Italienische Werkzeugmaschinenindustrie vor Erholung
Hyperabschreibung stärkt Italiens Maschinenbau
Die italienische Werkzeugmaschinenindustrie erwartet nach einem schwachen Jahr 2025 eine moderate Erholung. Rückenwind sollen vor allem der Inlandsmarkt und die Hyperabschreibung liefern.
Der italienische Werkzeugmaschinenbau kann nach längerer Durststrecke wieder etwas aufatmen.Digital Space (mit Hilfe von KI)
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Summary: Die italienische Werkzeugmaschinenindustrie produzierte 2025 Maschinen, Roboter und Automationssysteme im Wert von 6.391 Mio. EUR. Für 2026 erwartet UCIMU in Italien ein Produktionsplus von 3,9 %, getragen von Inlandsnachfrage und Hyperabschreibung. Exporte, geopolitische Unsicherheiten und die Schwäche wichtiger Auslandsmärkte bleiben zentrale Belastungsfaktoren.
Wie entwickelte sich die Werkzeugmaschinenindustrie 2025?
Das Jahr 2025 ist für die italienischen Hersteller von Werkzeugmaschinen, Robotern und Automationssystemen insgesamt schwach verlaufen. Die Produktion blieb nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Belastet wurde die Entwicklung vor allem durch einen deutlichen Rückgang der Exporte.
Der Inlandsmarkt entwickelte sich dagegen positiver. Nach zwei rückläufigen Jahren stiegen die Lieferungen italienischer Hersteller im Heimatmarkt wieder deutlich an. Trotz zweistelliger Wachstumsraten blieben die Ergebnisse jedoch weiterhin unter den Werten der Jahre 2021 und 2022.
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Wie aus den vom Centro Studi & Cultura di Impresa des italienischen Branchenverbandes UCIMU – Sistemi per Produrre erarbeiteten Daten hervorgeht, erreichte die italienische Produktion von Werkzeugmaschinen, Robotern und Automationssystemen 2025 einen Wert von 6.391 Mio. EUR. Gegenüber 2024 entspricht dies einem Zuwachs von 1 %.
Der gesamte Branchenumsatz belief sich auf 9.330 Mio. EUR. International behauptete die italienische Industrie ihre bedeutende Stellung. Sie belegte den fünften Platz der weltweiten Rangliste bei Produktion und Verbrauch sowie den vierten Platz im Export.
Vorgestellt wurden die Branchenzahlen von UCIMU-Präsident Riccardo Rosa auf der Mitgliederversammlung des Verbandes in Mailand. An der Veranstaltung am 7. Juli 2026 nahmen mehr als 150 Unternehmer, Manager, Vertreter von Institutionen und Medienvertreter teil.
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Zu den Gästen gehörten Barbara Cimmino, Vizepräsidentin von Confindustria für Export und Investitionsförderung, sowie Paolo Magri, Vorsitzender des wissenschaftlichen Ausschusses von ISPI. Moderiert wurden die Gespräche von Rita Querzè, Journalistin der Tageszeitung Il Corriere della Sera.
Die jungen Unternehmer Luca Dadone und Elisa Stucchi diskutierten zudem über Innovationen und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Augmented Reality in der Fertigungsindustrie.
Exporte brechen um 12 % ein
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Besonders deutlich zeigte sich die Schwäche der italienischen Werkzeugmaschinenindustrie im Auslandsgeschäft. Der Export sank 2025 um 12 % auf 3.760 Mio. EUR. Damit verringerte sich auch das Verhältnis von Export und Produktion deutlich. Die Exportquote fiel von 67,5 % im Jahr 2024 auf 58,8 %.
Größter Absatzmarkt für italienische Werkzeugmaschinen, Roboter und Automationssysteme blieben die Vereinigten Staaten. Die Ausfuhren dorthin erreichten 572 Mio. EUR, lagen damit allerdings 9 % unter dem Vorjahreswert.
Auf den weiteren Plätzen folgten Deutschland mit 274 Mio. EUR und einem Rückgang von 24,9 %, Frankreich mit 204 Mio. EUR und einem leichten Plus von 0,2 % sowie Polen mit 188 Mio. EUR und einem Wachstum von 11,2 %.
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In die Türkei exportierten die italienischen Hersteller Maschinen und Systeme im Wert von 168 Mio. EUR. Dies entsprach einem Rückgang von 11,5 %. Die Lieferungen nach Indien sanken um 11,6 % auf 164 Mio. EUR, die Exporte nach Mexiko um 10 % auf 158 Mio. EUR.
Spanien nahm italienische Branchenprodukte im Wert von 147 Mio. EUR ab, 6,5 % weniger als im Vorjahr. Besonders stark brachen die Lieferungen nach China ein. Sie gingen um 54,1 % auf 110 Mio. EUR zurück. Brasilien entwickelte sich dagegen positiv: Die Ausfuhren stiegen um 15,9 % auf 84 Mio. EUR.
Warum gewinnt der italienische Markt an Bedeutung?
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Nach zwei Jahren mit rückläufigen Ergebnissen konnten die italienischen Hersteller ihre Lieferungen im Inland 2025 wieder steigern. Das Volumen erhöhte sich um 28,1 % auf 2.631 Mio. EUR.
Grundlage dieser Entwicklung war eine Erholung des italienischen Verbrauchs. Dieser nahm um 22,3 % auf 4.534 Mio. EUR zu. Auch die Importe verzeichneten einen Anstieg. Sie erreichten 1.903 Mio. EUR und lagen damit 15,1 % über dem Wert des Vorjahres.
Der Anteil des italienischen Verbrauchs, der von ausländischen Anbietern gedeckt wurde, sank gleichzeitig um drei Prozentpunkte auf 42 %. Damit profitierten die heimischen Hersteller überproportional von der Belebung der Nachfrage.
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Die Auslastung der Produktionskapazitäten ging hingegen leicht zurück. Nach durchschnittlich 77,3 % im Jahr 2024 erreichte sie 2025 noch 76,5 %. Auch die Reichweite des Auftragsbestands verringerte sich leicht. Die gesicherte Produktion lag bei 6,3 Monaten nach 6,5 Monaten im Vorjahr.
UCIMU-Präsident Riccardo Rosa bewertete die Entwicklung entsprechend zurückhaltend: „2025 war insgesamt ein enttäuschendes Jahr für die italienischen Werkzeugmaschinenhersteller. Ausschlaggebend war vor allem der starke Rückgang der Auslandsverkäufe. Aber auch das Inlandsgeschäft blieb trotz des Aufschwungs hinter den Erwartungen zurück – nicht zuletzt aufgrund des Durcheinanders rund um Transizione 5.0.“
Werkzeugmaschinenindustrie erwartet Wachstum 2026
Für 2026 rechnet das Centro Studi & Cultura di Impresa von UCIMU mit einer moderaten Erholung. Sämtliche wesentlichen Indikatoren sollen in den positiven Bereich zurückkehren. Die erwarteten Wachstumsraten bleiben allerdings überschaubar.
Die Produktion von Werkzeugmaschinen, Robotern und Automationssystemen soll um 3,9 % auf 6.640 Mio. EUR steigen. Die Exporte werden voraussichtlich nahezu stagnieren. Erwartet wird ein Zuwachs von 0,7 % auf 3.785 Mio. EUR.
Deutlich dynamischer soll sich erneut das Inlandsgeschäft entwickeln. Die Lieferungen italienischer Hersteller auf dem Heimatmarkt könnten um 8,5 % auf 2.855 Mio. EUR zulegen.
Der italienische Verbrauch soll sich nach der Prognose bei 4.870 Mio. EUR einpendeln. Dies entspräche einem Wachstum von 7,4 %. Für die Importe erwartet UCIMU einen Anstieg um 5,9 % auf 2.015 Mio. EUR.
Der prognostizierte Aufschwung beruht somit vor allem auf einer verbesserten Entwicklung im italienischen Markt. Die Auslandstätigkeit bleibt dagegen schwach.
Wie belastet die Geopolitik den Maschinenbau?
Die hohe Bedeutung der Auslandsmärkte macht die italienische Werkzeugmaschinenindustrie besonders anfällig für internationale Krisen. Geopolitische Instabilität, Kriege, Handelskonflikte und die wirtschaftliche Schwäche wichtiger europäischer Märkte erschweren nach Angaben des Verbandes die Geschäftstätigkeit.
Riccardo Rosa erklärte dazu: „Auf internationaler Ebene hat die geopolitische Instabilität die Geschäftstätigkeit unserer von UCIMU vertretenen Branche erheblich erschwert, da die Auslandsmärkte nach wie vor den wichtigsten Absatzkanal für unsere Produktion darstellen.“
Nach Einschätzung des UCIMU-Präsidenten haben sich die Unternehmen inzwischen stärker auf außergewöhnliche Rahmenbedingungen eingestellt. „Abgesehen davon haben die Ereignisse der vergangenen Jahre unsere Unternehmen einem permanenten Stresstest unterzogen und sie wie nie zuvor darauf vorbereitet, bei unkonventionellen oder innovativen Ansätzen in der Geschäftswelt / innovativen, unkonventionellen Geschäftsmodellen und neuen Arbeitsweisen (business unusual) zu agieren. Deshalb stellen wir heute fest“, so Riccardo Rosa weiter, „dass nicht jedes Ereignis, das in direktem Zusammenhang mit unserer Branche steht, unsere Geschäftstätigkeit in gleicher Weise beeinflusst.“
Eine besondere Rolle spielen dabei die von der US-Regierung eingeführten Zölle. Ihre direkten Auswirkungen auf die italienische Branche blieben nach Einschätzung von UCIMU bislang begrenzt.
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„Die von der Trump-Regierung eingeführten Zölle hatten für unsere Branche insgesamt überschaubare Auswirkungen. Die Zahlen sprechen für sich: 2025“, erklärte Riccardo Rosa, „gingen die Verkäufe in den Vereinigten Staaten um 9% zurück. Dennoch bleiben die Vereinigten Staaten mit großem Abstand der wichtigste Absatzmarkt für das Made in Italy der Branchen. Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen verfügen die Vereinigten Staaten nicht über eine ausreichende eigene Produktion, um den inländischen Bedarf zu decken, und sind daher auf hochentwickelte und stark kundenspezifische Technologien angewiesen. Zum anderen verzeichnet der Verteidigungssektor, der für das Land von strategischer Bedeutung ist und deshalb von den Zöllen ausgenommen wurde, derzeit eine besonders lebhafte Nachfrage. Diese drei Faktoren haben es den italienischen Herstellern ermöglicht - und ermöglichen es ihnen auch weiterhin - auf dem amerikanischen Markt tätig zu bleiben, der die Eigenschaften unseres Angebotes seit jeher zu schätzen weiß.“
Gleichzeitig sieht der Verband weiterhin Belastungen für bestimmte Maschinenkategorien und bei den Beschaffungskosten.
„Das bedeutet jedoch nicht“, fügte der Präsident hinzu, „dass alle Schwierigkeiten beseitigt sind. Für jene Maschinentypen, die auch von amerikanischen Herstellern produziert werden, stellen die Zölle offensichtlich eine erhebliche Belastung dar und haben den Absatz der italienischen Branchenprodukte eingeschränkt. Doch damit nicht genug: Die Handelspolitik Trumps hat auch einige schwerwiegende indirekte Auswirkungen mit sich gebracht. Ein Beispiel dafür ist der Anstieg der Preise für bestimmte Rohstoffe, den andere Länder als Reaktion auf die Zölle vorgenommen haben. Dieser Kostenanstieg wirkt sich ebenfalls negativ auf unsere Geschäftstätigkeit aus.“
Russland fällt als Absatzmarkt aus
Neben den Handelskonflikten belasten die Kriege und die Schwäche Europas die italienischen Hersteller. Besonders deutlich wird dies am russischen Markt.
Vor der Annexion der Krim und den ersten Sanktionen war Russland ein bedeutendes Ziel für italienische Werkzeugmaschinen. Im Jahr 2013 erreichten die Ausfuhren einen Wert von 177 Mio. EUR. Russland war damit der viertwichtigste Absatzmarkt der Branche.
2022 belegte das Land mit Lieferungen im Wert von 99 Mio. EUR noch Rang acht. Seit 2023 fällt der russische Markt für die italienischen Hersteller vollständig aus.
Riccardo Rosa erklärte: „Noch schwieriger war es hingegen, die Auswirkungen der Kriege sowie der Schwäche eines so bedeutenden Marktes wie Europa zu bewältigen. Im Zusammenhang mit den Kriegen ist für uns Hersteller das deutlichste Beispiel das Verschwinden Russlands von unserem Radar. Im Jahr 2013, vor der Annexion der Krim und den ersten Sanktionen, war Russland mit Exporten im Wert von 177 Millionen Euro unser viertwichtigster Absatzmarkt. Im Jahr 2022 war es mit 99 Millionen Euro noch unser acht-wichtigster Zielmarkt. Seit 2023 fällt Russland jedoch vollständig als Absatzmarkt aus – und vor allem haben wir dieses Marktsegment an chinesische Hersteller verloren. Wer weiß, ob es uns nach der Beilegung dieser Wunde im Herzen Europas gelingen wird zumindest einen Teil des verlorenen Terrains zurückzugewinnen.“
Was bedeutet Europas Industrieschwäche für UCIMU?
Kritisch bewertet UCIMU auch die industrielle Entwicklung in Europa und insbesondere die Transformation der Automobilindustrie. Der Verband warnt vor einer fortschreitenden Deindustrialisierung und fordert Technologieoffenheit.
„Und wenn wir von Europa sprechen“, erklärte Riccardo Rosa, „dann nähern wir uns gefährlich dem Risiko einer Deindustrialisierung. Die äußerst fragwürdigen Entscheidungen der EU-Institutionen zur Elektrifizierung des Automobilsektors zeigen zunehmend ihre konkreten Folgen. In einer Zeit, in der sich das Konzept von Transport bei den jüngeren Generationen grundlegend verändert hat und das Auto nicht länger als Statussymbol, sondern vor allem als Fortbewegungsmittel gilt, hat die dirigistische Politik der europäischen Entscheidungsträger asiatischen Anbietern faktisch den Weg geebnet, in Bereichen Oberhand zu gewinnen, die traditionell von europäischer gewerblicher Industrie geprägt waren. Bevor diese Folgen unumkehrbar werden, appellieren wir an die politischen Entscheidungsträger in Europa, ihren Kurs zu überdenken. Der notwendige Wandel muss auf dem Grundsatz der Technologieneutralität beruhen. Nur so kann die Automobilindustrie gemeinsam mit ihrem weit verzweigten Zuliefernetzwerk den Transformationsprozess erfolgreich gestalten – mit dem Ziel, den Umweltschutz voranzubringen und zugleich, wo immer möglich, Arbeitsplätze in der Industrie zu sichern.“
Positivere Signale erkennt UCIMU dagegen in Deutschland. Im ersten Quartal 2026 stieg der vom deutschen Branchenverband ermittelte Auftragsindex für Werkzeugmaschinen um 15,1 %. Damit endete eine drei Jahre andauernde negative Entwicklung.
„Abgesehen von der Automobilindustrie, mit der es eng verflochten ist, scheint Deutschland – der große Kranke Europas – allmählich Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Im ersten Quartal 2026 legte der von dem deutschen Branchenverband ermittelte Auftragsindex für Werkzeugmaschinen um +15,1% zu und beendete damit eine drei Jahre andauernde Negativentwicklung.Das vom Bundeskanzler Merz angestoßene Konjunkturprogramm sowie die Investitionen in die Verteidigung stärken das Vertrauen in den Wirtschaftsstandort Deutschland. Wir hoffen, dass sich dieser positive Trend bestätigt, denn wenn die deutsche Lokomotive wieder Fahrt aufnimmt, sind wir als erster Waggon dieses Zuges bereit anzukoppeln um weiterhin unseren Beitrag in der Produktionskette des Made in Germany zu leisten, die sich über die ganze Welt erstreckt und unsere Produktion weltweit verbreitet.“
Hormus-Krise wirkt direkt und indirekt
Auch die Entwicklung im Nahen Osten ist für die italienische Werkzeugmaschinenindustrie von Bedeutung. Rund 30 % der italienischen Asienexporte der Branche entfallen nach Angaben von UCIMU auf diese Region.
Besonders gefragt sind dort Technologien für die Metallumformung, die bei umfangreichen Infrastrukturprogrammen zum Einsatz kommen. Neben direkten Effekten auf das Geschäft erwartet der Verband bei einer Normalisierung des Warenverkehrs auch sinkende Beschaffungskosten.
„Solange die genauen Inhalte der Vereinbarung noch nicht feststehen und uns bewusst ist, dass es einige Zeit dauern wird, bis sich der Warenverkehr wieder normalisiert, bleiben die Auswirkungen auf unsere Tätigkeit derzeit managebar und wir sind zuversichtlich, dass die Entspannung der Lage im Nahen Osten unseren Unternehmen erhebliche Vorteile bringen wird. Aus Sicht des direkten Geschäfts entfallen rund 30 % unseres Asienexportes auf diese Region. Eine Rückkehr zur „Normalität“ dürfte unserer Aktivität dort neuen Schwung verleihen, zumal insbesondere Technologien für die Metallumformung im Zuge der umfangreichen Infrastrukturprogramme gefragt werden. Auch indirekt sind positive Effekte zu erwarten: Mit der Wiederaufnahme des regulären Warenverkehrs dürften die in den vergangenen Monaten deutlich gestiegenen Beschaffungskosten schrittweise wieder sinken.“
Wie soll die Hyperabschreibung Investitionen fördern?
Angesichts der schwachen Auslandsnachfrage gewinnt der italienische Markt für die Hersteller weiter an Bedeutung. Als zentralen Impulsgeber betrachtet UCIMU die Hyperabschreibung im Rahmen des neuen Programms Transizione 5.0.
„In einer entscheidenden Phase wie der gegenwärtigen, die von einer deutlich schwächeren Auslandsnachfrage geprägt ist, gewinnt der Inlandsmarkt für unsere Unternehmen noch stärker an Bedeutung. Die verfügbare Maßnahme der Hyperabschreibung im Rahmen des neuen Programms Transizione 5.0, heute voll operationsfähig, stellt ein wirksames Instrument zur Förderung der italienischen Nachfrage nach neuen Werkzeugmaschinen dar.“
Der Jahresbeginn verlief nach Angaben des Verbandes zunächst schwierig. Der Auftragseingang im Inland lag im Zeitraum Januar bis März deutlich unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Gleichzeitig beobachtete UCIMU eine zurückgehaltene Nachfrage.
„Wir müssen feststellen, dass das Jahr 2026 ausgesprochen schwierig begonnen hat: Der Auftragseingang auf dem Inlandsmarkt lag im Zeitraum Januar-März 2025 um 29% unter dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig hatten wir jedoch den Eindruck, dass die Nachfrage auf Eis gelegt war.
Bereits im ersten Monat nach dem tatsächlichen Inkrafttreten der Hyperabschreibung, nachdem die GSE-Plattform operativ geworden war, konnten wir eine deutliche Veränderung im Verhalten unserer italienischen Kunden feststellen. Dies bestätigt, was wir schon seit Langem sagen: Die Nachfrage in Italien ist vorhanden, doch die Kunden warteten auf Klarheit, um ihre Bestellungen tatsächlich zu platzieren.“
Beim Branchengipfel der Maschinenbauindustrie, den das Ministerium für Unternehmen und Made in Italy Ende Juni einberufen hatte, zeigte sich nach Angaben des Verbandes die hohe Bedeutung der Werkzeugmaschinen für das Förderprogramm. Rund 90 % der über die GSE-Plattform eingereichten Förderanträge entfielen demnach auf Investitionen in Werkzeugmaschinen.
„Die Fördermaßnahme zeigt nun Wirkung. Bei dem Ende Juni vom Ministerium für Unternehmen und Made in Italy (MIMIT) einberufenen Branchengipfel der Maschinenbauindustrie wurde deutlich, dass rund 90% aller über die GSE-Plattform eingereichten Förderanträge auf Investitionen in Werkzeugmaschinen entfallen. Das ist ein ermutigendes Signal! Dem MIMIT ist zugutezuhalten, dass es – wenn auch mit Verspätung – eine praxisnahe und auf drei Jahre angelegte Fördermaßnahme auf den Weg gebracht hat. Italienische Unternehmen verfügen damit endlich über ein industriepolitisches Instrument, das Herstellern eben sowie Investoren Planungssicherheit über einen mittelfristigen Zeitraum bietet. Nun gilt die Hoffnung, dass die Maßnahme die Inlandsnachfrage wieder auf das hohe Niveau der Jahre 2021 und 2022 anheben wird und somit auch eine Modernisierung unserer Industrie gewährleistet, die kontinuierlich in Innovation investieren muss, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, wo Digitalisierung und Künstliche Intelligenz die Spielregeln der globalen Industrie grundlegend verändern.“
Digitalisierung und KI verändern die Industrie
Mit der Hyperabschreibung verbindet die italienische Werkzeugmaschinenindustrie nicht nur die Hoffnung auf steigende Bestellungen. Das Instrument soll nach Darstellung von UCIMU zugleich die Modernisierung des industriellen Maschinenparks unterstützen.
Im Mittelpunkt stehen Investitionen in neue Werkzeugmaschinen und Produktionstechnologien. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz werden dabei als wesentliche Faktoren des internationalen Wettbewerbs betrachtet.
Auch auf der UCIMU-Mitgliederversammlung spielten neue Technologien eine zentrale Rolle. Luca Dadone und Elisa Stucchi berichteten über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Augmented Reality in der Fertigungsindustrie und stellten ihre Vorstellungen von industrieller Innovation vor.
Die erwartete Belebung des Inlandsmarktes soll der italienischen Werkzeugmaschinenindustrie helfen, die anhaltende Schwäche des Auslandsgeschäfts teilweise auszugleichen. Ob das Produktionsniveau von 2021 und 2022 wieder erreicht werden kann, hängt nach Darstellung des Verbandes wesentlich von der Wirkung der Fördermaßnahme ab.
Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurden außerdem die Verbandsorgane für die Amtsperiode 2026 bis 2027 neu gewählt. Riccardo Rosa trat als einziger Kandidat für das Präsidentenamt an.
mit Material des UCIMO
FAQ zur italienischen Werkzeugmaschinenindustrie
• Wie entwickelte sich die italienische Werkzeugmaschinenindustrie 2025? – Die Produktion stieg um 1 % auf 6.391 Mio. EUR, während die Exporte um 12 % auf 3.760 Mio. EUR zurückgingen.
• Welche Prognose gibt es für die italienische Werkzeugmaschinenindustrie 2026? – UCIMU erwartet ein Produktionsplus von 3,9 % auf 6.640 Mio. EUR und einen Anstieg des Inlandsverbrauchs um 7,4 %.
• Welche Bedeutung hat die Hyperabschreibung für die Werkzeugmaschinenindustrie? – Sie soll Investitionen in neue Werkzeugmaschinen fördern und den italienischen Herstellern sowie Investoren mittelfristige Planungssicherheit geben.
• Welche Märkte sind für die italienische Werkzeugmaschinenindustrie wichtig? – Die Vereinigten Staaten bleiben der größte Absatzmarkt. Weitere bedeutende Märkte sind Deutschland, Frankreich, Polen, die Türkei und Indien.
• Welche Risiken belasten die italienische Werkzeugmaschinenindustrie? – Zu den Belastungsfaktoren zählen die schwache Auslandsnachfrage, geopolitische Instabilität, Zölle, steigende Beschaffungskosten und die Industrieschwäche in Europa.