und ihr
statistischer Charakter kann zu inhaltlich falschen oder unzuverlässigen
Ausgaben führen,“ schränkt Dr. Christopher Kohl, Projektleiter Digitalisierung
der Index-Werke, ein. „Deshalb setzen wir KI dort ein, wo sie echten Mehrwert
schafft: in mobilen Assistenzlösungen wie iXmobile und in cloudbasierten
Mehrwertdiensten wir unsere IIoT Plattform iX4.0, nicht jedoch als integrierte
Funktion in der Maschine selbst.“
Assistenzfunktionen werten Prozessdaten aus und decken Optimierungspotenziale
auf oder erhöhen die Verfügbarkeit. Solche Lösungen können schnell aktualisiert
und unabhängig vom Maschinenlebenszyklus weiterentwickelt werden. Spezialisierte
KI‑Anwendungen wie Vorhersagen zur Werkstückqualität oder Werkzeugstandzeit
sind hochgradig prozess- und nutzerspezifisch. Daher werden sie aus Sicht des
Maschinenherstellers idealerweise von spezialisierten Drittanbietern
entwickelt, die sich ausschließlich auf solche datengetriebenen Lösungen
konzentrieren.
Immer ein Nachtraining vorsehen
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Vor dem Einsatz von KI-Funktionen in der täglichen
Produktion gilt es aber, sich mit dem Kleingedruckten zu beschäftigen. Während
Fertigungsanlagen - einmal eingefahren - oft über viele Jahre mit einem
unveränderten Softwarestand arbeiten, bemessen sich die Innovationszyklen bei
KI in Monaten. Auch wenn eingefrorene Versionen genutzt werden, erfordern die
KI-Funktionen und ihre Aufgaben eine kontinuierliche Beobachtung. „Ich muss
immer ein Nachtraining vorsehen“, warnt Gereon Weiß, Leiter der Abteilung Automation
Systems am Fraunhofer-Institut für Kognitive Systeme, IKS. “Ich muss in der
Lage sein, selbst damit zu arbeiten oder mich um entsprechende Dienstleister
kümmern.“
Gereon Weiß, Leiter der Abteilung Automation Systems am Fraunhofer-Institut für Kognitive Systeme, IKS: „Es gibt auch bei nicht-sicherheitskritischen Systemen kein Null-Risiko, wir müssen in jedem Einzelfall die Vorteile sauber erfassen und definieren, welche Kosten dafür akzeptabel sind.“Fraunhofer-Institut IKS
Aktuell dominieren noch proprietäre KI-Modelle. Was aber
passiert, wenn ein Anbieter seinen Service einstellt? „Dieses Szenario sollten
Anwender vor der Entscheidung durchspielen und auf Standards setzen, Open
Source Modelle vorziehen oder sich den Zugriff auf den Quellcode sichern“, erläutert
Dr. Gereon Weiß mögliche Lösungen.
Risikomanagement wie bei Safety
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Er empfiehlt für den Entscheidungsprozess
Risikomanagementstrategien wie sie auch bei Safety bekannt sind. „Es geht
darum, das System so einzustellen, dass Fehler zuverlässig aufgefangen werden.
Damit reduzieren Anwender auf der einen Seite Fehlerkosten, schöpfen aber auf
der anderen Seite gegebenenfalls nicht das gesamte Potenzial der KI aus“,
beschreibt er die notwendige Abwägung. Dazu ist es notwendig, zu wissen wie
zuverlässig das System arbeitet. Denkbar ist zu Beginn ein „Shadow Mode“.
Dabei
läuft die KI-Funktion passiv im Hintergrund mit, löst aber keine Aktion aus.
Der Mensch überwacht das System nicht im Betrieb, sondern wertet aus, wie gut
die KI funktioniert, bevor sie im Betrieb quasi scharf geschaltet wird. Grundsätzlich
müssen kritische Entscheidungen immer von Menschen getroffen werden. „Es gibt auch
bei nicht-sicherheitskritischen Systemen kein Null-Risiko, wir müssen in jedem
Einzelfall die Vorteile sauber erfassen und definieren, welche Kosten dafür
akzeptabel sind,“ so der Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut IKS.
Gilbert Ely Engert, Teamleiter Forschungsgruppe Fertigungstechnologie am PTW der TU Darmstadt: „Wir haben im Rahmen eines Forschungsprojekts mit der Industrie ein neuartiges KI-gestütztes System zur Bedienung von Werkzeugmaschinen entwickelt, mit dem die Bedienung so einfach werden soll wie die von Smartphones.“TU Darmstadt
Auch das Institut für Produktionsmanagement, Technologie und
Werkzeugmaschinen, PTW, der TU Darmstadt beschäftigt sich intensiv mit
Künstlicher Intelligenz. „Wir forschen an datengetriebenen Ansätzen und
entwickeln KI-Lösungen für verschiedene Anwendungsfälle der Fertigung“, erklärt
Gilbert Ely Engert, Teamleiter Forschungsgruppe Fertigungstechnologie am PTW,
das Vorgehen. „KI-basierte Optimierung der Prozessplanung sowie die
prozessparallele Regelung mit Machine Learning, Ansätze des Transfer Learnings
für das Übertragen von Modellen auf andere Maschinen und Prozesse und die
menschenzentrierte Entwicklung zeitgemäßer intelligenter Systeme zur Interaktion
zwischen Mensch und Maschine mit KI-Agenten.“
Der Fokus liegt dabei auf dem Einsatz in kleinen und
mittelständischen Unternehmen und der Kleinserien- und Einzelstückfertigung im
Gegensatz zur vollautomatisierten Großserienfertigung. „Hier herrschen
heterogene Maschinenlandschaften vor, kleine Losgrößen und es besteht ein
Fachkräftemangel.“ Ganz aktuell stellt das PTW neue Ergebnisse für die
Mensch-Maschine-Interaktion vor. Das neue Bedienkonzept zielt auf effizientere
Prozesse und weniger Fehler bei Bestandsmaschinen ab. Besonderes Augenmerk
legen die Wissenschaftler auf Bediener der nächsten Generation, die mit
Smartphone aufgewachsen sind.
„Wir haben im Rahmen eines Forschungsprojekts mit
der Industrie ein neuartiges KI-gestütztes System zur Bedienung von
Werkzeugmaschinen entwickelt, mit dem die Bedienung so einfach werden soll wie
die von Smartphones“, stellt er einen Demonstrator am PTW in Darmstadt vor. Wie
die neue Bedienung funktioniert, können Interessierte im Rahmen einer
einstündigen Evaluation im Juni am PTW selbst ausprobieren (siehe Kasten).
Hey KI, fertige mir mein Bauteil
Kann
eine Werkzeugmaschine so einfach wie ein Smartphone bedient werden? Gilbert
Engert hat im Rahmen eines Forschungsprojekts mit der Industrie ein neuartiges
KI-gestütztes System zur Bedienung von Werkzeugmaschinen entwickelt und in
einem Demonstrator implementiert. Für seine Dissertation sucht Gilbert Engert
Probanden für die Evaluation der neuen Mensch-Maschine-Schnittstelle – mit und
ohne Vorerfahrung in der Maschinenbedienung. Die Versuchsdauer beträgt eine Stunde.
Termine:
Jeden Mittwoch, Donnerstag und Freitag im Juni 2026 von 09:00 - 17:30 Uhr im
TEC-Lab des PTW an der TU Darmstadt.
Dr. Marcel Fey, Oberingenieur der Abteilung Maschinentechnik im Werkzeugmaschinenlabor WZL an RWTH Aachen: „Schon auf dem Weg zu einer sauberen Datenbasis lösen Unternehmen häufig einen großen Teil ihrer Probleme ohne KI - allein durch Transparenz, bessere Rückverfolgbarkeit, konsistente Prozessdaten, klare KPI-Definitionen und verlässliche Auswertungen.“RWTH Aachen
Ob die vorhandenen KI-Modelle gut oder schlecht sind, spielt
für Dr.-Ing. Marcel Fey, von der RWTH Aachen aus Sicht der Anwender eine
untergeordnete Rolle. Der Oberingenieur der Abteilung Maschinentechnik im
Werkzeugmaschinenlabor WZL sieht eine andere Kernherausforderung: „In der
heterogenen Produktionslandschaft sind Daten selten sauber nutzbar, weil sie
nicht ausreichend kontextualisiert sind.“ Zwar erfassen Anwender durchaus Roh-
und Zeitreihendaten aus Maschinen, beispielsweise Achspositionen, Drehzahlen,
Vorschübe, Alarme oder Energieverläufe.
„Diese Signale sind allein jedoch meist
nur `Rauschen`, solange nicht klar ist, welcher Auftrag, welches Werkstück,
welches Werkzeug, welches NC-Programm, welche Maschine beziehungsweise
Kinematik oder welche Prozessphase gerade dazu gehört“, macht der
Wissenschaftler deutlich. Diese Kontextinformationen liegen in der Realität oft
vor, aber in übergeordneten Systemen außerhalb der Werkzeugmaschinen.
Für ihn besteht die eigentliche Aufgabe daher in vielen Fällen
darin, die Datenbasis und Datenlogik zu verknüpfen: eindeutige Identifizierungen,
konsistente Zeitbezüge, saubere Ereignis- und Prozesssegmentierung,
nachvollziehbare Zuordnung von Kontext zu Zeitreihen. Dieser Aufwand lohnt
sich, ist Dr.-Ing. Marcel Fey sicher: „Schon auf dem Weg zu einer sauberen
Datenbasis lösen Unternehmen häufig einen großen Teil ihrer Probleme ohne KI -
allein durch Transparenz, bessere Rückverfolgbarkeit, konsistente Prozessdaten,
klare KPI-Definitionen und verlässliche Auswertungen.“
Siemens KI-Datenallianz für offenen Standard
Dr. Stefanie Frank, Head of Machine Tool Systems, Siemens Digital Industries: „Unser Ziel ist es, Ingenieure dabei zu unterstützen, zeitaufwändige Aufgaben produktiver zu bewältigen, die Einhaltung von Industriestandards zu gewährleisten und den Produktentwicklungsprozess in den Bereichen Design, Planung, Engineering, Betrieb und Service zu verbessern und zu beschleunigen.“Siemens
Diese Einschätzungen kommen nicht aus dem luftleeren Raum.
Siemens hat gemeinsam mit verschiedenen Werkzeugmaschinenherstellern und dem
Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen eine umfassende KI-Datenallianz gegründet. Ziel ist ein
industriespezifisches Foundation Model für Künstliche Intelligenz. „Unser Ziel
ist es, Ingenieure dabei zu unterstützen, zeitaufwändige Aufgaben produktiver
zu bewältigen, die Einhaltung von Industriestandards zu gewährleisten und den
Produktentwicklungsprozess in den Bereichen Design, Planung, Engineering,
Betrieb und Service zu verbessern und zu beschleunigen“, umschreibt Dr.
Stefanie Frank, Head of Machine Tool Systems, Siemens Digital Industries, den
Hintergrund.
Ein anvisierter Anwendungsfall ist die automatisierte
Erstellung eines Teileprogramms für Werkzeugmaschinen. Dadurch können
Teileprogramme erheblich schneller erstellt werden, während die Fehlerquote bei
der Code-Erstellung sinkt. Voraussetzung dafür ist die kontextualisierte
Aufbereitung von Maschinendaten. Diese Daten werden unter anderem zur
Entwicklung und zum Training von KI-Modellen verwendet, die spezifisch auf die
Anforderungen der industriellen Fertigung zugeschnitten sind. „Die
Partnerschaft umfasst den Austausch anonymisierter Maschinendaten unter
strenger Einhaltung von Datenschutz- und Sicherheitsstandards“, hebt Dr.
Stefanie Frank hervor.
Langfristig soll die Allianz als offener Plattformansatz
weiteren Industrieunternehmen offenstehen, um branchenübergreifende Standards
für KI-basierte Fertigung zu etablieren. Damit bestätigt sich: Die Effekte der
KI auf kurze Sicht werden vielleicht von vielen überschätzt. Aber ganz sicher
unterschätzen die meisten wie grundlegend die Auswirkungen von KI auf lange
Sicht sein werden.
FAQ: KI in der Werkzeugmaschine
Wo wird KI in der Werkzeugmaschine bereits eingesetzt? – Vor
allem bei Qualitätskontrolle, Assistenzfunktionen, automatisierter
Teileerkennung, Prozessoptimierung und neuen Bedienkonzepten.
Warum ist KI in der Werkzeugmaschine nicht für alle
Funktionen geeignet? – Sicherheitskritische Anwendungen erfordern
nachvollziehbares Verhalten der Software. Im Feld lernende Safe AI gibt es laut
den genannten Experten derzeit nicht.
Welche Voraussetzung ist für KI in der Werkzeugmaschine
besonders wichtig? – Notwendig sind kontextualisierte Daten, also klar
zugeordnete Informationen zu Auftrag, Werkstück, Werkzeug, Maschine und
Prozessphase.
Was bremst den breiten Einsatz von KI in der
Werkzeugmaschine? – Bremsend wirken heterogene Maschinenlandschaften,
proprietäre Modelle, kurze Innovationszyklen, Nachtrainingsbedarf und fehlende
Standards.
Welche Perspektive hat KI in der Werkzeugmaschine
langfristig? – Langfristig gilt KI als strategisch relevant, insbesondere wenn
offene Plattformen, Datenstandards und industrielle Foundation Models etabliert
werden.