Längere Arbeitszeiten im Gespräch

Sparkurs bei Mercedes: Sonderzahlung wird verschoben

Der Sparkurs bei Mercedes wird verschärft. Der Autobauer verschiebt eine tarifliche Sonderzahlung und kündigt Gespräche über längere Arbeitszeiten an.

Sparkurs bei Mercedes: Der Vorstand hatdie rund 108.000 Beschäftigten in Deutschland in einem Brief über eine Verschärfung des Sparkurses informiert. Ein Aspekt ist, dass eine Sonderzahlung verschoben wird.
Sparkurs bei Mercedes: Der Vorstand hat die rund 108.000 Beschäftigten in Deutschland in einem Brief über eine Verschärfung des Sparkurses informiert. Ein Aspekt ist, dass eine Sonderzahlung verschoben wird.

Summary: Mercedes-Benz verschiebt die tarifliche Sonderzahlung für rund 90.000 Beschäftigte in Deutschland. Der Gesamtbetriebsrat kritisiert die Entscheidung des Unternehmens und weist Verhandlungen über Arbeitszeitverlängerungen derzeit zurück. Hintergrund sind weitere Maßnahmen im verschärften Sparkurs des Autobauers.

Mercedes-Benz verschärft seinen Sparkurs. Wie laut dpa aus einer Mitteilung des Unternehmens hervorgeht, wurde die tarifliche Sonderzahlung, der sogenannte Transformationsbaustein, verschoben. Der Vorstand informierte die rund 108.000 Beschäftigten in Deutschland in einem Schreiben über die zusätzlichen Sparmaßnahmen.

Anspruch auf die Sonderzahlung haben nach Unternehmensangaben etwa 90.000 Beschäftigte. Der Transformationsbaustein entspricht 18,4 % des regelmäßigen individuellen Monatsentgelts.

Warum kritisiert der Gesamtbetriebsrat die Entscheidung?

Nach Angaben des Gesamtbetriebsrats handelt es sich bei der Verschiebung um eine "einseitige Entscheidung des Unternehmens". Sie sei ausdrücklich nicht das Ergebnis gemeinsamer Verhandlungen mit der Arbeitnehmervertretung. Tarifvertraglich sei dieses Vorgehen zwar möglich, zeige jedoch vor allem den zunehmenden wirtschaftlichen Druck.

Der Gesamtbetriebsrat sieht die Ursachen der aktuellen Herausforderungen nicht bei den Beschäftigten. "Trotzdem sollen jetzt erneut die Beschäftigten einen erheblichen Teil der Last tragen." Als Ursachen nennt die Arbeitnehmervertretung unter anderem die Entwicklung in China, geopolitische Spannungen und steigende Energiepreise.

Welche weiteren Maßnahmen plant Mercedes?

Nach Angaben des Unternehmens soll das Management in den kommenden Wochen mit dem Betriebsrat über eine Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich sprechen. Aktuell beträgt die tarifliche Wochenarbeitszeit 35 Stunden.

Der Gesamtbetriebsrat betont jedoch, dass derzeit keine Verhandlungen über Arbeitszeitverlängerungen oder tarifliche Einschnitte stattfinden. "Solche Verhandlungen sind aktuell auch gar nicht möglich, da IG Metall und Arbeitgeberverband die zuständigen Tarifparteien sind. Ohne eine tarifliche Öffnung kann es keine entsprechenden Gespräche geben."

Wie begründet sich der aktuelle Sparkurs?

Mit der Verschiebung der Sonderzahlung und den angekündigten Gesprächen über mögliche Änderungen der Arbeitszeit verschärft Mercedes-Benz seinen Sparkurs. Wie das Unternehmen mitteilt, sollen damit weitere Einsparmaßnahmen umgesetzt werden. Der Gesamtbetriebsrat stellt zugleich klar, dass die Beschäftigten aus seiner Sicht nicht für die aktuellen wirtschaftlichen Belastungen verantwortlich seien.

Mit Material der dpa

FAQ Mercedes Sparkurs

• Warum wird die Sonderzahlung im Mercedes Sparkurs verschoben? – Nach Angaben des Unternehmens ist die Verschiebung Teil des verschärften Sparkurses. Tarifvertraglich ist dieses Vorgehen möglich.

• Welche Sonderzahlung betrifft der Mercedes Sparkurs? – Betroffen ist der jährliche Transformationsbaustein in Höhe von 18,4 % des regelmäßigen individuellen Monatsentgelts.

• Wie bewertet der Gesamtbetriebsrat den Mercedes Sparkurs? – Der Gesamtbetriebsrat spricht von einer einseitigen Entscheidung des Unternehmens und kritisiert die zusätzliche Belastung der Beschäftigten.

• Welche Rolle spielt die Arbeitszeit im Mercedes Sparkurs? – Das Unternehmen möchte Gespräche über eine Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich führen. Nach Angaben des Gesamtbetriebsrats finden derzeit jedoch keine entsprechenden Verhandlungen statt.