Hitze-Ausfallgeld: DGB-Chefin Fahimi fordert neue Regelung
Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi fordert ein Hitze-Ausfallgeld, das Beschäftigte und Arbeitgeber bei witterungsbedingten Arbeitsausfällen absichern soll. Eine Gewerkschafts-Umfrage zeigt, wie stark Hitze den Arbeitsalltag bereits belastet.
Eine neue Umfrage zeigt das Ausmaß von Hitzestress im Job für Deutschland. Die oberste Gewerkschafterin des Landes fordert: Politik und Arbeitgeber sollen die Menschen damit nicht alleinlassen.Symbolbild - KI-generiert
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Summary: DGB-Chefin Yasmin Fahimi fordert in Berlin ein solidarisch finanziertes Hitze-Ausfallgeld für Beschäftigte und Arbeitgeber. Grundlage ist eine Umfrage unter 4.000 Beschäftigten, die hohe Belastungen vor allem bei Außenarbeit, Zeitdruck und körperlich schwerer Tätigkeit zeigt. Mehr Hitzeschutz soll Arbeitsausfälle, Produktionseinbrüche und Unfälle begrenzen.
Warum Fahimi ein Hitze-Ausfallgeld fordert
Yasmin Fahimi, die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes.Benno Kraehahn
DGB-Chefin Yasmin Fahimi rechnet künftig mit zunehmenden Arbeitsausfällen infolge hoher Temperaturen. Deshalb fordert sie eine gesetzliche Regelung für ein Hitze-Ausfallgeld, das Beschäftigte und Arbeitgeber bei witterungsbedingten Ausfällen absichern soll.
„In extremen Fällen wird zukünftig witterungsbedingter Arbeitsausfall nicht ausbleiben“, sagte Fahimi der Deutschen Presse-Agentur. „Daher ist der Gesetzgeber aufgefordert, hierfür Regelungen zu finden, die ein Ausfallgeld für Beschäftigte und Arbeitgeber zukünftig solidarisch sichern.“
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Wie aus der Meldung hervorgeht, sieht Fahimi vor allem Beschäftigte als besonders gefährdet, die im Freien arbeiten, unter starkem Zeitdruck stehen oder körperlich schwere Tätigkeiten ausüben.
Vorstöße für ein staatlich unterstütztes Ausfallgeld hatte es bereits zuvor gegeben. Die IG BAU hatte entsprechende Hilfen für Tage mit Rekordtemperaturen gefordert. Dann müsse es heißen: „runter vom Bau, vom Feld, von der verschmutzten Dachterrasse“. Im Dachdeckerhandwerk existiert bereits ein Ausfallgeld, wenn ein Arbeitseinsatz wegen zu hoher Temperaturen abgesagt werden muss.
Eine Umfrage im Auftrag des DGB unter 4.000 Beschäftigten zeigt das Ausmaß der Belastung. Mehr als jede und jeder dritte Beschäftigte fühlt sich durch hohe Temperaturen bei der Arbeit stark oder eher stark beeinträchtigt. Besonders ausgeprägt ist der Hitzestress bei Tätigkeiten im Freien.
Auch in Innenräumen hängt die Belastung von den jeweiligen Arbeitsbedingungen ab. Fehlen Sonnenschutz oder Klimaanlage, fühlt sich bis zu jede zweite befragte Person durch Hitze deutlich beeinträchtigt.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Hitzestress nicht ausschließlich von der Temperatur abhängt. Auch die Gestaltung des Arbeitsplatzes und die allgemeinen Arbeitsbedingungen spielen eine wichtige Rolle.
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Zeitdruck verstärkt die Hitzebelastung
Nach Angaben des DGB steigt die wahrgenommene Belastung deutlich, wenn Beschäftigte unter Zeitdruck arbeiten. Von den Beschäftigten ohne Zeitdruck berichten 23 % von einer deutlichen Hitzebelastung. Bei Personen, die häufig unter Zeitdruck stehen, liegt der Anteil bei 48 %.
Auch körperlich schwere Arbeit geht laut Umfrage wesentlich häufiger mit starkem Hitzestress einher. Fahimi verwies in diesem Zusammenhang unter anderem auf Pflegekräfte, Paketzusteller und Einsatzkräfte, deren Arbeitsbedingungen bei hohen Temperaturen besonders belastend sein können.
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Die DGB-Vorsitzende warnt vor Arbeitsausfällen, Produktionseinbrüchen und Unfällen infolge hoher Temperaturen. Nach ihren Angaben kostet jeder Hitzetag die Wirtschaft 431 Mio. EUR. „Wir können es uns nicht mehr leisten, untätig zu sein.“
Welche Maßnahmen sollen den Hitzeschutz verbessern?
Fahimi fordert angesichts einer wachsenden Zahl von Hitzetagen mit mindestens 30 °C „eine ganzheitliche Strategie“. Politik und Arbeitgeber sollen Beschäftigte mit den Folgen hoher Temperaturen nicht alleinlassen.
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Als praktische Maßnahmen nennt die DGB-Chefin Verschattungen und die Bereitstellung von Getränken. Über solche Schritte könnten sich Unternehmen und Beschäftigte frühzeitig verständigen. Bei Bedarf sollten Arbeitgeber zudem die Kleiderordnung lockern.
Die Forderung nach einem Hitze-Ausfallgeld ist damit Teil eines umfassenderen Ansatzes. Neben der finanziellen Absicherung bei Arbeitsausfällen geht es um vorbeugenden Hitzeschutz, angepasste Arbeitsbedingungen und die Begrenzung wirtschaftlicher Folgen.
• Was ist das geforderte Hitze-Ausfallgeld? – Es soll Beschäftigte und Arbeitgeber bei witterungsbedingten Arbeitsausfällen solidarisch absichern.
• Warum fordert der DGB ein Hitze-Ausfallgeld? – Der DGB erwartet mehr Arbeitsausfälle, Produktionseinbrüche und Unfallrisiken durch hohe Temperaturen.
• Wer wäre vom Hitze-Ausfallgeld besonders betroffen? – Vor allem Beschäftigte im Freien, unter hohem Zeitdruck oder mit körperlich schwerer Arbeit.
• Welche Daten stützen die Forderung nach einem Hitze-Ausfallgeld? – Eine DGB-Umfrage unter 4.000 Beschäftigten zeigt bei mehr als einem Drittel eine starke oder eher starke Hitzebelastung.
• Welche Maßnahmen ergänzen das Hitze-Ausfallgeld? – Genannt werden Verschattung, Getränke, eine gelockerte Kleiderordnung und eine ganzheitliche Hitzeschutzstrategie.