Deindustrialisierung: Industrie verliert 15.000 Jobs monatlich
Die Deindustrialisierung in Deutschland schreitet nach Einschätzung des BDI voran. Gleichzeitig sieht der Verband weiterhin Chancen für einen industriellen Aufschwung.
Anja RingelAnjaRingelManaging editor and podcast host for 'Produktion'
Die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Deutschen Industrie bezeichnet die Lage als kritisch. Und doch sieht sie gute Chancen für ein Comeback.Symbolbild - KI-generiert
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Summary: Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnt vor einem monatlichen Verlust von rund 15.000 Industriearbeitsplätzen in Deutschland. Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner sieht die Lage als kritisch, hält eine Trendwende jedoch für möglich. Entscheidend seien Innovationen, KI sowie wettbewerbsfähige politische Rahmenbedingungen.
Die deutsche Industrie verliert nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) jeden Monat rund 15.000 Arbeitsplätze. Das erklärte BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.
„Die Lage der Industrie ist kritisch“, sagte Gönner. Gleichzeitig betonte sie, dass die schleichende Deindustrialisierung gestoppt werden könne. „Ich bin überzeugt: Wenn wir unsere Hausaufgaben machen, haben wir wieder alle Chancen. Innovation steht bei vielen Unternehmen längst ganz oben auf der Agenda.“
Wie bewertet der BDI die Rolle von KI?
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Nach Angaben der Verbandschefin habe sich die Industrie in der Vergangenheit immer wieder erfolgreich gewandelt. Mit Künstlicher Intelligenz stehe nun eine neue industrielle Revolution bevor.
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„Gerade in der industriellen Produktion haben wir alle Chancen“, betonte Gönner. „Dort entstehen Daten, Prozesse und Anwendungskompetenz, die große Tech-Konzerne nicht haben - und genau deshalb wollen sie Zugang dazu.“
Wie aus den Aussagen hervorgeht, sieht der Verband insbesondere in der Verbindung von industrieller Erfahrung und KI-Anwendungen erhebliches Potenzial.
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Warum ist die Wettbewerbsfähigkeit entscheidend?
Nach Einschätzung des BDI kommt den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen eine zentrale Bedeutung zu. Investitionen in die Transformation müssten ermöglicht werden, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu stärken.
„Deutschland hat an Wettbewerbsfähigkeit verloren“, sagte Gönner. Deshalb müsse bei jeder politischen Entscheidung in Deutschland und Europa gefragt werden: „Zahlt sie auf Wettbewerbsfähigkeit ein? Hilft sie Unternehmen, wieder wettbewerbsfähiger zu werden?“
Zusätzlich verweist die BDI-Hauptgeschäftsführerin auf schwierige internationale Rahmenbedingungen. Die Zollpolitik der USA sowie Marktverzerrungen in China hätten den Wettbewerb verschärft.
„Und das sei zu einem Zeitpunkt passiert, ‚in dem wir eigentlich ins Fitnessstudio müssten, um die Polster der vergangenen Jahre abzutrainieren‘“, meinte die Verbandschefin. Genau diese Kombination setze den Standort besonders unter Druck.
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Die Aussagen stammen aus einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Der BDI versteht sich als Vertretung von rund 100.000 großen, mittleren und kleineren Unternehmen mit zusammen mehr als acht Millionen Beschäftigten.
FAQ zu Industrie verliert monatlich 15.000 Arbeitsplätze
• Warum spricht der BDI von Deindustrialisierung? – Nach Angaben des Verbands gehen in Deutschland derzeit rund 15.000 Industriearbeitsplätze pro Monat verloren.
• Welche Rolle spielt KI bei der Deindustrialisierung? – Der BDI sieht in Künstlicher Intelligenz eine Chance, die industrielle Transformation erfolgreich voranzutreiben.
• Warum ist Wettbewerbsfähigkeit für die Deindustrialisierung wichtig? – Aus Sicht des BDI sind wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen Voraussetzung für Investitionen und Transformation.
• Welche internationalen Faktoren beeinflussen die Deindustrialisierung? – Genannt werden die Zollpolitik der USA sowie Marktverzerrungen in China.
• Kann die Deindustrialisierung gestoppt werden? – Nach Einschätzung von BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner bestehen bei entsprechenden politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gute Chancen für eine Trendwende.