Maschinenausfuhren aus Deutschland sind im ersten Quartal 2026 gesunken. Kriege, Lieferkettenprobleme und Zölle belasten den Maschinen- und Anlagenbau.
Anja RingelAnjaRingelManaging editor and podcast host for 'Produktion'
Wie entwickeln sich Maschinenausfuhren? Im ersten Quartal 2026 sinken die Exporte um 2,0 %, Europa bleibt stabil.Symbolbild - KI-generiert
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Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau exportierte im ersten Quartal 2026 Waren im Wert von 48,9 Milliarden EUR. Wie der VDMA mitteilt, sanken die Maschinenausfuhren um 2,0 %, preisbereinigt um 3,5 %. Während USA und China unter Druck bleiben, entwickelt sich Europa als wichtigste Absatzregion leicht positiv.
Kriege, unterbrochene Lieferketten und Zölle haben die globalen Märkte zu Jahresbeginn 2026 geprägt. Die Folge: Ausbleibende Investitionen haben deutliche Spuren in der Exportbilanz des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus hinterlassen.
Wie aus der VDMA-Mitteilung hervorgeht, wurden im ersten Quartal 2026 aus Deutschland Maschinen und Anlagen im Wert von 48,9 Milliarden EUR exportiert. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Rückgang um 2,0 %. Preisbereinigt lag das Minus bei 3,5 %.
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Die Monatsentwicklung zeigt dabei ein gemischtes Bild. Im Januar lagen die Ausfuhren noch 6,6 % unter dem Vorjahreswert, im Februar betrug das Minus 1,5 %. Im März gelang dagegen ein kleines Plus von 1,2 %.
„Das erste Quartal war geprägt von hoher Unsicherheit. Aktuell setzt der Krieg im Nahen Osten den Maschinen- und Anlagenbau spürbar unter Druck. Je länger der Krieg andauert, desto mehr wird sich das auch auf die globale Konjunktur auswirken – und damit auch auf unsere Exporte”, sagt VDMA-Konjunkturexpertin Anke Uhlig.
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USA bleiben größter Einzelmarkt
Der wichtigste Einzelmarkt für deutsche Maschinenausfuhren blieben im ersten Quartal die USA. Ihr Anteil an den gesamten Maschinenexporten lag bei 12,7 %. Dennoch sanken die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten um 6,7 %.
Nach Einschätzung des Teams der VDMA Volkswirtschaft und Statistik dürften die Exporte in die USA in den kommenden Monaten weiter unter Druck bleiben. Grund dafür sind die aktuellen Zollentwicklungen und die deutlich spürbaren Auswirkungen auf den Maschinen- und Anlagenbau.
Auch China entwickelte sich als zweitwichtigster Exportmarkt erneut enttäuschend. Besonders starker lokaler Konkurrenzdruck und unfaire Wettbewerbsbedingungen vor Ort belasten laut VDMA seit Jahren die Nachfrage nach europäischen Investitionsgütern.
Zwischen Januar und März gingen die Maschinenexporte aus Deutschland nach China zweistellig um 12,0 % zurück. Mit einem Exportanteil von 7,2 % bleibt China zwar noch auf Platz 2 der wichtigsten Ausfuhrländer. Absehbar ist jedoch, dass die Volksrepublik diese Position zeitnah an Frankreich verlieren könnte. Frankreich kommt auf einen Exportanteil von 7,0 %.
Europa bleibt wichtigste Absatzregion
Ein Lichtblick bleibt Europa. Die Ausfuhren auf den Kontinent entwickelten sich zuletzt mit einem Plus von 1,6 % leicht positiv. Auch in die EU-Länder, die mit einem Exportanteil von 46,2 % die wichtigste Absatzregion für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau bilden, legten die Maschinenausfuhren im Vorjahresvergleich um 1,2 % zu.
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Diese Entwicklung hatte sich laut VDMA bereits in den positiven Auftragseingängen aus den Euroländern im Jahr 2025 angedeutet. Frankreich, die Niederlande und Italien belegen im Ranking der wichtigsten Ausfuhrländer die Plätze 3, 4 und 5. Die Niederlande und Italien kommen jeweils auf einen Exportanteil von 4,9 %.
Die Ausfuhren nach Frankreich stiegen im ersten Quartal um 5,6 %. Für die Niederlande stand ein Plus von 0,3 % in den Büchern, für Italien ein Minus von 0,2 %. Im März zeigten beide Länder jedoch eine positive Entwicklung: Die Ausfuhren in die Niederlande stiegen um 4,0 %, jene nach Italien um 6,0 %.
Wo Schwellenländer Licht und Schatten zeigen
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In den Schwellenländern fiel die Entwicklung unterschiedlich aus. Die Ausfuhren in die Mercosur-Staaten sanken im ersten Quartal erwartungsgemäß um 13,6 %. Viele Unternehmen rechneten dort mit schrittweise sinkenden Handelshemmnissen und verschoben Investitionen beziehungsweise Lieferungen entsprechend.
Auch die Exporte in den Nahen und Mittleren Osten gingen zurück. Das Minus betrug 10,0 %. Im März fiel der Rückgang aufgrund des Kriegs mit 17,9 % besonders deutlich aus.
Die an Bedeutung gewinnende Asean-Region zeigte sich nahezu stabil, blieb mit einem Minus von 0,2 % aber leicht rückläufig. Indien dagegen war ein Lichtblick: Die Ausfuhren dorthin stiegen im ersten Quartal um 8,5 %. Im März lag das Plus sogar bei 16,7 %.
Der VDMA verweist darauf, dass die Weltwirtschaft zwar weiterhin robust wächst. Dieses Wachstum findet jedoch insbesondere in Asien und anderen Teilen der Welt statt. Ob und in welchem Umfang der europäische Maschinenbau davon profitieren kann, hängt von mehreren Faktoren ab.
Entscheidend ist laut Mitteilung insbesondere, ob weitere Handelshemmnisse und zunehmender Protektionismus die exportorientierte Branche stärker belasten. Ebenso relevant bleibt, ob neue Handelsabkommen abgeschlossen und bestehende Partnerschaften vertieft werden können. Das könnte den Maschinenausfuhren neuen Schwung geben.
„Unter dem Strich dürften die Maschinenausfuhren aus Deutschland aber aufgrund der angespannten Weltlage auch in den nächsten Monaten unter Druck bleiben, denn eine kurzfristige Entschärfung der Lage ist nicht in Sicht. Die Politik in Berlin und Brüssel muss daher schnellstmöglich die Rahmenbedingungen für den Standort verbessern, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Maschinenbaus und damit Wohlstand und Arbeitsplätze in Deutschland und Europa zu sichern“, fordert Uhlig.
Mit Material vom VDMA.
FAQ Maschinenausfuhren
• Warum sinken die Maschinenausfuhren aus Deutschland? – Kriege, unterbrochene Lieferketten, Zölle und ausbleibende Investitionen belasten die Exportbilanz des Maschinen- und Anlagenbaus.
• Wie stark sind die Maschinenausfuhren im ersten Quartal 2026 zurückgegangen? – Die Exporte sanken gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,0 %. Preisbereinigt lag das Minus bei 3,5 %.
• Welche Rolle spielen USA und China bei den Maschinenausfuhren? – Die USA bleiben größter Einzelmarkt, verzeichneten aber ein Minus von 6,7 %. China ging um 12,0 % zurück.
• Warum ist Europa für die Maschinenausfuhren ein Lichtblick? – Die Ausfuhren nach Europa stiegen um 1,6 %. Die EU bleibt mit 46,2 % Exportanteil die wichtigste Absatzregion.
• Wie ist der Ausblick für die Maschinenausfuhren? – Aufgrund der angespannten Weltlage dürften die Ausfuhren laut VDMA auch in den kommenden Monaten unter Druck bleiben.