KI-Projekte in der Industrie: So beschleunigen Start-ups
Start-ups können KI-Projekte in Industrieunternehmen deutlich beschleunigen. Entscheidend sind schnelle Entwicklungsprozesse, flexible Strukturen und eine Rollout-Planung, die bereits zu Projektbeginn einsetzt.
Anja RingelAnjaRingelManaging editor and podcast host for 'Produktion'
Viele Industrieunternehmen wollten KI-Projekte zunächst selbst realisieren. Nach Einschätzung von Reehten wird der dafür notwendige Aufwand jedoch häufig unterschätzt.Symbolbild - KI-generiert
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Summary:
Lisa Reehten erläutert im Podcast Industry Insights, wie Startups KI-Projekte in Industrieunternehmen beschleunigen können. Im Mittelpunkt stehen schnelle Entwicklungsprozesse, realistische Rollout-Planung und typische Herausforderungen bei Eigenentwicklungen. Zudem beschreibt sie, welche Missverständnisse Industrieunternehmen und Startups überwinden müssen, um gemeinsam erfolgreich zu sein.
Wenn Industrieunternehmen Künstliche Intelligenz einführen
wollen, stoßen sie nach Ansicht von Lisa Reehten, Commercial Director bei Resourcly, häufig an organisatorische
Grenzen. Lange Abstimmungsprozesse und starre Budgetzyklen passten nicht zur
Dynamik neuer Technologien.
„Wenn wir acht Wochen brauchen, um einen Termin zu finden,
frage ich mich, wie schnell etwas passieren soll“, sagt sie. Technologiezyklen
warteten nicht auf jährliche Budgetplanungen. Deshalb brauche es unterjährige
Planungen oder AI-Budgets, über die flexibel entschieden werden könne.
Im Podcast Industry Insights erklärt sie, eine Stärke von
Startups liege darin, neue Anforderungen schnell umzusetzen. Sie arbeiteten
ohne umfangreiche Legacy-Systeme oder zusätzliche Hierarchieebenen. „Wenn ein
Kunde ein Feature braucht, das ein ‚Gamechanger‘ ist, dann ist das bei uns
nächste Woche da.“ Zudem würden moderne Technologien und KI bereits in der
Entwicklung eingesetzt, was Geschwindigkeit und Qualität erhöhe.
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Eigenentwicklung scheitert oft an Kapazitäten
Viele Industrieunternehmen wollten KI-Lösungen aber zunächst
selbst entwickeln. Nach Einschätzung von Reehten werde dabei jedoch häufig der
notwendige Aufwand unterschätzt.
Denn selbst wenn personelle Ressourcen vorhanden seien,
dauerten interne Projekte oft lange. Bis Budgetfreigaben und notwendige
Gremienentscheidungen abgeschlossen seien, könne ihr Unternehmen nach eigenen
Angaben bereits innerhalb von zwölf Wochen einen Piloten inklusive Business
Case realisieren.
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Hinzu komme, dass interne Entwickler vielfach nicht auf
modernste Werkzeuge zugreifen könnten, weil langwierige Freigabeprozesse dies
erschwerten.
Rollout von Beginn an mitdenken
Für erfolgreiche Projekte reicht aus Sicht von Reehten ein
funktionierender Pilot allein nicht aus. Entscheidend sei vielmehr, bereits zu
Projektbeginn den späteren Rollout zu planen.
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Lisa Reehten ist Commercial Director bei Resourcly.Resourcly
„Uns ist wichtig, von Anfang an zu klären, wie die Lösung
ausgerollt werden kann“, erklärt sie. Reine Pilotprojekte ohne nachhaltigen
Nutzen seien nicht das Ziel. Deshalb diskutiere ihr Unternehmen lieber mehrere
Wochen länger über Kernsysteme, Kapazitäten und Zuständigkeiten über
verschiedene Business Units hinweg.
Besonders kritisch sei die Situation, wenn nach einem
erfolgreichen Piloten unklar bleibe, wie es weitergehe. „Das Schlimmste ist,
wenn nach einem erfolgreichen Piloten alle in ein tiefes Loch fallen, weil der
Anschluss nicht klar ist.“
Industrie und Startups müssen voneinander lernen
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Auch zwischen Industrieunternehmen und Startups gebe es nach
Ansicht von Reehten immer wieder Missverständnisse. Startups unterschätzten
häufig die Komplexität etablierter Industrieunternehmen mit ihren
Legacy-Systemen, Prozessen und Quality Gates.
Umgekehrt würden Startups oftmals als junge Unternehmen mit
unrealistischen Vorstellungen wahrgenommen. Dieses Bild treffe jedoch nicht
zwangsläufig zu. Reehten verweist darauf, dass sowohl sie selbst als auch die
Gründerin ihres Unternehmens über Erfahrung in Industrieunternehmen verfügten.
Dadurch kenne man beide Perspektiven und könne zwischen den Welten vermitteln.
Weitere Themen im Podcast: Industrial AI und Datenqualität
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Daten gelten als Grundlage für Industrial AI. Doch in vielen
Industrieunternehmen sind sie über gewachsene Systeme verteilt, uneinheitlich
gepflegt oder nur schwer auffindbar. In der neuen Folge von Industry Insights
spricht Anja Ringel mit Lisa Reehten auch darüber, warum saubere Daten für KI-Anwendungen in der Industrie entscheidend
sind und weshalb viele Projekte noch an fehlender Durchgängigkeit, Silos und
knappen IT-Kapazitäten scheitern.
FAQ: KI-Projekte von Startups und Industrieunternehmen
• Warum sind KI-Projekte in Industrieunternehmen häufig langsam? – Nach Einschätzung von Lisa Reehten bremsen lange Abstimmungsprozesse, starre Budgetzyklen und organisatorische Strukturen die Umsetzung.
• Welche Vorteile bieten Startups bei KI-Projekten? – Sie können neue Anforderungen schneller umsetzen und nutzen moderne Entwicklungsprozesse sowie KI bereits während der Entwicklung.
• Warum sollte der Rollout bei KI-Projekten früh geplant werden? – Damit nach einem erfolgreichen Piloten eine skalierbare Einführung möglich ist und kein Stillstand entsteht.
• Warum scheitern Eigenentwicklungen von KI-Projekten häufig? – Laut Reehten werden Aufwand, interne Freigaben und organisatorische Prozesse oft unterschätzt.
• Welche Rolle spielen Missverständnisse bei KI-Projekten zwischen Industrie und Startups? – Beide Seiten unterschätzen teilweise die Arbeitsweise der jeweils anderen. Erfahrung in beiden Welten kann helfen, diese Unterschiede zu überbrücken.