Sicherheitsmonitor 2026: Risiken für Unternehmen

Sicherheitsmonitor 2026: Firmen planen Investitionen

Der Sicherheitsmonitor 2026 zeigt ein hohes Sicherheitsbedürfnis in Deutschland. Besonders Unternehmen sind betroffen: 45 % melden mindestens einen physischen Einbruch binnen zwei Jahren.

Der Sicherheitsmonitor 2026 zeigt: Neben Cyberrisiken bleiben auch physische Einbrüche eine erhebliche Bedrohung für Unternehmen. Sicherheitskonzepte müssen daher digitale und physische Risiken gleichermaßen berücksichtigen.

• Wer? VDMA, VdS Schadenverhütung und Messe Essen haben 4.000 Privatpersonen sowie 1.000 Unternehmensvertreter befragen lassen.
• Wann und wo? Die repräsentative Befragung fand vom 9. bis 20. Juli 2026 in Deutschland statt.
• Welche Risiken? 45 % der Unternehmen waren binnen zwei Jahren mindestens einmal von einem physischen Einbruch betroffen.
• Welche Auswirkungen? Unternehmen planen weitere Investitionen in Sicherheitstechnik; zugleich wächst die Bedeutung unabhängiger Zertifizierungen.

Was der Sicherheitsmonitor 2026 über Einbrüche zeigt

Das Sicherheitsbedürfnis in Deutschland erreicht laut Sicherheitsmonitor 2026 ein hohes Niveau. 78 % der Deutschen geben an, ein starkes Sicherheitsbedürfnis zu haben. 2024 waren es 73 %, 2025 bereits 77 %. Das geht aus der gemeinsamen Studie des VDMA Fachverbands Sicherheitssysteme, der VdS Schadenverhütung GmbH und der Messe Essen hervor, die zum Auftakt der Security Essen vorgestellt wurde.

Für den Sicherheitsmonitor wurden 4.000 Bürgerinnen und Bürger sowie 1.000 Inhaber, Geschäftsführer und leitende Angestellte von Unternehmen befragt. Die Untersuchung führte das Meinungsforschungsinstitut INSA Consulere vom 9. bis 20. Juli 2026 durch.

Besonders deutlich fallen die Ergebnisse bei physischen Einbrüchen aus. 13 % der befragten Privatpersonen berichten von mindestens einem Einbruch innerhalb der vergangenen zwei Jahre. Bei Unternehmen liegt der Anteil bei 45 % und damit vier Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Gleichzeitig schätzen 42 % der Unternehmen die Gefahr eines physischen Einbruchs als hoch ein.

„Die Ergebnisse machen deutlich, dass wir bei Unternehmenssicherheit nicht ausschließlich über Cyberrisiken sprechen dürfen. Physische Einbrüche und Diebstähle bleiben eine erhebliche Bedrohung. Unternehmen brauchen deshalb Sicherheitskonzepte, die physische und digitale Risiken gleichermaßen berücksichtigen“, sagt Prof. Dr. Frank Janser, Vorstandsvorsitzender im Fachverband Sicherheitssysteme VDMA. „Für die Sicherheitsindustrie bedeutet das, bestehende Lösungen kontinuierlich weiterzuentwickeln und unterschiedliche Technologien intelligent miteinander zu verbinden.“

Warum Zertifizierung bei Sicherheitstechnik wichtiger wird

Bei der Auswahl von Sicherheitstechnik gewinnt die nachweisbare Qualität an Bedeutung. Bei Privatpersonen ist eine unabhängige Produktzertifizierung mit 38 % erstmals das meistgenannte Kaufkriterium. Damit liegt sie laut Sicherheitsmonitor vor Empfehlungen, Smart-Home-Funktionen und anderen Produktmerkmalen.

Auch Unternehmen nennen Zertifizierungen bei Investitionsentscheidungen an erster Stelle. Für 29 % der Befragten sind sie ein wichtiges Kriterium. Darüber hinaus spielen Datenschutz, Wartung und die einfache Integration der Sicherheitstechnik eine Rolle.

„Wer Sicherheitstechnik kauft, muss darauf vertrauen können, dass sie im Ernstfall zuverlässig funktioniert. Dass die unabhängige Zertifizierung laut Sicherheitsmonitor über alle Zielgruppen hinweg zum wichtigsten Vertrauensanker geworden ist, ist daher ein deutliches Zeichen“, erklärt Peter Schramm, Geschäftsführer der VdS Schadenverhütung GmbH. „Geprüfte Qualität schafft Vertrauen, weil sie Leistungsfähigkeit transparent und vergleichbar macht. Zertifizierung ist damit ein zentraler Baustein für wirksamen Schutz – für Unternehmen ebenso wie für Verbraucher.“

Wie wird der Schutz kritischer Infrastrukturen bewertet?

Deutliche Zweifel gibt es beim Schutz kritischer Infrastrukturen. 60 % der befragten Privatpersonen bewerten deren Schutz vor außergewöhnlichen Krisen wie Sabotage, Krieg oder großflächigen Ausfällen als eher oder sehr schlecht. Auch rund die Hälfte der befragten Unternehmensvertreter sieht Verbesserungsbedarf.

Dabei richten Unternehmen auch Erwartungen an den Staat. 30 % sehen in einem verbesserten staatlichen Schutz kritischer Infrastrukturen wie Energie- und Wasserversorgung, Verkehrswegen oder Kommunikation eine Maßnahme, durch die das eigene Unternehmen besser geschützt wäre.

„Der Sicherheitsmonitor macht eine gefährliche Diskrepanz deutlich: Unternehmen sind in hohem Maße von Einbrüchen betroffen, gleichzeitig bestehen erhebliche Zweifel, ob unsere kritischen Infrastrukturen ausreichend geschützt sind“, sagt Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Messe Essen. „Gerade angesichts der aktuellen Bedrohungslage müssen Unternehmen und KRITIS-Betreiber ihre Schutzkonzepte weiterentwickeln. Auf der Security Essen zeigen rund 500 Aussteller, wie sich Firmen und Infrastrukturen besser schützen lassen – von Videoüberwachung, Einbruchschutz und Zutrittskontrolle bis zu vernetzten und KI-gestützten Sicherheitssystemen. Zusätzlichen Input gibt unsere Veranstaltung „KRITIS Spotlight“ auf der Security Essen. Hier erläutern Experten, wie kritische Infrastrukturen stärker gesichert werden können.“

Unternehmen investieren in Sicherheitstechnik

Die wahrgenommenen Risiken schlagen sich laut der Mitteilung bereits in konkreten Investitionsplänen nieder. In den kommenden zwölf Monaten wollen 29 % der Unternehmen in Sicherheitskameras investieren. Einbruchmeldetechnik folgt mit 16,3 %, Schließsysteme und Türzusatzsicherungen kommen jeweils auf 15,5 %.

Auch in privaten Haushalten sind Maßnahmen zum Einbruchschutz weit verbreitet. Fast neun von zehn Befragten haben bereits mindestens eine entsprechende Maßnahme umgesetzt. Besonders häufig werden Bewegungsmelder eingesetzt. Hinzu kommen mechanische und elektronische Sicherungslösungen.

Für das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum spielen sichtbare Maßnahmen eine wesentliche Rolle. 57 % der Befragten nennen eine gute Beleuchtung als die Maßnahme, die ihnen dort das größte Sicherheitsgefühl vermittelt.

Eine sichtbare Polizeipräsenz erreicht 45 %, Videoüberwachung 39 %. Sicherheitskräfte beziehungsweise Ordnungsdienste werden von 38 % genannt. Die Ergebnisse des Sicherheitsmonitors zeigen damit ein Zusammenspiel aus Gestaltung, personeller Präsenz und Sicherheitstechnik.

mit Material des VDMA

Was Sie zum Thema Sicherheitsmonitor 2026 wissen müssen

• Was ist der Sicherheitsmonitor 2026? – Eine repräsentative Studie von VDMA, VdS Schadenverhütung und Messe Essen zur Sicherheitslage und zum Sicherheitsbedürfnis in Deutschland.

• Wie viele Unternehmen wurden für den Sicherheitsmonitor 2026 befragt? – Befragt wurden 1.000 Inhaber, Geschäftsführer und leitende Angestellte von Unternehmen sowie 4.000 Privatpersonen.

• Was zeigt der Sicherheitsmonitor 2026 zu Einbrüchen? – 45 % der Unternehmen waren innerhalb der vergangenen zwei Jahre mindestens einmal von einem physischen Einbruch betroffen.

• Welche Investitionen nennt der Sicherheitsmonitor 2026? – 29 % der Unternehmen planen Investitionen in Sicherheitskameras, 16,3 % in Einbruchmeldetechnik sowie jeweils 15,5 % in Schließsysteme und Türzusatzsicherungen.

• Welche Bedeutung hat Zertifizierung im Sicherheitsmonitor 2026? – Unabhängige Zertifizierung ist bei Privatpersonen mit 38 % und bei Unternehmen mit 29 % ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl beziehungsweise Investition in Sicherheitstechnik.