Aus Scrabble-Steinen wurde das Wort "Taiwan" gelegt. Daneben liegen weitere Steine mit Buchstaben drauf.

Taiwanesische Unternehmen wollen vor allem im Bereich Smart Factory punkten. - Bild: Adobe Stock/Markus Mainka

| von Anja Ringel

Taiwan gilt als eines der Länder, das die Coronakrise relativ schnell in den Griff bekommen hat: Die Behörden melden unter 500 Infizierte – bei einer Einwohnerzahl von knapp 24 Millionen Menschen. Dennoch sind die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise auch auf dem Inselstaat zu spüren: Laut Alexander Hirschle vom German Trade & Invest (GTAI) sank die Prognose für das Bruttoinlandsprodukt für dieses Jahr im März von 2,7 auf 2,3 Prozent.

Um gut aus der Krise zu kommen, hat auch die taiwanesische Regierung Hilfspakete von rund zwei Milliarden US-Dollar beschlossen, berichtet das GTAI. Weitere 1,3 Milliarden US-Dollar sollen über Budgetmittel bereitgestellt werden.

Das Problem für die taiwanesische Wirtschaft: Sie ist stark von internationalen Geschäften abhängig. Vor allem aus Europa und den USA befürchten Experten Nachfragerückgange. Dazu kommt, dass im Binnenmarkt vor allem Hotels, Restaurants und der Einzelhandel unter der Krise leiden.

So wollen taiwanesische Firmen mit Smart Factory punkten

Dass trotz Corona Unternehmertum möglich ist, hat eine Pressekonferenz von Taiwan Excellence gezeigt. Dort haben acht Firmen, die alle mit dem „Excellence Award“ ausgezeichnet wurden von ihren neuesten Innovationen berichtet. Guann-Jyh Lee, Deputy Director General im Bureau of Foreign Trade, MOEA, sagte, 2020 sei ein sehr herausforderndes Jahr.

Viele Unternehmen hätten erkannt, welche Auswirkungen  eine Pandemie auch auf die Wirtschaft haben kann. Deshalb würden sich viele jetzt mit den Themen Smart Factory und Industrie 4.0 auseinandersetzen. Auch die ausgezeichneten Unternehmen – HIWIN, FFG (Feeler), Solomon, Manford, Chin Fong, Grintimate, Tong Tai und She Hong (Hartford) – betonten, dass Smart Factories gerade in der Coronakrise helfen können, die Produktion aufrecht zu erhalten.

Sie zeigten dabei auch, wie vielfältig die Angebote aus Taiwan inzwischen sind. Von Komplettlösungen für die Automatisierung (HIWIN) über Apps, mit denen Maschinen überwacht werden können (She Hong) bis zu Automation labeling (Solomon) waren die unterschiedlichsten Innovationen vertreten.

Taiwanesische Firmen sind in verschiedenen Sparten aktiv

Und die Firmen werden immer internationaler. So hat HIWIN seine Wurzeln in Deutschland. FFG (Feeler) hat inzwischen über 50 Manufacturing Centers weltweit – auch in der Bundesrepublik.

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Der Bereich Automotive spielt bei taiwanesischen Unternehmen eine genauso große Rolle wie bei Deutschen. Rund 65 Prozent der Produkte von Grintimate sind zum Beispiel für den Automobilbereich, sagte der Sales Representative Terry Hung. Auch bei She Hong (Hartford) ist der die Branche eine wichtige, erklärte Sales Executive Nick Chang. Aber auch Enigneering, Energie und die Zugfahrtbranche sind für die Unternehmen des Inselstaates wichtig.

Auch deutsche Firmen in Taiwan sind von Coronakrise betroffen

Trotz der Innovationsfreude beschäftigt die Coronakrise auch die Unternehmen in Taiwan weiterhin – insbesondere auch die deutschen, die vor Ort sind. Laut einer Umfrage der Außenhandelskammer Taiwan waren rund 70 Prozent der Mitgliedsunternehmen stark von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. Der Grund sind vor allem Nachfragerückgänge nach Produkten und Dienstleistungen.