Das China-Geschäft deutscher Unternehmen steht unter erheblichem Druck. Vor dem Besuch von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche in Peking fordert die Industrie faire Wettbewerbsbedingungen.
Anja RingelAnjaRingelManaging editor and podcast host for 'Produktion'
Deutsche Unternehmen in China geraten zunehmend unter Druck: Intensiver Preiswettbewerb, unsichere Lieferketten und politische Eingriffe verschärfen die Lage im wichtigen Absatz- und Beschaffungsmarkt.Rawf8 - stock.adobe.com
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Summary:
Deutsche Unternehmen in China fordern vor dem Besuch von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche klare Signale gegenüber Peking. Im Mittelpunkt stehen fairer Wettbewerb, gesunde Preisniveaus, Partnerschaften und Exportkontrollen auf Rohstoffe wie seltene Erden. Für die deutsche Industrie geht es um Planungssicherheit, Marktbedingungen und den Umgang mit Wettbewerbsverzerrungen.
Die Ministerin müsse in ihren Gesprächen die konkrete Umsetzung eines nachhaltigen Geschäftsumfelds klar ansprechen, sagte Oliver Oehms, Chef der deutschen Auslandshandelskammer in Nordchina, laut Mitteilung. Hintergrund ist vor allem der intensive Wettbewerb auf dem chinesischen Markt.
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„Der extreme Preisdruck setzt deutschen Unternehmen in China zu“, sagte Oehms. Die von Peking angekündigten Maßnahmen für ausgewogenere Märkte blieben jedoch eher Rhetorik, erklärte er weiter.
Was deutsche Firmen im China-Geschäft fordern
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Eine Umfrage unter Mitgliedern der Interessenvertretung deutscher Firmen in China zeigt, welche Erwartungen an die Bundesregierung bestehen. 39 % der Befragten gaben an, die Bundesregierung müsse sich gegenüber den chinesischen Behörden für fairen Wettbewerb und gesunde Preisniveaus einsetzen.
An der Umfrage im April beteiligten sich 216 der mehr als 1.800 Mitglieder. Mehr als die Hälfte, nämlich 51 %, verlangte zudem Unterstützung beim Aufbau von Partnerschaften zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen.
„Wir hoffen, dass der Besuch dazu beiträgt, die vor Ort gewonnenen Einblicke gezielt in die politische Diskussion in Berlin einzubringen und den bilateralen Austausch weiterzuentwickeln“, sagte Oehms.
Reiches Reise führt nach Peking und Guangzhou
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Katherina Reiche wird am Mittwoch in Peking und am Donnerstag in der südchinesischen Industriemetropole Guangzhou erwartet. Neben den seit Jahren von deutschen Firmen monierten Wettbewerbsnachteilen könnten auch Pekings Exportkontrollen auf Rohstoffe wie seltene Erden eine wichtige Rolle spielen.
Diese Beschränkungen sorgen mehr als ein Jahr nach ihrer Einführung weiterhin für Verunsicherung in der deutschen Industrie. Der Grund: Die Metalle werden dort für viele Produkte benötigt. Für Unternehmen im Maschinenbau und in der Produktion bleibt damit die Frage zentral, wie belastbar Lieferketten und Marktbedingungen im China-Geschäft sind.
Auch der VDMA verbindet mit der Chinareise klare Erwartungen. Zur Reise von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann: „Wirtschaftsministerin Reiche muss China unmissverständlich klarmachen, dass Europa systematische Wettbewerbsverzerrungen nicht länger hinnehmen wird.“
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Brodtmann kritisierte dabei mehrere Faktoren, die aus Sicht des Verbands Europas Industrie belasten. „Eine künstlich niedrig gehaltene Währung, überhöhte Subventionen und politisch motivierte Exportkontrollen sind keine Kavaliersdelikte. Sie gefährden Europas Industrie.“
Vor allem ein abgestimmtes Vorgehen mit Partnern spielt nach Einschätzung des VDMA eine wichtige Rolle. „Vor Ihrer Reise sollte sich die Ministerin eng mit den europäischen und internationalen Partnern abstimmen. Staatlich induzierte Überkapazitäten in China sind ein weltweites Problem. Ein gemeinsames und geschlossenes Auftreten erhöht den Druck auf China.“
China ist wieder wichtigster Handelspartner Deutschlands
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China löste gemessen an der Summe von Exporten und Importen laut Statistischem Bundesamt 2025 die USA als wichtigsten Handelspartner Deutschlands ab. Das Verhältnis bleibt jedoch unausgeglichen, weil Deutschland deutlich mehr aus der Volksrepublik importiert als dorthin exportiert.
Für deutsche Unternehmen in China geht es damit nicht nur um einzelne Gespräche in Peking und Guangzhou. Im Zentrum steht die Frage, ob Zusagen zu faireren Märkten, besseren Preisniveaus und verlässlicheren Rahmenbedingungen konkret umgesetzt werden.
Mit Material von dpa und VDMA.
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FAQ zum China-Geschäft
• Warum steht das China-Geschäft deutscher Firmen unter Druck? – Deutsche Unternehmen verweisen auf extremen Preisdruck, Wettbewerbsnachteile und Unsicherheit durch Exportkontrollen auf Rohstoffe wie seltene Erden.
• Was fordert die Industrie für das China-Geschäft? – Gefordert werden fairer Wettbewerb, gesunde Preisniveaus, Unterstützung für Partnerschaften und ein klares Auftreten gegenüber Peking.
• Welche Rolle spielt Katherina Reiche im China-Geschäft? – Die Bundeswirtschaftsministerin soll in Peking und Guangzhou die Umsetzung eines nachhaltigen Geschäftsumfelds ansprechen.
• Warum ist das China-Geschäft für die deutsche Industrie wichtig? – China löste 2025 gemessen an Exporten und Importen die USA als wichtigsten Handelspartner Deutschlands ab.
• Welche Bedeutung haben Exportkontrollen für das China-Geschäft? – Die Beschränkungen auf Rohstoffe wie seltene Erden verunsichern die deutsche Industrie, weil diese Metalle für viele Produkte benötigt werden.