Das Defence-Geschäft gewinnt im Maschinenbau an Bedeutung. Auch Dürr analysiert, welche Technologien für Verteidigungskunden infrage kommen.
Anja RingelAnjaRingelManaging editor and podcast host for 'Produktion'
Präzise und randomisierte Camouflage-Lackierung von Panzerfahrzeugen mit Dürr-Lackierrobotern.Dürr
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Summary:
Dürr prüft bestehende Technologien für das Defence-Geschäft und stellt Kompetenzen bestehenden sowie potenziellen Kunden vor. Es gibt bereits Aufträge und laufende Gespräche, über Details schweigt der Konzern. Der größte Bedarf liegt laut Dürr in der Skalierung der Produktionszahlen um den Faktor 10 bis 15 oder mehr gegenüber 2022.
Immer mehr Maschinenbauunternehmen versuchen im Rüstungsbereich
Fuß zu fassen. „Unsere Unternehmen sind darin spezialisiert, Kundenwünsche für
die industrielle Produktion in kleiner oder großer Serie nach Maß zu erfüllen.
Der Maschinenbau hat das Know-how, um Deutschland und Europa sicherer zu machen“,
sagte zum Beispiel VDMA-Präsident Bertram Kawlath. Der Maschinenbau sei kein
Rüstungshersteller und werde es auch nicht werden, aber die Branche sei ein unverzichtbarer
Zulieferer auch dieses Sektors.
„Man sieht jetzt, dass traditionelle Maschinenbauer
plötzlich versuchen, Drohnen zu bauen, weil dort Geld zu verdienen ist. Das
scheint der einzige Sektor mit staatlichen Aufträgen zu sein“, berichtete auch Markus
Kuger, Chefvolkswirt bei Coface.
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Dürr sieht Bedarf an deutlich höheren Stückzahlen
Bei Dürr stehen keine Drohnen im Mittelpunkt. Stattdessen
analysiert der Konzern, welche Technologien für das Defence-Geschäft infrage
kommen und stellt diese Technologien und seine Kompetenzen bestehenden und
potenziellen Kunden vor. Das berichtet das Unternehmen auf Nachfrage von Produktion.
Es gebt Dürr zufolge bereits Aufträge und laufende Gespräche. Darüber werde
aber Stillschweigen gewahrt.
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Den größten Bedarf in der Rüstungsindustrie sieht Dürr derzeit in der Skalierung der
Produktionszahlen um den Faktor 10 bis 15 oder sogar mehr im Vergleich zum
Basisjahr 2022.
Ganz neu ist das Thema für den Konzern nicht. Dürr überträgt
nach eigener Aussage bereits seit Jahrzehnten sein Know-how auch auf Projekte
in der Verteidigungsindustrie.
Dazu zählt zum Beispiel die Lackiertechnik. „Mit einem Marktanteil
von über 50 Prozent ist Dürr weltweit die Nummer Eins bei der
Automobillackierung und kann ebenso Referenzen für Militär- und Panzerfahrzeuge
sowie Flugzeugteile vorweisen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Seine
Technologien für die Verteidigungsindustrie, beispielsweise bei der
Lackapplikation oder in der Dosiertechnik für Kleb- und Dichtstoffe, sind
skalierbar und sollen durch (Teil-) Automatisierung für Effizienz und Qualität
sorgen.
Automatisierung und Präzision für die Rüstungsproduktion
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Ein weiterer Punkt ist die Herstellung und Optimierung von
Triebwerken und Verteidigungsausrüstung für Land, See und Luft. Hier beteiligt
sich Dürr mit Auswuchtmaschinen, Schwerpunktwaagen, Schwingtische, Toolings und
Messsystemen zur Bestimmung von Masseneigenschaften der Konzerntochter Schenck
RoTec.„Gerade für das Auswuchten von Strahltriebwerken sind höchste
Messgenauigkeit und zuverlässige Ergebnisse entscheidend für Sicherheit und
Leistung“, erklärt der Konzern. Die Momentwaagen der neuesten Generation sollen präzise Messungen von Masse und Moment
ermöglichen, die den strengen Qualitäts- und Leistungsanforderungen des
Verteidigungssektors gerecht werden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Digitalisierung. In komplexen
Produktions- und Betriebsprozessen sollen Systeme zur Überwachung und Steuerung
von Produktionsequipment (SCADA) sowie übergeordnete Produktionsleitsysteme (MES/MOM/APS)
Transparenz, Rückverfolgbarkeit, kontrollierte Abläufe, reproduzierbare
Qualität und IT-Sicherheit in der Produktion verbessern. Bei einer lokalen
Installation in einer isolierten IT-Infrastruktur behalten Unternehmen die
vollständige Kontrolle über ihre Daten.
Es zeigt sich also: Die Verteidigungsindustrie spielt für
Dürr eine durchaus eine Rolle. Welche strategische Bedeutung der Bereich hat,
wollte der Konzern nicht sagen. „Dürr äußert sich derzeit nicht zu Volumen-
oder Expansionszielen in diesem Bereich“, hieß es auf Nachfrage.
• Welche Bedeutung hat das Defence-Geschäft für Dürr? – Dürr analysiert Technologien für das Defence-Geschäft und stellt Kompetenzen bestehenden sowie potenziellen Kunden vor.
• Welche Technologien nutzt Dürr im Defence-Geschäft? – Genannt werden Lackiertechnik, Dosiertechnik für Kleb- und Dichtstoffe, Auswuchtmaschinen, Messsysteme und digitale Produktionsleitsysteme.
• Gibt es im Defence-Geschäft von Dürr bereits Aufträge? – Nach Angaben des Unternehmens gibt es bereits Aufträge und laufende Gespräche, Details werden nicht genannt.
• Warum ist Skalierung im Defence-Geschäft wichtig? – Dürr sieht den größten Bedarf in der Skalierung der Produktionszahlen um den Faktor 10 bis 15 oder mehr gegenüber 2022.
• Welche Rolle spielt Digitalisierung im Defence-Geschäft? – SCADA-, MES-, MOM- und APS-Systeme sollen Transparenz, Rückverfolgbarkeit, kontrollierte Abläufe, Qualität und IT-Sicherheit verbessern.