Rekordhoch

Lohnfortzahlung kostet Unternehmen 85,6 Milliarden EUR

Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall hat 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Deutsche Unternehmen zahlten laut IW insgesamt 85,6 Milliarden EUR.

Krankheitsbedingte Ausfälle werden für Unternehmen zunehmend zum Kostenfaktor: 2025 stieg die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall auf insgesamt 85,6 Milliarden Euro.
Krankheitsbedingte Ausfälle werden für Unternehmen zunehmend zum Kostenfaktor: 2025 stieg die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall auf insgesamt 85,6 Milliarden Euro.

  • Deutsche Unternehmen gaben 2025 insgesamt 85,6 Milliarden EUR für die krankheitsbedingte Entgeltfortzahlung aus.

  • Gegenüber 2024 mit 81,2 Milliarden EUR stiegen die Aufwendungen erneut.

  • Das IW nennt höhere Löhne, mehr Beschäftigung und den Krankenstand als Ursachen.

  • Eine generelle Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag beurteilt das Institut zurückhaltend.

Warum die Lohnfortzahlung einen Rekord erreicht

Die Kosten der Unternehmen für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sind 2025 auf einen neuen Höchststand gestiegen. Insgesamt beliefen sich die Aufwendungen auf 85,6 Milliarden EUR. Das geht aus einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, über die die „Rheinische Post“ berichtete.

Damit haben sich die nominalen Kosten für die krankheitsbedingte Entgeltfortzahlung innerhalb von eineinhalb Jahrzehnten mehr als verdoppelt. Bereits 2024 hatten die Unternehmen dafür 81,2 Milliarden EUR aufgewendet.

Wie setzen sich die 85,6 Milliarden EUR zusammen?

In der Gesamtsumme sind 72,5 Milliarden EUR an Bruttoentgelten enthalten, die vom Bundesarbeitsministerium ausgewiesen werden. Hinzu kommen nach Berechnungen des IW die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung.

Diese Beiträge beziffert das Institut für 2025 auf 13,1 Milliarden EUR. Zusammen ergeben beide Positionen die errechneten Gesamtkosten von 85,6 Milliarden EUR.

Höhere Löhne und Beschäftigung erhöhen die Kosten

Das IW führt den Anstieg der Entgeltfortzahlung auf mehrere Faktoren zurück. Dazu zählen insbesondere höhere Löhne sowie die gestiegene Beschäftigung. Beide Entwicklungen erhöhen die Summe, die Unternehmen bei krankheitsbedingten Ausfällen weiterzahlen.

Daneben habe auch der Krankenstand zu den höheren Aufwendungen beigetragen, wie aus der Mitteilung hervorgeht.

Warum spielt die Erfassung des Krankenstands eine Rolle?

Seit der Einführung der elektronischen Erfassung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen im Jahr 2022 ist der Krankenstand laut IW statistisch signifikant gestiegen. Ob gleichzeitig auch die tatsächlichen Fehlzeiten in den Betrieben zugenommen haben, ist nach Angaben des Instituts bislang nicht abschließend geklärt.

Fest steht laut Studie jedoch, dass das Niveau des Krankenstands deutlich über dem Stand vor der Corona-Pandemie liegt.

IW sieht Attestpflicht zurückhaltend

Die geplante gesetzliche Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag bewertet das Institut zurückhaltend. Eine flächendeckende Anwendung durch die Arbeitgeber sei nicht unbedingt zu erwarten.

Als Gründe nennt das IW den damit verbundenen zusätzlichen Verwaltungsaufwand sowie mögliche Belastungen für das Verhältnis zwischen Beschäftigten und Arbeitgebern.

Mit Material der dpa

Was Sie zum Thema Lohnfortzahlung im Krankheitsfall wissen müssen

• Wie hoch war die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall 2025? – Die Unternehmen zahlten laut IW insgesamt 85,6 Milliarden EUR.

• Wie stark ist die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gestiegen? – 2024 lagen die Aufwendungen noch bei 81,2 Milliarden EUR. Innerhalb von eineinhalb Jahrzehnten haben sich die nominalen Kosten mehr als verdoppelt.

• Warum steigen die Kosten der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall? – Das IW nennt höhere Löhne, eine gestiegene Beschäftigung und den Krankenstand als wesentliche Faktoren.

• Welche Rolle spielt der Krankenstand bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall? – Seit 2022 ist der statistisch erfasste Krankenstand signifikant gestiegen. Ob auch die tatsächlichen betrieblichen Fehlzeiten entsprechend zugenommen haben, ist laut IW nicht abschließend geklärt.

• Was sagt das IW zur Attestpflicht bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall? – Das Institut beurteilt eine gesetzliche Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag zurückhaltend und verweist auf Verwaltungsaufwand und mögliche Belastungen des Arbeitsverhältnisses.