Plattformen, KI und globale Engineeringteams verändern den Maschinenbau.Théo - stock.adobe.com
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Summary:
Rajesh Nambiar, Präsident von Nasscom, beschreibt den Wandel des Maschinenbaus hin zu softwaredefinierten Produkten. Die Entwicklung zeigt sich global und betrifft Werkzeugmaschinen, Verpackungsanlagen, Druckmaschinen und Baumaschinen. Internationale Engineeringpartnerschaften sollen helfen, fehlende Softwarekapazitäten aufzubauen und Innovationszyklen zu verkürzen.
Die industrielle Wertschöpfung verschiebt sich. Was lange vor allem als Entwicklung der Automobilindustrie galt, erreicht inzwischen auch den Maschinenbau. Werkzeugmaschinen, Verpackungsanlagen, Druckmaschinen und Baumaschinen werden zunehmend durch Software und KI bestimmt.
Rajesh Nambiar, Präsident von Nasscom, legt dar, dass sich dieser Wandel bereits bei Unternehmen wie DMG Mori, Trumpf, Komatsu, Heidelberger Druckmaschinen und Krones zeigt. Digitale Zwillinge, sensorgestützte Prozessregelung, cloudbasierte Plattformen und softwaredefinierte Bedienkonzepte verändern den Nutzen industrieller Anlagen. Im klassischen Maschinenbau standen Spindelgenauigkeit, Antriebstechnik und Fertigungstoleranzen im Vordergrund. Heute rückt die digitale Funktionalität stärker in den Mittelpunkt. Software beeinflusst Rüstzeiten, Ausbringung und die Anpassungsfähigkeit an wechselnde Produktionsanforderungen.
Damit endet das Produkt nicht mehr mit der Auslieferung. Maschinen entwickeln sich zu Plattformen, deren Funktionen auch im laufenden Betrieb erweitert werden können.
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Over-the-Air-Updates, datenbasierte Optimierungen und KI-gestützte Assistenzfunktionen verlängern den Nutzen über den gesamten Lebenszyklus. Software ermöglicht zudem kürzere Iterationen. Einsatzdaten fließen enger in die Produktentwicklung zurück. Dadurch entstehen Innovationszyklen, die deutlich schneller sind als im klassischen Maschinenbau.
Wo das Softwaredefizit im Maschinenbau liegt
Im deutschen Maschinenbau zeigt sich ein strukturelles Defizit. Die Branche ist in der Hardwareentwicklung weiterhin international führend, doch bei Embedded Software, Plattformarchitekturen und industrieller KI fehlen Kapazitäten. Laut Bitkom sind branchenübergreifend rund 109.000 IT-Stellen unbesetzt. Hinzu kommt der demografische Druck: Einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft im Auftrag der Impuls-Stiftung zufolge gehen im Maschinenbau bis 2034 rund 296.000 Beschäftigte in den Ruhestand, während nur etwa 118.000 Nachwuchskräfte nachrücken. Klassische Strategien stoßen dadurch an Grenzen. Softwarekompetenz ausschließlich intern aufzubauen, ist häufig zu langsam, zu teuer und organisatorisch aufwendig. Moderne Softwareplattformen erfordern Erfahrung in Systemarchitektur, Echtzeitsteuerung, Maschinensicherheit und der Integration heterogener Maschinenparks.
Warum Co-Engineering wichtiger wird
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Die Folge ist ein Umdenken in der Entwicklungsstrategie. Immer mehr Maschinenbauer setzen auf internationale Engineeringpartnerschaften. Dabei geht es nicht mehr um klassisches Outsourcing, sondern um Co-Engineering mit geteilter Verantwortung. Externe Partner setzen nicht nur definierte Anforderungen um. Sie gestalten Systemarchitekturen mit und übernehmen technologische Verantwortung.
Wie Indien zur Softwarewerkbank des Maschinenbaus wird
Besonders sichtbar ist diese Entwicklung bei Engineeringdienstleistern aus Indien, die sich vom verlängerten Werkbankmodell zu einem Innovationsökosystem entwickelt haben. Über 1.700 internationale Konzerne betreiben inzwischen eigene Forschungs- und Entwicklungszentren in Indien. Diese Global Capability Centres beschäftigen rund 1,9 Millionen Fachkräfte und stellen knapp 45 Prozent des weltweiten GCC-Talent-Pools. Auch Industrietechnik- und Maschinenbaukonzerne wie Bosch, ABB oder Siemens arbeiten dort an Plattformen für künftige Maschinengenerationen.
Internationale Teams arbeiten nicht isoliert, sondern eng integriert in bestehende Organisationen. Sie können Entwicklungszeiten verkürzen, parallele Innovationsstränge ermöglichen und Produkte schneller in Serie bringen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Führung und Organisation. Architekturkompetenz, Schnittstellenmanagement, IP-Schutz und klare Verantwortlichkeiten werden zu Erfolgsfaktoren. Maschinenbauer müssen verteilte Entwicklungsmodelle beherrschen und zugleich die Kontrolle über Kerntechnologien behalten. Der Wettbewerb entscheidet sich zunehmend in der Softwareschicht. Entscheidend ist die Fähigkeit, Hardware, Software und Daten zu einem funktionierenden Gesamtsystem zu verbinden.
Quelle: Nasscom
FAQ zur Softwarekompetenz im Maschinenbau
1. Warum wird Softwarekompetenz im Maschinenbau wichtiger?
Weil Software Rüstzeiten, Ausbringung, Flexibilität und digitale Erweiterbarkeit von Maschinen zunehmend bestimmt.
2. Welche Rolle spielt Softwarekompetenz bei Plattformen?
Sie macht Maschinen zu Plattformen, die über Updates, Datenanalysen und KI-Funktionen weiterentwickelt werden können.
3. Warum fehlt Softwarekompetenz im Maschinenbau?
Es fehlen Kapazitäten bei Embedded Software, Plattformarchitekturen und industrieller KI, verstärkt durch Fachkräftemangel.
4. Wie baut der Maschinenbau Softwarekompetenz auf?
Zunehmend über internationale Engineeringpartnerschaften und integrierte globale Entwicklungsteams.
5. Welche Auswirkungen hat Softwarekompetenz auf den Wettbewerb?
Maschinenbauer müssen Hardware, Software und Daten zu einem Gesamtsystem verbinden, um differenzierungsfähig zu bleiben.
6. Welche Bedeutung haben Global Capability Centres für die Softwarekompetenz im Maschinenbau?
Sie ermöglichen internationalen Maschinenbauern den Aufbau spezialisierter Entwicklungsressourcen für Software, KI und Plattformarchitekturen.
7. Warum setzen Maschinenbauer bei Softwarekompetenz auf internationale Engineeringpartnerschaften?
Benötigte Kapazitäten und Spezialwissen sind am deutschen Arbeitsmarkt nur begrenzt verfügbar.