Metall- und Elektroindustrie Bayern

Metall- und Elektroindustrie in Bayern schrumpft

Die Metall- und Elektroindustrie Bayern verliert weiter an Substanz: Beschäftigung und Produktion gingen im ersten Quartal zurück, besonders die Autoindustrie und Maschinenbau stehen unter Druck.

Die bayerische Metall- und Elektroindustrie ist auf Talfahrt. Im ersten Quartal sanken sowohl die Beschäftigung als auch die Produktion in der wichtigen Branche, wie die Arbeitgeberverbände bayme vbm mitteilen.
Die bayerische Metall- und Elektroindustrie ist auf Talfahrt. Im ersten Quartal sanken sowohl die Beschäftigung als auch die Produktion in der wichtigen Branche, wie die Arbeitgeberverbände bayme vbm mitteilen.

Summary: In Bayern meldeten die Arbeitgeberverbände bayme vbm für das erste Quartal sinkende Beschäftigung und Produktion in der Metall- und Elektroindustrie. Betroffen sind vor allem Kfz-Industrie und Maschinenbau, während der sonstige Fahrzeugbau zulegte. Die Verbände warnen vor weiterem Stellenabbau, Überkapazitäten und verschärften geopolitischen Risiken.

Die bayerische Metall- und Elektroindustrie befindet sich weiter auf Talfahrt. Im ersten Quartal sanken sowohl Beschäftigung als auch Produktion in der für den Freistaat wichtigen Industriebranche, wie die Arbeitgeberverbände bayme vbm mitteilen.

Nach Angaben der Verbände waren zuletzt 845.000 Menschen in der Branche beschäftigt. Das waren rund 3.000 weniger als im Vorquartal und 17.000 weniger als ein Jahr zuvor. Im Vergleich zum Januar 2024, dem letzten Zwischenhoch, gingen inzwischen sogar fast 30.000 Stellen verloren.

Damit zeigt sich: Der Druck auf die Betriebe hat sich verfestigt. Aus einer konjunkturellen Schwächephase ist für viele Unternehmen offenbar eine länger anhaltende Belastung geworden, die zunehmend auf die Beschäftigung durchschlägt.

Was der Stellenabbau für die Branche bedeutet

Die Aussichten bleiben nach Einschätzung der Arbeitgeberverbände angespannt. Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt erwartet keine rasche Entlastung am Arbeitsmarkt der bayerischen Metall- und Elektroindustrie.

"Wir erwarten, dass sich der Abbau von Arbeitsplätzen in den kommenden Monaten fortsetzt", sagt Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. "Die Kurzarbeit sinkt ebenfalls. Das mag auf den ersten Blick überraschend sein, die Ursache ist jedoch alarmierend: Da die Krise so lange anhält, bleibt vielen Betrieben nur noch die Möglichkeit, Beschäftigung abzubauen, statt sie mit Hilfe des Kurzarbeitergelds zu halten."

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Die sinkende Kurzarbeit ist damit kein Signal für eine breite Erholung. Vielmehr verweist bayme vbm darauf, dass Betriebe angesichts der langen Krisendauer zunehmend weniger Spielraum haben, Beschäftigung über Kurzarbeitergeld zu stabilisieren.

Warum der Maschinenbau besonders unter Druck steht

Auch die Produktion entwickelte sich schwach. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sank sie um 4 % und damit noch stärker als die Beschäftigung. Besonders deutlich waren die Rückgänge in den beiden größten Wirtschaftszweigen der Branche.

Nach Angaben von bayme vbm gab es sowohl in der Kfz-Industrie als auch im Maschinenbau Einbußen von rund 8 %. Damit geraten zwei industrielle Kernbereiche unter Druck, die für Wertschöpfung, Zuliefernetzwerke und Beschäftigung in Bayern eine zentrale Rolle spielen.

Ein gegenläufiges Signal kommt aus dem sonstigen Fahrzeugbau. Dort stieg die Produktion um 10 %. Der Bereich profitiere "von einer konstant hohen Nachfrage nach zivilen Luftfahrzeugen sowie steigenden Ausgaben für Rüstungsgüter", heißt es in der Mitteilung.

Neuaufträge als Lichtblick auf niedrigem Niveau

Trotz der angespannten Gesamtlage sieht bayme vbm zumindest bei den Neuaufträgen erste vorsichtige positive Signale. Diese seien seit einiger Zeit leicht aufwärtsgerichtet. Für eine durchgreifende Entspannung reicht das jedoch noch nicht.

"Die Lage ist dramatisch", sagt Brossardt. "Einen Lichtblick bilden zumindest die Neuaufträge, die seit einiger Zeit vorsichtig aufwärts gerichtet sind."

Das Auftragsvolumen bleibt laut den Verbänden weiterhin auf niedrigem Niveau. Viele Betriebe kämpfen deshalb weiter mit Überkapazitäten. Für die Produktion bedeutet das: Selbst steigende Auftragseingänge reichen zunächst nicht aus, um die strukturelle Unterauslastung schnell abzubauen.

Wie Geopolitik und Standortbedingungen die Betriebe belasten

Nachdem sich wirtschaftliche Lage und Stimmung in der Metall- und Elektroindustrie in der zweiten Jahreshälfte 2025 vorsichtig stabilisiert hatten, sorgt der Iran-Krieg nach Einschätzung von Brossardt für eine neue Zäsur. Die starke internationale Ausrichtung der bayerischen M+E-Industrie verschärft die Risiken.

"Geopolitische Krisen haben die bayerische M+E Industrie weiter fest im Griff, denn zwei Drittel ihrer Umsätze macht sie auf Auslandsmärkten."

Neben den geopolitischen Belastungen verweisen die Arbeitgeberverbände auf die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Die Unternehmen kämpften damit, dass die Standortbedingungen im Inland nicht mehr wettbewerbsfähig seien, klagt Brossardt.

"Bis zum Sommer muss die Bundesregierung den Reform-Turbo zünden, um den Dauerstillstand der vergangenen Jahre zu beenden. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren."

Damit verbindet bayme vbm die schwache Entwicklung der Metall- und Elektroindustrie Bayern nicht nur mit kurzfristigen Nachfrageproblemen, sondern auch mit strukturellen Fragen des Industriestandorts. Für die Betriebe bleiben Produktion, Beschäftigung und Kapazitätsauslastung vorerst zentrale Baustellen.

Mit Material von dpa.

𝐅𝐀𝐐 𝐳𝐮𝐫 𝐌𝐞𝐭𝐚𝐥𝐥- 𝐮𝐧𝐝 𝐄𝐥𝐞𝐤𝐭𝐫𝐨𝐢𝐧𝐝𝐮𝐬𝐭𝐫𝐢𝐞 𝐁𝐚𝐲𝐞𝐫𝐧

Warum schrumpft die Metall- und Elektroindustrie Bayern? – Beschäftigung und Produktion gingen im ersten Quartal zurück. Laut bayme vbm belasten eine anhaltende Krise, Überkapazitäten und geopolitische Risiken die Branche.

Wie viele Beschäftigte hat die Metall- und Elektroindustrie Bayern noch? – Nach Angaben von bayme vbm waren zuletzt 845.000 Menschen beschäftigt, rund 17.000 weniger als ein Jahr zuvor.

Welche Bereiche der Metall- und Elektroindustrie Bayern sind besonders betroffen? – Besonders deutliche Produktionsrückgänge gab es mit rund 8 % in der Kfz-Industrie und im Maschinenbau.

Gibt es in der Metall- und Elektroindustrie Bayern auch positive Signale? – Ja, die Neuaufträge sind laut bayme vbm seit einiger Zeit vorsichtig aufwärtsgerichtet, bleiben aber auf niedrigem Niveau.

Welche Rolle spielen Auslandsmärkte für die Metall- und Elektroindustrie Bayern? – Zwei Drittel der Umsätze entstehen laut Brossardt auf Auslandsmärkten, weshalb geopolitische Krisen die Branche stark treffen.