Die Wirtschaftskrise belastet viele Beschäftigte in der Industrie zunehmend. Eine Umfrage zeigt steigenden psychischen und körperlichen Druck sowie wachsende Sorgen über die weitere Entwicklung.
Anja RingelAnjaRingelManaging editor and podcast host for 'Produktion'
Warum erhöht die Wirtschaftskrise den Druck in der Industrie? Eine Umfrage zeigt steigende Belastung und wachsende Sorgen der Beschäftigten.Symbolbild - KI-generiert
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Summary: Eine Yougov-Umfrage unter 1.153 Beschäftigten aus Industriebranchen der IG BCE zeigt eine deutlich gestiegene Belastung am Arbeitsplatz. Besonders betroffen sind Mitarbeiter in der Produktion, die vor allem Einsparungen und Personalabbau als Ursachen nennen. Viele rechnen zudem mit weiter steigenden Anforderungen, während jüngere Beschäftigte häufiger den Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf ihre Arbeitsplätze fürchten.
Die seit Jahren anhaltende Wirtschaftskrise in großen Teilen der deutschen Industrie wirkt sich zunehmend auf die Beschäftigten aus. Wie aus einer Mitteilung zur gemeinsamen Umfrage des Schweizer Finanzdienstleisters Swiss Life und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) hervorgeht, berichten 44 % der befragten Arbeitnehmer über eine gestiegene geistige oder körperliche Belastung im Arbeitsalltag. Weitere 29 % nehmen zumindest teilweise einen höheren Stress wahr.
An der Yougov-Befragung nahmen 1.153 Beschäftigte aus den von der IG BCE vertretenen Industriebereichen teil, darunter Chemie, Energie, Pharma und Bergbau.
Welche Ursachen stehen hinter der höheren Belastung?
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Als wichtigste Gründe nannten die Befragten Einsparungen und Effizienzprogramme (49 %) sowie Personalabbau oder die Nichtbesetzung frei gewordener Stellen (48 %). Mehrfachnennungen waren möglich.
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„Wirtschaft und Politik sollten das als Weckruf aus der Mitte der industriellen Realität verstehen“, sagte der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis.
Die Ergebnisse zeigen zudem deutliche Unterschiede zwischen den Tätigkeitsbereichen. Während in Verwaltung und sonstigen Bürofunktionen 37 % eine höhere Belastung angaben, lag dieser Anteil in der Produktion bei 59 %.
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Warum rechnen viele Beschäftigte mit weiter steigendem Druck?
Nach Einschätzung der Befragten dürfte die Belastung in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Mehr als jeder Zweite (54 %) erwartet steigende Anforderungen an die persönliche Flexibilität und Belastbarkeit. Weitere 33 % gehen zumindest teilweise von höheren Anforderungen aus.
Die absolute Mehrheit stelle sich auf noch härtere Zeiten ein, kommentierte Swiss-Life-Deutschlandchef Dirk von der Crone.
Vor allem jüngere Beschäftigte sehen zusätzliche Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz. Laut Umfrage befürchten 37 % der unter 30-Jährigen, dass KI ihre Arbeitsplätze künftig überflüssig machen könnte. Bei den Beschäftigten der Jahrgänge 1965 bis 1980 liegt dieser Anteil dagegen bei 17 %.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass wirtschaftliche Unsicherheit und strukturelle Veränderungen die Erwartungen vieler Industrie-Beschäftigter an ihre berufliche Zukunft prägen.
Wie wirkt sich die Wirtschaftskrise auf Beschäftigte aus? Laut Umfrage berichten viele Arbeitnehmer über eine gestiegene geistige oder körperliche Belastung.
Welche Ursachen nennt die Umfrage für die Wirtschaftskrise und den höheren Druck? Vor allem Einsparungen, Effizienzprogramme sowie Personalabbau oder unbesetzte Stellen werden als Gründe genannt.
Welche Beschäftigten spüren die Wirtschaftskrise besonders stark? Mitarbeiter in der Produktion berichten deutlich häufiger von einer höheren Belastung als Beschäftigte in Verwaltung und Bürofunktionen.
Welche Erwartungen haben Beschäftigte an die weitere Entwicklung der Wirtschaftskrise? Die Mehrheit rechnet mit steigenden Anforderungen an Flexibilität und Belastbarkeit.
Welche Bedeutung hat Künstliche Intelligenz im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise? Vor allem jüngere Beschäftigte befürchten, dass KI künftig Arbeitsplätze ersetzen könnte.