Wirtschaft

Knorr-Bremse investiert 200 Millionen Euro in Indien: Zukunftscampus in Chennai gestartet

Knorr-Bremse investiert bis zu 200 Mio. Euro in einen modularen Zukunftscampus in Chennai. Der Standort bündelt Produktion, Engineering und KI, schafft bis zu 3.500 Jobs und stärkt Indien als Innovations- und Exportdrehscheibe für Rail- und Truck-Systeme.

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Spatenstich für Innovation, Wachstum und Kundennähe – Knorr-Bremse startet seinen modularen Campus in Chennai. Mit dabei: Rail-Vorstand Dr. Nicolas Lange (vierter v.l.) und Mitglieder des Senior Managements.

Knorr-Bremse treibt seine Expansion im Wachstumsmarkt Indien voran. Mitte Februar erfolgte der Spatenstich für einen modularen Zukunftscampus in Chennai. In den kommenden fünf Jahren will der Bremsenspezialist bis zu 200 Millionen Euro investieren. Der neue Standort bündelt Produktions-, Engineering- und KI-Aktivitäten und ist langfristig auf bis zu 3.500 Beschäftigte ausgelegt.

Mit dem Großprojekt stärkt das Unternehmen nicht nur seine lokale Wertschöpfung, sondern setzt zugleich ein strategisches Signal: Wachstum soll konsequent mit Effizienz und globaler Performance verknüpft werden.

Indien als Schlüsselregion

„Indien ist für uns eine Schlüsselregion mit großem Potenzial – als Innovationsstandort, Produktionsdrehscheibe und Transportmarkt“, erklärt Marc Llistosella, Vorstandsvorsitzender der Knorr-Bremse AG. Der Zukunftscampus ermögliche es, „globale Fähigkeiten noch enger zu vernetzen, Prozesse effizienter zu machen und Projekte zu beschleunigen“.

Ab Ende 2027 soll der Campus die bestehenden Entwicklungs- und Produktionsstandorte in Pune und Palwal ergänzen. Geplant sind zunächst Werke für Einstiegssysteme für Metro-, Regional- und Hochgeschwindigkeitszüge sowie für Bremssystemkomponenten für Nutzfahrzeuge. Weitere Büro- und Verwaltungsgebäude sollen bis 2030 und darüber hinaus entstehen.

Der Campus in Chennai wird auf einer Gesamtfläche von rund 188.000 Quadratmetern – etwa 26 Fußballfeldern – realisiert. Das modulare Design ermöglicht eine flexible Erweiterung je nach Marktentwicklung.

Bereits im Sommer 2025 hatte Knorr-Bremse in Chennai ein Zentrum für Künstliche Intelligenz als Teil seiner globalen Digitalstrategie eröffnet. Der neue Campus entsteht in unmittelbarer Nähe und soll die enge Verzahnung von Produktentwicklung, Fertigung und digitalen Lösungen weiter vorantreiben.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bündelung globaler Geschäfts- und Verwaltungsprozesse. Insbesondere Global Business Services in den Bereichen HR und Finance sollen künftig in Chennai konsolidiert werden. Ziel ist es, Prozesse weltweit zu beschleunigen und Effizienzpotenziale zu heben.

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Produkte für den indischen Markt und den Export

Die in Chennai produzierten Systeme sind sowohl für den indischen Markt als auch für den weltweiten Export vorgesehen. Knorr-Bremse reagiert damit auf das dynamische Wachstum in seinen Kernsegmenten: im Güter- und Personenverkehr auf der Schiene sowie im Bereich Nutzfahrzeuge.

Bereits heute ist das Unternehmen als führender Lieferant für Brems- und Einstiegssysteme für Metrozüge unter anderem in Delhi und Chennai aktiv. Zudem wird Knorr-Bremse Indiens erste Hochgeschwindigkeitszüge mit Brems-, Einstiegs-, Klima- und Sanitärsystemen ausstatten.

Das Umsatzvolumen der beiden Divisionen Rail und Truck in Indien liegt nach Unternehmensangaben bereits heute bei über 300 Millionen Euro pro Jahr – mit weiter steigender Tendenz.

Die Wahl fiel bewusst auf Chennai. Die Hauptstadt des Bundesstaates Tamil Nadu gilt als eine der führenden Technologiemetropolen Indiens mit ausgeprägter Ingenieurslandschaft, gut ausgebauter Infrastruktur und wachsendem KI-Ökosystem.

Für Knorr-Bremse fügt sich das Projekt in die langfristige Investitionsstrategie ein: Jährlich fließen vier bis fünf Prozent des Umsatzes in neue Kapazitäten, Innovation und Digitalisierung.

Fokus auf Nachhaltigkeit

Auch beim Thema Nachhaltigkeit setzt der Konzern klare Maßstäbe. Der neue Campus soll den LEED-Platin-Standard erfüllen, der besonders energieeffiziente und umweltfreundliche Gebäude auszeichnet. Zudem orientiert sich das Projekt an den Kriterien der EU-Taxonomie für ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten.

Bereits in der ersten Bauphase bis Ende 2027 sind Photovoltaik-Anlagen mit einer installierten Leistung von rund 2.500 kWp geplant. Damit unterstreicht Knorr-Bremse seinen Anspruch, Wachstum, Effizienz und ökologische Verantwortung miteinander zu verbinden.

Mit dem Zukunftscampus in Chennai positioniert sich der Konzern langfristig im indischen Markt – und baut gleichzeitig seine Rolle als global vernetzter Technologieanbieter für sichere und effiziente Mobilität weiter aus.

Knorr-Bremse und Indien auf einen Blick

Warum ist Indien für Knorr-Bremse strategisch so wichtig? Indien vereint starkes Marktwachstum im Schienen- und Nutzfahrzeugbereich mit einer dynamischen Ingenieurs- und Technologielandschaft. Der Standort bietet sowohl Absatzpotenzial als auch Innovationskraft und ist damit Produktions- und Entwicklungsdrehscheibe zugleich.

Welche Rolle spielt der neue Campus für die globale Strategie? Der Campus steht für die Verbindung von Wachstum und Effizienz. Durch die Bündelung von Produktion, Engineering, KI und Global Business Services sollen Prozesse beschleunigt, Kosten optimiert und internationale Projekte schneller umgesetzt werden.

Welche Produkte entstehen künftig in Chennai? Geplant sind Einstiegssysteme für Metro-, Regional- und Hochgeschwindigkeitszüge sowie Komponenten für Bremssysteme von Nutzfahrzeugen. Die Produkte sind sowohl für den indischen Markt als auch für den Export in internationale Märkte bestimmt.