Die Salzgitter-Prognose für 2026 fällt höher aus. Ausschlaggebend sind eine bessere Geschäftsentwicklung sowie die vollständige Übernahme der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM).
Anja RingelAnjaRingelManaging editor and podcast host for 'Produktion'
Die Salzgitter-Prognose steigt dank besserer Geschäfte und der HKM-Übernahme.nmann77 - stock.adobe.com
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Summary: Salzgitter hat seine Prognosen für 2026 nach dem ersten Halbjahr angehoben. Ausschlaggebend sind die bessere Geschäftsentwicklung sowie die vollständige Übernahme der Hüttenwerke Krupp Mannesmann. Gleichzeitig kritisiert das Unternehmen die Reformpläne der EU zum Emissionshandel und warnt vor negativen Folgen für Investitionen in klimafreundliche Stahlproduktion.
Der Stahlhersteller Salzgitter hat nach dem ersten Halbjahr und der Komplettübernahme der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) seine Prognosen für das Geschäftsjahr 2026 erhöht. Wie das Unternehmen mitteilt, erwartet der Vorstand nun ein bereinigtes EBITDA zwischen 725 und 825 Mio. EUR. Damit liegt die neue Prognose jeweils 100 Mio. EUR über der bisherigen Planung.
Nach Unternehmensangaben entfällt ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag der Verbesserung auf die Konsolidierung der HKM-Übernahme. Branchenexperte Cole Hathorn vom Investmenthaus Jefferies geht davon aus, dass etwa die Hälfte der Prognoseanhebung auf die operative Geschäftsentwicklung und die andere Hälfte auf den Zukauf zurückzuführen ist.
Auch an der Börse wurde die Mitteilung positiv aufgenommen. Die Salzgitter-Aktie gewann nach der Veröffentlichung knapp 4 % und legte zum Wochenstart nochmals um 1,6 % zu.
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Wie entwickeln sich Umsatz und Ergebnis?
Für den Umsatz erwartet Salzgitter nun rund 10,0 Mrd. EUR. Das entspricht einer Anhebung um rund 500 Mio. EUR gegenüber der bisherigen Prognose. Der Beitrag aus der HKM-Übernahme liegt laut Unternehmen im mittleren dreistelligen Millionenbereich.
Auch das Ziel für den bereinigten Vorsteuergewinn wurde angehoben. Salzgitter rechnet nun mit 325 bis 425 Mio. EUR und damit jeweils 125 Mio. EUR mehr als bislang vorgesehen.
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Im ersten Halbjahr lag der Außenumsatz auf Basis vorläufiger Zahlen mit 4,6 Mrd. EUR leicht unter dem Vorjahreswert. Das operative Ergebnis (EBITDA) stieg dagegen deutlich von 117 auf 459 Mio. EUR.
Zu diesem Ergebnis trug auch die Beteiligung am Kupferkonzern Aurubis bei. Der Ergebnisbeitrag nach der At-Equity-Methode erhöhte sich von 72 auf 193 Mio. EUR.
Analyst Dominic O'Kane von JPMorgan berechnete für das Kerngeschäft aus Stahlproduktion, Handel und Technologie im zweiten Quartal ein operatives Ergebnis von 133 Mio. EUR und damit auf dem Niveau des ersten Quartals. Nach seiner Einschätzung übertraf Salzgitter damit die Erwartungen seiner Bank deutlich. Der Aurubis-Beitrag von 47 Mio. EUR ist dabei nicht enthalten. Auch Jefferies-Analyst Cole Hathorn bewertete das Ergebnis aufgrund der starken Stahlproduktion besser als erwartet.
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Warum kritisiert Salzgitter die EU-Pläne?
Parallel zur Prognoseanhebung äußerte sich Vorstandsvorsitzender Gunnar Groebler kritisch zu den Reformplänen der EU-Kommission für den Emissionshandel.
Die vorgesehenen Änderungen gefährdeten Investitionen in den Klimaschutz und benachteiligten Unternehmen, die bereits in den Umbau investiert hätten. Groebler schrieb auf LinkedIn: „Eine Industriepolitik, die nachträglich die Spielregeln ändert, darf Vorreiterunternehmen nicht im Regen stehen lassen.“
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EU-Parlament und Mitgliedsstaaten forderte er auf, die Vorschläge im weiteren Gesetzgebungsverfahren anzupassen.
Nach Angaben des Unternehmens wurden bereits Milliardenbeträge in den Umbau zur klimafreundlichen Stahlproduktion investiert. „im Vertrauen auf einen stabilen und verlässlichen Rechtsrahmen“. Diese Investitionen dürften nicht durch Änderungen am Emissionshandel entwertet werden.
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Groebler erklärte weiter: „Wer im Vertrauen auf die europäische Gesetzgebung investiert oder so wie wir bereits investiert hat, darf am Ende nicht bestraft werden.“
Salzgitter hatte Ende 2023 mit der Umrüstung seines Stahlwerks in Salzgitter begonnen. Bund und Land unterstützen das Vorhaben mit mehr als 1,3 Mrd. EUR. Die erste Anlage für grünen Stahl soll 2027 den Betrieb aufnehmen. Der Stahl soll künftig in einer neuen Anlage produziert werden, die zunächst mit Erdgas und später mit grünem Wasserstoff betrieben werden kann.
Wie aus der Mitteilung hervorgeht, plant die EU-Kommission unter anderem, die Zahl der Emissionszertifikate langsamer zu reduzieren und in bestimmten Bereichen mehr kostenlose Zertifikate bereitzustellen.
• Warum wurde die Salzgitter-Prognose angehoben? – Aufgrund einer besseren Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr sowie der vollständigen Übernahme der Hüttenwerke Krupp Mannesmann.
• Wie hoch ist die neue Salzgitter-Prognose für das EBITDA? – Das Unternehmen erwartet für 2026 ein bereinigtes EBITDA zwischen 725 und 825 Mio. EUR.
• Welche Rolle spielt HKM für die Salzgitter-Prognose? – Die Konsolidierung der HKM-Übernahme trägt nach Unternehmensangaben mit einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag zur Prognoseanhebung beim EBITDA bei.
• Warum kritisiert Salzgitter die EU-Pläne zum Emissionshandel? – Das Unternehmen befürchtet, dass die geplanten Änderungen Investitionen in klimafreundliche Stahlproduktion entwerten könnten.
• Welche Bedeutung hat grüner Stahl für Salzgitter? – Das Unternehmen investiert seit Ende 2023 in den Umbau seines Stahlwerks. Die erste Anlage für grünen Stahl soll 2027 in Betrieb gehen.